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Home » Haustiere » Tiergesundheit » Wenn Vierbeiner leise leiden – Arthrose bei Hund und Katze
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Unsere vierbeinigen Freunde bereichern unser Leben enorm. Aber sie können im Laufe ihres Tierlebens auch verschiedene Erkrankungen entwickeln, zum Beispiel einen Gelenkverschleiß (also Arthrose). Was dabei im Körper der Fellnasen passiert und wie wir als Tierhalter*innen Warnsignale richtig deuten, erklärt uns Dr. Christina Mayer im Interview.

Wichtig ist eine adäquate Schmerzbehandlung, um unseren Vierbeinern wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Dr. Christina Mayer

Fachtierärztin für Kleintiere und Medical Lead Companion Animals

Frau Dr. Mayer, auch Haustiere wie Hunde oder Katzen können Arthrose entwickeln. Was passiert dabei im Körper unserer Fellnasen?

Bei der Entstehung einer Arthrose spielen sich zahlreiche Vorgänge ab, die für uns als Besitzer*innen oft erst erkennbar werden, wenn das Tier Schmerzen zeigt. Es laufen viele Prozesse im Gelenk ab, die unter anderem zu Veränderungen in der Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit und der Gelenkoberfläche, dem Knorpel, führen. Diese vielfältigen Umbauprozesse an den Gelenkstrukturen im Verlauf der Arthrose-Erkrankung führen zu einer eingeschränkten Beweglichkeit betroffener Gelenke. Auch entzündliche Botenstoffe im Gelenk, Bestandteile der „Entzündungssuppe“, führen zu Umbauprozessen und dazu, dass die Erkrankung weiter fortschreitet und das Tier unter Schmerzen leidet. Es gibt Faktoren, die ein Tier besonders anfällig für Arthrose machen oder diese begünstigen können, wobei Übergewicht als einer der wichtigsten identifiziert wurde. Etwa die Hälfte aller Katzen und Hunde sind davon betroffen und gerade hier kann man als Tierhalter*in von Anfang an und ganz gezielt gegensteuern. Arthrose kann auch bei jungen Tieren auftreten, insbesondere wenn diese Hunde eine Neigung zu Gelenkanomalien haben. Arthrose betrifft also nicht nur ältere Tiere: deshalb ist es wichtig, auch bei jungen Tieren ohne offensichtliche Schmerzen oder Anzeichen von Arthrose auf begünstigende Faktoren zu achten.

Leider können uns unsere Tiere nicht verbal mitteilen, wenn ihnen etwas fehlt. Was können die ersten Anzeichen für Arthrose bei Hunden und Katzen sein und gibt es einen Unterschied zwischen Hunden und Katzen?

Besitzerinnen und Besitzer von Hunden haben es im Vergleich zu Katzenbesitzer*innen in der Regel etwas einfacher erste Anzeichen zu erkennen, da sie täglich mit dem Hund in Bewegung sind. Wenn der Hund beim Gassigang länger braucht, zurückbleibt, hinterherhinkt oder nicht ins Auto einsteigt, können dies deutliche Hinweise sein. Auch Anzeichen wie Humpeln, Lahmen oder zögerliches Treppensteigen können auf Arthrosebedingte Schmerzen deuten. Bei vielen Katzen sind die Symptome subtiler, hier ist ein genaues Hinschauen gefragt. Katzen neigen bei Arthrose-Schmerzen dazu, zögerlicher zu springen oder niedrigere Liegeflächen zu bevorzugen. Auch vermehrtes Ruhen oder ein nachlassendes Putzverhalten können Hinweise sein. Es kann auch passieren, dass die Katze die Katzentoilette aufgrund eines zu hohen Randes meidet und ihre Notdurft neben die Katzentoilette verrichtet. Egal ob Hunde- oder Katzenpatient, wichtig ist zu wissen, dass diese Anzeichen von Tier zu Tier unterschiedlich sein können und nicht immer klar erkennbar sind.

Was sind die nächsten Schritte, wenn ich bei meinem Hund oder meiner Katze Arthrose vermute?

Es gibt Arthrose-Checklisten, die man bei der täglichen Beobachtung des vierbeinigen Freundes nutzen kann. Auch die jährliche Vorsorgeuntersuchung sollte genutzt werden, um Veränderungen im Verhalten und der Bewegung anzusprechen. Dabei kann es für den Tierarzt oder die Tierärztin hilfreich sein, wenn zu Hause per Video aufgezeichnet wird, wie das Tier sich verhält. Denn viele Vierbeiner sind beim Tierarzt gestresst und zeigen durch den erhöhten Adrenalinspiegel plötzlich keine Symptome mehr. Der Tierarzt oder die Tierärztin ist der beste Ratgeber und hilft herauszufinden, welche Behandlung für das Tier, bei dem eine Arthrose diagnostiziert wurde, geeignet ist. Es gibt hier verschiedene Möglichkeiten, mit denen man die vierbeinigen Arthrose-Patienten unterstützen kann.

Wichtig sind eine adäquate Schmerzbehandlung und eine dauerhafte Überwachung von Therapie und begleitenden Maßnahmen, sowie Gewichtskontrolle und gezielte Bewegung, um das Fortschreiten der Arthrose einzudämmen und dem Haustier und seinen vierbeinigen Begleitern wieder zu mehr Lebensqualität zu verhelfen.

Ein einfacher Online-Test kann Ihnen helfen zu erkennen, ob Ihr Haustier Anzeichen für Arthrose zeigt:

Hier geht es zum Test für Hunde und für Katzen!

Weitere Informationen rund um das Thema Tiergesundheit finden Sie unter
www.zoetis.de

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