Ob Spielplatz, Freibad, Gartenfest oder Fahrradtour: Für Kinder gehört draußen sein zum Familienalltag. Doch gerade dort wird Sonnenschutz schnell zur Nebensache – dabei ist Kinderhaut besonders empfindlich. Sie ist dünner als Erwachsenenhaut und kann sich noch nicht im gleichen Maß durch Pigmentbildung schützen. Zu viel UV-Strahlung im Kindesalter kann die Haut langfristig schädigen. Jeder Sonnenbrand ist daher einer zu viel.
Wie man die Haut vor UV-Strahlung schützt
Die wichtigste Regel ist einfach: Babys gehören nicht in die direkte Sonne. Für größere Kinder gilt: Schatten suchen, besonders zur Mittagszeit. Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung am stärksten – Toben, Sport und Ausflüge sollten möglichst in die Morgen- oder späteren Nachmittagsstunden verlegt werden. Ab einem UV-Index von 3 ist Sonnenschutz erforderlich, ab 8 besonders konsequent.
Sonnenschutz beginnt aber nicht erst mit der Creme. Am besten wirkt ein Mix aus mehreren Maßnahmen: luftige, dicht gewebte Kleidung, ein Hut mit breiter Krempe sowie Ohren- und Nackenschutz, Schuhe, die auch Fußrücken und Fersen bedecken, und eine kindgerechte Sonnenbrille. Unbedeckte Hautstellen sollten mit einem Sonnenschutzmittel eingecremt werden, das gegen UV-A- und UV-B-Strahlen schützt, wasserfest ist und mindestens Lichtschutzfaktor 30 hat. Bei längerem Aufenthalt draußen sowie nach Baden, Schwitzen oder Abtrocknen muss nachgecremt werden. Das verlängert die Schutzzeit nicht, erhält aber den Schutz.
Auch Wolken und Schatten sind keine Garantie. Leichte Bewölkung kann UV-Strahlung sogar verstärken, und auch im Schatten erreicht weiterhin ein Teil der Strahlung durch Reflexion die Kinderhaut. Sonnenschutz ist deshalb kein reines Strandthema, sondern gehört auch zum Kitaweg, zum Picknick und zum Nachmittag im Park.
Sonnenschutz vergessen? Sie sind nicht allein
Wie groß die Lücke zwischen Wissen und Alltag sein kann, zeigt eine IKW-Umfrage* unter Eltern von Kindern bis zehn Jahren: 80 Prozent wissen, dass Sonnenschutz in jungen Jahren wichtig ist. Dennoch berichten fast 50 Prozent der Eltern von Sieben- bis Zehnjährigen, dass ihr Kind bereits einen Sonnenbrand hatte.
Selbst bei Babys und Kleinkindern bis drei Jahre geben 31 Prozent der Eltern an, dass dies schon vorgekommen ist. Knapp ein Fünftel aller Eltern der IKW-Umfrage geben zu, dass sie häufig vergessen, Sonnenschutz aufzutragen. Bei Babys und Kleinkindern sind es sogar 27 Prozent.
Eltern mehrerer Kinder geben an, ihr Verhalten rund um das Thema Sonnenschutz mit dem zweiten, dritten oder vierten Kind verändert zu haben. Empfehlungen anderer Eltern, von Ärzten und die eigenen Erfahrungen führen zu mehr Sorgfalt beim Thema Sonnenschutz: 51 Prozent der Eltern geben an, dass sie beim zweiten Kind häufiger Sonnenschutzmittel auftragen als beim ersten Kind.
Tipps: Sonnenschutz in den Alltag integrieren
Doch wer an Sonnenschutz denkt, erntet meist augenrollende Kindergesichter. Sonnenschutz muss allerdings kein Zankapfel sein, wenn es in den Alltag als Routine integriert wird: Creme neben die Zahnbürste stellen, Sonnenhut in der Garderobe lagern, UV-Index in der Wetter-App prüfen (nicht nur im Sommer). So wird aus Vorsicht Routine und Sonnenschutz zu einer Selbstverständlichkeit. Und Kinder lernen früh, dass der Aufenthalt im Freien und Hautschutz zusammengehören.
*IKW-Umfrage, durchgeführt von Lönneker & Imdahl rheingold salon, 2025
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