Aktuelle Zahlen belegen, dass Camping in den letzten Jahren sogar noch mehr Menschen in seinen Bann zieht als jemals zuvor. Kein Wunder, schließlich lassen moderne Caravanmodelle kaum noch etwas von dem vermissen, was am Zuhausesein so schön ist.

Mal ehrlich: Jeder, der nach einem langen Urlaubstag in der Fremde sein Hotelzimmer betritt und die Tür hinter sich schließt, atmet auch ein bisschen auf. Schließlich ist hier alles ein wenig vertrauter und ein wenig mehr MEINS. Und doch nicht ganz, denn ein Bett, ein Tisch und ein Schrank machen noch lange kein Heim. Am Ende ist es eben doch nicht MEIN Bett, MEIN Tisch oder MEIN Schrank.

Und genau das ist der Grund, weshalb sich findige Ingenieure und Pioniere der Wirtschaftswunderjahre zu den großen Wohnwagenherstellern von heute entwickeln konnten. Aus damals eher spartanisch eingerichteten mobilen Unterkünften wurden mobile Heimatwelten für Menschen, die sich ein Feriendomizil wünschten, gleichzeitig aber etwas von der Welt sehen wollten.

Ein gut ausgestatteter Wohnwagen beherbergt alles rund um Wasser, Heizung, Haushaltsgeräte und elektronischen „Schnickschnack“.

Die Hersteller begannen, Pragmatisches wie Bett, Tisch und Stauraum nicht nur irgendwie zu verbinden, sondern setzten immer mehr auf Design und Dekoratives. Hölzer, Gardinen, Lampen und Spiegel – alles erinnerte nicht nur an zu Hause, ein Wohnwagen wurde für seine Besitzer zur zweiten Heimat. Und auch beim Thema Sicherheit auf der Straße nahmen die Besten der Branche die Überholspur und verbauten den jeweils modernsten Stand der Technik.

Dank neuer Materialien und Fertigungstechniken sind heute natürlich ganz andere Dinge möglich als in den 50er- und 60er-Jahren. Ein gut ausgestatteter Wohnwagen beherbergt alles rund um Wasser, Heizung, Haushaltsgeräte und elektronischen „Schnickschnack“, wohin man nur schaut. Automatisch ausrichtende Satellitenanlagen, vollautomatische Einparkhilfen, Mikrowellen, Backöfen, Kühl- und Gefrierschränke oder Klimaanlagen – in einem modernen Wohnwagen bleiben keine Wünsche offen.

Wer sich dennoch von der vermeintlichen Enge der mobilen vier Wände abschrecken lässt, dürfte ebenfalls angenehm überrascht sein. Offene Blickachsen und ein angenehmes Raumgefühl sind den Wohnwagenarchitekten ebenso wichtig wie sorgfältig gearbeitete Möbel, viel unauffälliger Stauraum und eine ausgeklügelte Beleuchtungstechnik.

Das Zusammenrücken ist nicht etwa zwingend erforderlich, sondern ganz einfach nur gemütlich. Dicke Luft und zu hohe Luftfeuchtigkeit gehören ebenfalls der Vergangenheit an. In Modellen mit moderner Belüftungstechnik und einer etwas aufwendigeren Isolierung herrscht ein durchaus angenehmes Wohnklima.

Angesichts der ebenso komfortablen wie stilvollen Ausstattung und der technischen Raffinesse der Wohnwagen von heute ist es also kein Wunder, dass Caravaning wieder auf dem Vormarsch ist. Seit Jahren ist das Wachstum in der Branche zweistellig, 2016 wurden in Deutschland knapp 55.000 Reisemobile und Wohnwagen neu zugelassen. Junge Leute greifen mehr auf Gebrauchtfahrzeuge zurück, aber auch sie haben erkannt, wie gut es tut, unterwegs ein Stück Heimat als Rückzugsort dabeizuhaben. In einem Wohnwagen ist eben alles ganz MEINS.