Die eigene Immobilie ist gleichermaßen Wertanlage, Altersversorgung, ja Sicherheit. Und eine Investition, die viele nur einmal im Leben machen. Umso wichtiger ist es, diesen Schritt mit Bedacht und Weitsicht zu gehen.

Der finanzielle Spielraum ist für private Bauherren oftmals begrenzt und so kann man gut verstehen, dass sie zur Auswahl von günstigen Alternativen tendieren, etwa bei den eingesetzten Bauprodukten. Doch sind dies wirklich Alternativen oder eher Kompromisse, die einen mittel- bis langfristig einholen?

„Wer am Anfang an den falschen Stellen spart, läuft Gefahr, am Ende draufzuzahlen“, sagt Dr. Christine Lemaitre, Geschäftsführerin der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen – DGNB e.V.. Dabei ist Nachhaltiges Bauen auch für Häuslebauer kein Hexenwerk. „Wer einige Grundregeln beachtet, kann schon viel erreichen“, so Lemaitre.

Blick über die direkten Baukosten hinaus

In erster Linie geht es darum, überhaupt ein Nachhaltigkeitsbewusstsein für das eigene Projekt zu entwickeln und damit eine persönliche Entscheidungs- und Investitionsgrundlage zu bekommen. Wichtig: Man sollte nicht nur die unmittelbaren Baukosten betrachten, sondern den gesamten Lebenszyklus des Objekts im Blick haben – im Sinne der Wertsicherung und des Wohnkomforts gleichermaßen.

Ein Beispiel: die Energieeffizienz. Jeder sollte sich frühzeitig mit den modernen technischen Möglichkeiten der Energieversorgung beschäftigen und durchrechnen, was sich bei Heizung und Strom monatlich einsparen lässt. Wie lange es dauert, bis die Installationskosten wieder gedeckelt sind? Und wann fallen die ersten kostspieligen Modernisierungsmaßnahmen an? Fragen, die schon zu Beginn mitgedacht und beantwortet werden sollten.

Mehr Flexibilität und Wohlbefinden

Und das ist längst nicht alles: Wie flexibel kann ich beispielsweise die eigenen vier Wände an meine aktuelle Lebenssituation anpassen? Schließlich wird aus dem Paar eine Familie, irgendwann ziehen die Kinder aus und im Alter stellen sich wiederum neue Herausforderungen.

Deshalb sollte man schon beim Bau Barrierefreiheit und die Nutzung flexibler Trennwände mitdenken und auch die Möglichkeit der Trennung des Hauses in mehrere Wohneinheiten in Betracht ziehen – nicht weil es der Gesetzgeber vorschreibt, sondern weil es schlichtweg Sinn macht.

Und dann ist da noch die eigene Gesundheit. So trifft man mit der Wahl der Materialien, die im Haus verbaut werden, gleichsam eine Entscheidung für das Wohlbefinden von sich und seiner Familie. Kunststoffe, Imprägnierungen oder Kleber können nicht nur unangenehme, sondern auch gesundheitsgefährdende Ausdünstungen abgeben und beeinflussen das Wohnklima über Jahre. Deshalb sollten unbedenkliche Baustoffe verwendet werden, wenn einem das Wohlergehen von sich und seinen Lieben am Herzen liegt.

So lautet denn auch das Fazit von Christine Lemaitre: „Ein nachhaltiges durchdachtes und gebautes Haus zahlt sich auch für private Bauherren langfristig aus. Es bietet so nicht nur mehr Lebensqualität, sondern eine verlässlichere finanzielle Planungsbasis.“