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Meine Familie

„Ich bewundere die junge Generation von heute!“

Foto: Shutterstock, 2297935939

Wer denkt, die größte Herausforderung der Elternschaft liege in schlaflosen Nächten mit Babys, hat die Pubertät noch vor sich!

Jürgen Harder, der auf Instagram und TikTok Millennial-Eltern zum Lachen bringt, weiß das aus eigener Erfahrung: Als Vater von drei Kindern erlebt er hautnah, wie unterschiedlich Jugendliche ticken – und warum Zuhören manchmal wichtiger ist als jede gute Antwort. Er erzählte uns, wie man zwischen Leistungsdruck, großen Gefühlen und kleinen Alltagsdramen den Draht zu seinen Kindern nicht verliert.

Jürgen Harder

Dancing Dad und Content Creator

Mehr Einblicke auf Instagram!

Du bist Vater von drei Kindern. Wie erlebst du speziell die Teenager-Phase des Familienlebens?

Die Jüngste ist noch kein Teenager, aber mit neun Jahren auf dem besten Weg dahin. Meine große Tochter wird dieses Jahr 20, sie ist also schon der Teenagerphase entwachsen. Mein Sohn steckt mittendrin!

Ich finde, auf die Teenagerphase bereitet einen keiner wirklich vor. Wenn junge Paare sich mit dem Thema Familiengründung beschäftigen, denken sie eher an die Baby- und Kleinkindphase. Aber wenn man wüsste, was einen in der Teenagerzeit erwartet, würde es sich der eine oder andere vielleicht noch einmal überlegen (lacht). Aber Spaß beiseite, diese Lebensphase der Kinder ist unglaublich spannend, herausfordernd und toll zugleich! Man begleitet sie beim Erwachsenwerden, und das möchten wir in einer vertrauensvollen Beziehung zu unseren Kindern hinbekommen.

Was ich dabei lernen musste, ist, dass das, was ich mir in meiner Teenagerzeit von meinem Vater gewünscht hätte, nicht auch unbedingt das ist, was meine eigenen Kinder sich wünschen und brauchen. Man muss lernen, auf das Kind einzugehen und muss hinhören, was das Kind tatsächlich braucht.

Besonders spannend fand ich auch, dass sich die Pubertät bei meiner großen Tochter und meinem Sohn komplett anders gezeigt hat. Während meine Tochter laut wurde, Türen geknallt hat und die Treppen hochgestampft ist, zieht sich mein Sohn eher zurück und will einfach seine Ruhe.

Wie gehst du als Vater mit Themen wie Leistungsdruck oder mentaler Gesundheit um?

Wir versuchen, zu Hause ein Klima zu schaffen, in dem unsere Kinder sich aufgefangen fühlen, egal, was los ist. Denn wenn man Kinder in schwierigen Situationen begleiten möchte, braucht man eine vertrauensvolle Beziehung, in der sie sich auch öffnen wollen.

Schulischen Leistungsdruck versuchen wir zu Hause tunlichst zu vermeiden, weil wir der Meinung sind, dass unser Schulsystem sowieso nicht gut auf die Bedürfnisse der Kinder zugeschnitten ist. Wir haben unseren Kindern gesagt:

Gebt euer Bestes. Und wenn das Beste in Mathe eine vier ist, dann freuen wir uns mit euch darüber!

Wie spricht man als Elternteil über sensible Themen wie z. B. Beziehungen oder Sexualität?

Ganz akut wurde dieses Thema bei unseren Kids bisher noch nicht, aber über diese Themen haben wir natürlich schon gesprochen. Ich muss zugeben, dass ich damit meine Probleme habe, da ich ganz anders aufgewachsen bin und das echte Tabuthemen waren. Aufgeklärt wurde ich größtenteils von der Bravo. Ich glaube, das geht vielen Millennials so, die jetzt Eltern sind.

Meine Frau hat das aber wirklich gut gemanagt und diese Themen mit unseren Kindern besprochen, wenn sie hier Gesprächsbedarf hatten: Ganz offen, ohne hihi oder hinter vorgehaltener Hand. Denn es sind nun mal ganz normale Themen, die zum Leben dazu gehören, und als solche wollen wir sie als Eltern auch behandeln.

Wenn du deinen Teenagern etwas mit auf den Weg geben könntest, was wäre das?

Es wird immer so viel auf die jungen Leute geschimpft, und das finde ich total schade! Denn ich finde die heutige junge Generation absolut cool! Sie sind selbstbewusst, offen und wissen, was sie wollen. Das bewundere ich!

Ich möchte vor allem, dass meine Kinder eins wissen: Dass sie immer zu uns kommen können und bei uns einen sicheren Hafen haben, ganz egal, womit sie um die Ecke kommen. Ich möchte, dass sie wissen, dass sie auch Fehler machen dürfen. Dass man mit 19 nicht sein ganzes Leben durchgeplant haben muss. Und dass man sich manchmal auch selbst nicht zu ernst nehmen sollte.

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