Frau Brenner, was fällt Ihnen spontan zu dem Thema „Haus & Garten“ ein?

Spontan fällt mir bei dem Thema „Wohlfühlen“ und „Zuhause sein“ ein. Ein altes Sprichwort sagt, ein Haus ist wie ein Anker. Genau so trifft es auf mich zu. Für die Sendung „Zuhause im Glück“ bin ich im Jahr auf unzähligen Baustellen unterwegs und daher leider eher selten zu Hause. Deshalb ist es für mich besonders wichtig, dass ich mich in meinem eigenen Heim wohlfühle.

Aber nicht nur im Haus lässt es sich wundervoll dekorieren und einrichten. Auch im Garten bieten sich zahlreiche Möglichkeiten, immer neue Highlights zu setzen. Dabei meine ich nicht nur die Beet- und Landschaftsgestaltung, sondern eine Veranda, auf der man sich sogar noch in den späten Abendstunden aufhalten kann – ausgestattet mit bequemen Möbeln, unterschiedlichen Lichtquellen, wärmenden Decken und Kissen.

Toll finde ich außerdem einen Holz-Pavillon, der aus einer lauschigen Gartenecke ein heimeliges Esszimmer macht.

Und was zu nachhaltigem Bauen?

Nachhaltiges Bauen ist zum Glück ein sehr aktuelles Thema. Bei Neubauten sollte man schon bei der Planung Aspekte zur Nachhaltigkeit berücksichtigen – viele meiner Kollegen haben sich auf dieses Thema spezialisiert. Auf diesem Markt wird sich auch von Seiten der Bauprodukte in der Zukunft noch einiges tun.

Denn nicht nur aus ökologischer Sicht, sondern auch aus ökonomischen Gründen ist nachhaltiges Bauen unumgänglich – denn wir müssen davon ausgehen, dass Energie immer teurer wird.

Wenn es ums Einrichten und Renovieren geht sind Sie die absolute Expertin. Was inspiriert Sie?

Als Diplom-Ingenieurin für Innenarchitektur ist es nicht nur mein Job, sondern auch meine absolute Passion, mich mit dem Thema zu befassen. Inspiration bekomme ich meist schon im Alltag. Man muss einfach mit offenen Augen durchs Leben gehen. (lacht)

Aber natürlich sind Messen, Fachzeitschriften und das Recherchieren in Blogs unerlässlich. Viel Inspiration erhalte ich außerdem auf Städtereisen – hier schaue ich mir Bars, Geschäfte und auch die Mode der Menschen auf der Straße an. Gerade bei Mode und deren Farbtrends kann man viele Tendenzen erkennen, die sich auf den Innenraum übertragen lassen.

Bitte verraten Sie uns die Wohntrends 2015.

Die Wohntrends 2015 stehen ganz unter dem Motto „Gemütlichkeit“. Topaktuell ist in diesem Jahr die lauschige Wohnküche, wie man sie von früher kennt. Trotz aller Gemütlichkeit sollten aber noch klare Formen und Luftigkeit erkennbar sein.

Es muss nicht gleich eine neue Küche her, auch mit kleinen Dekoelementen können hier wahre Wunder vollbracht werden. Im Fokus stehen dabei Materialien wie Holz, Keramik und Porzellan. Diese halten nicht nur in der Küche Einzug, auch das Wohnzimmer lassen sie behaglicher wirken.

Bei der Farbe ist Weiß immer noch ein Evergreen, sorgt es doch für edlen Charme und macht kleine Räume optisch größer. Als Kontrast werden kräftige Farben gezielt platziert. Beerentöne oder Kupfer-Orange sind absolute Trendfarben in 2015. Wem das zu kräftig ist, den kann ich beruhigen. Zarte Pastelltöne in Aqua oder Mint sind immer noch up-to-date.

Was sind Ihre Lieblingsaccessoires?

Ich gebe zu, dass ich sehr oft umdekoriere. Dabei wird nicht die gesamte Wohnung auf den Kopf gestellt, sondern es rücken einfach immer mal wieder andere Accessoires in den Mittelpunkt. Es macht Spaß, einfach mal zuhause auszuprobieren, wie Arrangements zusammen wirken. Durch Hin- und Wegstellen, Zusammenstellen und Vereinzeln kann man experimentieren und bekommt ein Gefühl dafür, was zusammen passt und was nicht gut ausssieht.

Momentan liebe ich luftige Arrangements aus einzelnen Blüten in unterschiedlichen Vasen. Das Zusammenspiel von Glas und weißem Porzellan finde ich dabei sehr ansprechend.

Und wenn jemand doch mehr investieren will, was raten Sie ihm?

Für Gemütlichkeit sorgen Fußböden aus Naturmaterialien. Holz oder Kork sind wahre Allrounder. Auch, wenn es für junge Familien noch sehr abwegig ist: Ich rate immer, vorausschauend zu planen. Hier gilt es, das Haus auch im Hinblick auf altersgerechtes Wohnen zu optimieren.

Eine Badewanne ist beispielsweise sehr komfortabel, so lange man jung ist . Aber ich empfehle immer, zusätzlich eine Dusche zu planen, denn im Alter ist es sehr beschwerlich, in die Wanne zu steigen.