Sie führt durch die Veränderungen im Gelenkstoffwechsel zu einer Schmerzhaftigkeit und einer dadurch bedingten Lahmheit der betroffenen Gliedmaßen. Bei manchen Tieren ist diese Krankheit so weit fortgeschritten, dass sich die Schmerzen mit herkömmlichen Mitteln, zum Beispiel Schmerztherapie und Gewichtsreduktion, nicht mehr lindern lassen.

Neue Therapien mit Stammzellen könnten in diesen Fällen helfen. Stammzellen sind wandlungsfähige Zellen, die bei Bedarf bestimmte Eigenschaften annehmen können. Im Falle von Arthrosen wirken Stammzellen in erster Linie nachhaltig entzündungshemmend und damit auch schmerzlindernd.

Dass die Anwendung der Stammzelltherapie bei Arthrose vielversprechend ist, konnte in der Kleintierklinik der LMU bereits bei einigen Hunden nachgewiesen werden.

Bei der Stammzelltherapie wird den betroffenen Hunden in Narkose schonend eine geringe Menge Fettgewebe entnommen. Aus dem Fettgewebe werden vor Ort die mesenchymalen, regenerativen Stammzellen gewonnen und in das arthrotische Gelenk injiziert.

„Die Therapie ist beim Menschen und Pferd erprobt und gut verträglich. Nach Berichten aus der Literatur scheint dieses Verfahren auch bei Hunden mit Arthrosen sehr gut zu wirken“, erklärt Prof. Dr. Andrea Meyer-Lindenberg, Leiterin der Chirurgischen und Gynäkologischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München.

Therapierüde Bruno

Dass die Anwendung der Stammzelltherapie bei Arthrose vielversprechend ist, konnte in der Kleintierklinik der LMU bereits bei einigen Hunden nachgewiesen werden. So wurde zum Beispiel der neunjährige Labrador Retriever Bruno der Familie Käser, der „beruflich“ als Therapiehund eingesetzt wurde, mit Stammzellen behandelt. Bruno litt schon seit zwei Jahren unter Arthrosen im Schultergelenk und er lahmte zunehmend stärker. Die klassischen Therapieverfahren waren ausgereizt und halfen bei Bruno nicht mehr.

Frau Käser hörte durch Zufall von der Stammzelltherapie und Bruno konnte in die Studie aufgenommen werden. „Die Stammzelltherapie war seine Rettung“, erzählt Anita Käser heute. „Es dauerte circa drei Wochen, bis die Behandlung ihre volle Wirksamkeit entfaltete. Auch heute, nach drei Monaten, läuft Bruno wieder ganz normal und kann sogar seiner Aufgabe als Therapiehund wieder mit voller Freude nachgehen.“