Die Non-Profit-Organisation hat ein Zertifizierungssystem entwickelt, dass in mehr als 30 Kriterien all jene Aspekte definiert, mit denen sich die Nachhaltigkeit in Bauprojekten erhöhen lässt. Dabei geht es nicht nur ums Energiesparen, um Photovoltaik-Paneele auf dem Dach oder die Nutzung von Ökostrom. Es geht um die Umwelt, aber zusätzlich auch um Gesundheit, Komfort und Funktionalität sowie um unseren Geldbeutel.

Ob beim Arbeiten, zu Hause oder in der Freizeit: Den Großteil unserer Zeit verbringen wir in Räumen. Diese so zu gestalten, dass wir uns in diesen wohlfühlen und leistungsfähig sein können, ist ein wesentlicher Aspekt des nachhaltigen Bauens. Ein hoher Tageslichtanteil, eine gute Raumakustik und der Schutz vor Lärm sind hier ebenso wichtige Faktoren, wie eine gute Innenraumluftqualität frei von Schadstoffen. Entsprechend wichtig ist es, bei der Wahl der Farbe, des Bodenbelags oder anderer Materialien und Bauprodukte auf Qualität zu achten. Zum Wohlfühlen gehört auch, dass uns in den eigenen vier Wänden behaglich ist. Entsprechend ist auch der thermische Komfort eine wichtige Komponente. Hier geht es um die Frage, ob sich sowohl im Sommer als auch im Winter eine Wohnsituation einstellen lässt, in der uns weder zu heiß noch zu kalt ist.

Eine flexible Planung der Grundrisse, die eine spätere Anpassung ohne großen Aufwand möglich macht, kann insofern wichtig werden, wenn sich die Lebenssituation der Bewohner ändert.

Die funktionalen Aspekte, die beim nachhaltigen Bauen nach dem Verständnis der DGNB adressiert werden, sind die barrierefreie Gestaltung des Gebäudes sowie das Thema Sicherheit. Schließlich hat Wohlfühlen immer auch mit Sicherfühlen zu tun. Hierzu zählt die Einbruchsicherheit genauso wie der Brandschutz oder der Schutz vor Witterungseinflüssen.

Gerade wer privat baut, macht dies nicht nur für den Moment, sondern langfristig. Insofern ist es mit Blick auf die eigenen Finanzen bedeutend, auch mittel- bis langfristig zu planen. Elementarer Bestandteil des nachhaltigen Bauens nach DGNB ist die vorausschauende Betrachtung der gesamten Kosten, die im Laufe des Lebenszyklus eines Gebäudes anfallen. Dass bei der Wahl der geeigneten Technik die stromsparende Variante die weitsichtigere ist, ist logisch. Aber auch in Bezug auf Kosten für Reinigung, Instandhaltung oder Sanierung, also Kosten, die in der eigentlichen Nutzung anfallen, lässt sich mit den richtigen planerischen Entscheidungen proaktiv vieles beeinflussen, was dem eigenen Geldbeutel zu Gute kommt.

Eine flexible Planung der Grundrisse, die eine spätere Anpassung ohne großen Aufwand möglich macht, kann insofern wichtig werden, wenn sich die Lebenssituation der Bewohner ändert. Aus dem Paar wird die Familie, die Kinder werden erwachsen und ziehen aus. Wer hier in den verschiedenen Lebensphasen das Eigenheim nach den eigenen Bedürfnissen umgestalten kann, ohne grundlegende bauliche Maßnahmen vornehmen zu müssen, ist klar im Vorteil.

Wer all diese Themen praktisch umsetzen möchte, kann das Zertifizierungssystem der DGNB als Planungs- und Optimierungswerkzeug nutzen. Mit der letztlichen Auszeichnung in Form eines Zertifikats erhält der Bauherr die Bestätigung, dass sein Gebäude tatsächlich unter den vielfältigen Gesichtspunkten der Nachhaltigkeit gebaut wurde und über die entsprechende Qualität verfügt. Anders formuliert: Wer in einem nach DGNB zertifizierten Gebäude wohnt oder arbeitet, kann gleich dreifach sicher sein: Erstens, dass das Klima nicht unnötig belastet wird. Zweitens, dass es auch langfristig nutzbar ist, ohne viele Zusatzkosten zu verursachen. Und drittens, dass es den Menschen, die sich in diesem aufhalten, eine gesunde und komfortable Umgebung bietet.