Sie haben zwei Boxerhündinnen. Dass sich eine 23-fache Weltmeisterin im Profikickboxen diese Rasse zulegt, ist irgendwie nicht überraschend.

Eigentlich nicht. Sie passen auch charakterlich zu mir. Sie sind verspielt, aber ehrgeizig. Wenn man ihnen blöd kommt, machen sie zu. Aber es gab schon früher einen Boxermischling in unserer Familie. Das ist der entscheidende Grund.

Dann sind Sie mit Hunden aufgewachsen?

Ja, und ich war schon immer ein Hundler. Selbst als wir noch keinen hatten. Es gibt diese Anekdote bei uns in der Familie: Als Fünfjährige habe ich meinen zweijährigen Bruder gegen einen Dackel getauscht. Auf dem Parkplatz einer Raststätte habe ich ihn einem Pärchen übergeben und dafür ihren Dackel mitgenommen. Da war ich eiskalt. Der saß schon im Auto. Als mein Bruder in der Pubertät war, machte bei uns ein Sprichwort die Runde: Hätten wir nur den Dackel behalten.

Können Sie sich noch erinnern, wie Ihre beiden Hunde in Ihr Leben getreten sind?

Sie spiegeln die beiden Enden der Skala wider. Tiffany kaufte ich mit Stammbaum von einer Züchterin und ich kannte schon das Muttertier. Sie ist ein eifriger Streberhund und hat sich so entwickelt, wie es die Züchterin voraussagte. Osito habe ich 2011 in Andalusien auf der Straße gefunden. Er war halb verhungert und hatte einen gebrochenen Oberschenkelhals. Ihn habe ich in Deutschland operieren lassen. Osito kann nicht wirklich irgendetwas richtig gut. Beide sind aber sehr geduldig mit Kindern.

Sie sind 2017 vom Verband für das Deutsche Hundewesen zur Botschafterin gekürt worden. Wie kam es dazu?

Sicher liegt es daran, dass ich nicht nur einen Schoßfiffi habe. Mit der Tiffany bilde ich ein geprüftes Rettungshundeteam Mantrailing und wir gehen seit Jahren in Einsätze nach vermissten Personen.

Wie halten Sie Ihre Hunde denn fit?

Früher nahm ich sie mindestens viermal in der Woche mit zum Joggen oder sogar Bergwandern. Da summierten sich zwei Stunden Bewegung auf den Tag verteilt. Jetzt werden sie langsam älter. Ich trenne Gassigehen von meinem Laufen. Osito rennt nur noch schnell, wenn’s zurück zum Fressen geht.

Bei den „Biggest Losern“ achten Sie besonders auf die Ernährung. Wie füttern Sie Ihre Vierbeiner?

Ich habe viele Jahre lang gebarft. Tiffany hatte einen Juckreiz und die Züchterin empfahl mir diese Fütterung, um Allergien auszuschließen. Sie haben dank Barfen außerdem ein besseres Gefühl, weil sie immer wissen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind. Für uns in der Familie koche ich schließlich auch selbst und kaufe keine Fertiggerichte.

Allerdings ist es nicht damit getan, einfach nur rohes Fleisch zu geben. Sie müssen es zum Beispiel in verschiedenen Fleisch-, Obst- und Gemüsesorten kombinieren. Im schlimmsten Fall geben Halter billiges Fleisch. Das kann sogar Krankheiten hervorrufen. Auch hier liest man sich also nicht nur locker in drei Minuten ein, sondern beschäftigt sich intensiv mit dem Thema.

Da ich viel beruflich unterwegs bin, greife ich nun zu Dosen- und Trockenfutter. Aber auch hier schaue ich auf qualitativ hochwertiges Fertigfutter mit den richtigen Inhaltsstoffen.

Hunde sollen ja nichts von Frauchens oder Herrchens Esstisch bekommen – passiert das im Hause Theiss?

Ich gebe ihnen nichts. Mein Mann gelegentlich. Wenn ich ihn frage: „Warum fütterst du den Hund?“, sagt er: „Weil er bettelt“. Dieser Logik kann man sich nicht entziehen (lacht).