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Blutschwämmchen sollten untersucht werden

Foto: Privat

Endlich ist das Glück perfekt. Die Geburt ist überstanden, das Baby ist gesund und das große Glück perfekt. Doch plötzlich bilden sich winzige hellrote oder bläuliche Flecken auf der Haut.

Oftmals kein Grund zur Panik, denn in mehr als 85 Prozent der Fälle gehen, laut der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH), die sogenannten Blutschwämmchen von allein wieder weg.

Blutschwämmchen, medizinisch infantiles Hämangiom genannt, treten bei rund zwei Prozent der Neugeborenen auf, wobei etwa 30 Prozent der Blutschwämme schon bei der Geburt vorhanden oder sichtbar sind, 70 Prozent tauchen erst zwischen der zweiten und der fünften Lebenswoche auf. Mädchen sind fünfmal häufiger betroffen als Jungen.

Im Gegensatz zu normalen Mutter- und Geburtsmalen wächst der Blutschwamm zunächst und schrumpft in den meisten Fällen dann wieder, bis er verschwindet. Das Zurückbilden geht jedoch sehr schleichend und kann bis zu zehn Jahren dauern.

Zwei verschiedene Formen des Hämangioms

Je nachdem wie tief sie unter die Haut gehen, unterscheidet man in kapilläre (oberflächliche) und kavernöse (tiefe) Formen.

  • Kapilläres Hämangiom: Der Blutschwamm ist recht klein, ist rot, erdbeerartig und bildet sich in den meisten Fällen selbst zurück.
  • Kavernöses Hämangiom: Sie unterteilen sich je nach Tiefe in der Haut noch einmal in kutanes und subkutanes Hämangiom. Das kutane ist rötlich-bläulich und bildet sich normalerweise allein zurück. Das subkutane Hämangiom bildet sich seltener von selbst zurück.

Meistens sind Blutschwämmchen harmlos

Gefährlich werden sie erst, wenn man sie nicht sieht. Denn einige wachsen nicht auf der Haut, sondern im Körper und können dadurch lebenswichtige Organe blockieren oder das Atmen, Sehen, Hören oder sogar die Nahrungsaufnahme behindern. Das gilt auch für Blutschwämme, die sehr dicht am Auge oder an den Ohren wachsen. Diese Blutschwämmchen müssen sofort entfernt werden. Meist geschieht das per Laser, Vereisung oder mit dem Skalpell.

Folgende Anzeichen können auf ein innerliches Hämangiom hinweisen:

  • eine gelbliche Hautfarbe, die auf Gelbsucht hindeutet
  • Blut im Stuhl
  • Starke Atemgeräusche (Pfeifen oder Zischen, bellender Husten) und Atemschwierigkeiten

Wenn ein Kind mehr als drei äußerliche Blutschwämmchen hat, ist es ratsam, dass beim Arzt ein Ultraschall durchgeführt wird, um innerliche Blutschwämmchen auszuschließen.

Tipp:

Wenn ein Kind älter wird, dann wird es sich irgendwann über das Blutschwämmchen wundern. Man sollte in kindgerechten Worten versuchen, dies zu erklären. Eine sehr schöne Erklärung ist: „An dieser Stelle hat Gott dir ein Küsschen gegeben – du bist etwas ganz Besonderes!“

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