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Familienplanung

„Wir wollen eine Familie gründen“

Foto: Ivanko80 via Shutterstock

Eine Garantie auf raschen Erfolg bei der Familienplanung gibt es nicht, eine längere Wartezeit vor dem Eintreten einer Schwangerschaft ist sogar völlig normal. Immerhin muss ein Drittel aller Frauen länger als ein Jahr warten, bis sich der ersehnte Nachwuchs ankündigt. Zudem liegt die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft pro Zyklus gerade mal bei etwa 25 Prozent. Was Sie dennoch tun können, um auf natürlichem Weg zum Wunschkind zu kommen:

Verhütungsmittel am Ende des Zyklus absetzen

Wenn die Frau eine Kombinationspille einnimmt, ist es am besten, erst am Ende des Zyklus damit aufzuhören. Die Periode stellt sich dann meistens nach zwei bis vier Wochen wieder ein.

Fruchtbare Tage nutzen

Sex am Tag des Eisprungs oder auch wenige Tage vorher erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Empfängnis deutlich. Achten Sie jedoch darauf, dass „Sex nach Zeitplan“ die Beziehung nicht belastet. Denn Stress beeinträchtigt die Fruchtbarkeit.

Stress vermeiden

Schwanger werden ist eine hochemotionale Angelegenheit. Dabei können sich die Chancen schon erhöhen, wenn Frauen lernen, sich zu entspannen, denn Stress wirkt sich auf den Eisprung aus und senkt die Libido.

Die Temperaturmethode

Ein beliebtes Mittel bei der natürlichen Familienplanung ist die Messung der Basaltemperatur mithilfe der Temperaturmethode zur Ermittlung des Eisprungs. Die Körpertemperatur steigt circa zwei Tage nach dem Eisprung an und bleibt dann bis zum Einsetzen der Regelblutung erhöht.

Der beste Zeitpunkt für eine Empfängnis ist, ein bis zwei Tage bevor die Temperatur ansteigt, bis zu dem Zeitpunkt, an dem ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen ist. Wenn der Eisprung einsetzt, steigt die Temperatur um etwa 0,4 bis 0,6 Grad Celsius an. Ein Temperaturanstieg hat dann stattgefunden, wenn der Wert drei Messwerte hintereinander um mindestens 0,2 Grad Celsius höher ist.

Am dritten Tag des Temperaturanstiegs ist die fruchtbare Phase vorbei. Zum Messen der Basaltemperatur stehen nützliche Hilfsmittel wie digitale Thermometer oder Temperaturcomputer zur Verfügung, in die das Ergebnis eingetragen wird und die dann die fruchtbaren Tage ermitteln, indem die Zykluskurven ausgewertet werden.

Frauen, die die Temperaturmethode anwenden, müssen Disziplin und etwas Geduld mitbringen. Die Temperatur sollte jeden Morgen vor dem Aufstehen, möglichst immer zum gleichen Zeitpunkt, gemessen werden.

Unerfüllter Kinderwunsch

Klappt die Erfüllung des Kinderwunsches auf dem natürlichen Weg nicht, stellen sich viele Paare die Frage: Warum ausgerechnet wir? Man spricht von Unfruchtbarkeit eines Paares, wenn auch nach über einem Jahr regelmäßiger Bemühungen keine Schwangerschaft eintritt. Die Ursachen sind vielfältig und sind gleichmäßig auf beide Geschlechter verteilt.

Gründe können sein: Zyklusstörungen, unbemerkte Infektionen, veränderter Hormonspiegel, Einnistungsstörung, unzureichende Spermienqualität, aber auch Verwachsungen und Narbenbildung. Diese werden meistens durch Entzündungen im Bauchbereich, Endometriose oder operative Eingriffe verursacht.

Die moderne Medizin bietet heute vielfältige Wege zu helfen. Weltweit sind bisher rund fünf Millionen Kinder nach einer sogenannten Reagenzglasbefruchtung geboren worden. Wesentlich sind neben der Kenntnis der Versicherungsbedingungen eine frühzeitige Anerkenntnis des Problems, die gute Zusammenarbeit zwischen dem Paar, den behandelnden Ärzten und psychologischen Beratern.

Erfüllt sich der Kinderwunsch nicht, führt der Weg zunächst zum Frauenarzt des Vertrauens. Je nach Alter der Frau sowie des Mannes und Ergebnissen einer ersten Diagnostik wird das weitere Vorgehen festgelegt. Je länger die Kinderwunschdauer und je höher das Alter der Frau, desto rascher sollte eine Überweisung in ein reproduktionsmedizinisches Zentrum erfolgen.

Methoden für Kinderwunschbehandlungen

  • VZO („Verkehr zum Optimum“): Geschlechtsverkehr zum Zeitpunkt des Eisprungs nach Zyklusregulierung durch Tabletten und/oder Hormonspritzen
  • IUI (Intrauterine Insemination): Samenzellübertragung in die Gebärmutter ohne oder mit hormoneller Stimulation u. a. bei leichten männlichen Fruchtbarkeitsstörungen
  • IVF (In-vitro-Fertilisation): Die Befruchtung der Eizelle findet außerhalb des Körpers statt. Methode der Wahl bei weiblicher Fruchtbarkeitsstörung, wenn VZO oder IUI nicht sinnvoll oder erfolglos geblieben
  • ICSI (Intracytoplasmatische Spermieninjektion): Außerhalb des Körpers wird ein einzelnes Spermium in Eizellen injiziert. Methode erster Wahl bei ausgeprägter männlicher Fruchtbarkeitsstörung
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