Herr Reimann, Sie sind „Deutschlands bekanntester Auswanderer“ und haben sich mit viel Sympathie in den vergangenen Jahren zum ungekrönten König der Heimwerker gemacht. Für die Leser die sie evtl. noch nicht kennen: Erzählen Sie doch bitte kurz, warum Sie 2004 in die USA ausgewandert sind.

Es gab keinen richtigen Grund – wir wollten einfach mal etwas Anderes machen. Dann waren wir einmal im Urlaub in Amerika, in Gainesville (Texas), und haben entschieden „Hier wollen wir hin“. So einfach war das.

Die Entscheidung zum Auswandern wurde also eher spontan geschlossen. Als es dann Ernst wurde, welche Gefühle haben sich in Ihnen und Ihrer Familie abgespielt? Angst vor dem Unbekannten? Vorfreude?

Wenn wir Angst gehabt hätten, hätten wir es nicht gemacht. Natürlich hat eine große Vorfreude mitgespielt, schließlich war es ein großer Schritt. An und für sich war es alles aber einfach, gezweifelt haben wir nie. Natürlich war es ein großer Umzug und viel Papierkram, den haben wir aber systematisch abgearbeitet.

Also habe ich mich dazu entschlossen selbst ein Haus zu bauen.

Meiner Meinung nach kann man so ziemlich alles wagen, man muss es eben nur wollen und es dann auch durchziehen. Und selbst wenn wir gescheitert wären, wäre das in Ordnung gewesen, denn wir haben es wenigstens versucht.

Dazu kam es ja zum Glück nicht. Ihr Motto „Man kann alles machen, muss es eben nur wollen“ passt auch auf Ihre handwerklichen Fähigkeiten, die Sie in den USA gezeigt haben: Sie haben Ihr Haus selbst gebaut. Wie kam es dazu?

Anfangs waren wir in Gainesville Town, hatten und dort rund zwei Jahre eingelebt, bevor wir beschlossen haben, ein neues Haus zu suchen. Unsere Maklerin hat uns dann von einem See erzählt und dass wir uns das doch mal ansehen sollten – und so sind wir zum See gekommen. Das einzige Manko: See, aber kein Haus. Also habe ich mich dazu entschlossen selbst ein Haus zu bauen.

Was fasziniert Sie so an „Do It Yourself“?

Das ist ganz einfach: Wenn man das nötige Kleingeld hat, kann man es machen lassen. Wenn nicht, muss man es eben selber machen.

Selber zu bauen ist heute noch oberste Priorität für mich.

Für mich als Handwerker war das auch gar nicht die Frage – selber machen oder nicht - , denn ich kann das ja, warum soll ich mir dann dafür eine Firma holen?

Eine gewisse Leidenschaft steckt aber auch dahinter, oder?

Natürlich! Ohne Leidenschaft und Fleiß hätte das nie funktioniert. Das war aber schon immer mein Bestreben, ein Haus selber zu bauen – auch, wenn es mit 1000 Quadratmetern Wohnfläche etwas größer geworden ist, als anfangs geplant (lacht). Selber zu bauen ist heute noch oberste Priorität für mich.

Wie viele Häuser haben Sie bisher gebaut?

Von Grund auf selbst, habe ich zwei Häuser gebaut und fünf Häuser habe ich umgebaut.

Konny Reimann und seine Frau Manuela glücklich in Hawaii - Foto: RTL II / Kathrin Kraus

Wie wichtig ist Ihnen dabei der Aspekt Energieeffizienz?

Energiebewusstes Leben und Haushalten ist meine Passion. Ich habe sehr viel Zeit mir Wärmerückgewinnungsanlagen und Wärmedämmung verbracht. Das war bereits in Deutschland mein Steckenpferd gewesen und in Texas habe ich das fortgeführt. Und das hat sich ausgezahlt: Ich habe nur 20 Prozent des Stroms verbraucht, von dem, was ein normales Haus eigentlich verbraucht.

Wie haben Sie das geschafft?

Ich habe auf die Stärke und die Dicke von den Holzplatten sowie auf die richtige Isolierung geachtet. Was hinzu kommt, ist die Außenverkleidung vom Haus und der Einbau einer Dampfsperre.

Man darf aber nicht vergessen, dass ich fast alle handwerklichen Berufe gelernt habe.

Bei Klimaanlagen habe ich immer darauf geachtet, eine zehn zu nehmen, also die umweltfreundliche Variante und nicht die eins. Auch die Fenster sind nicht unwesentlich beim energieeffizienten Bauen – auch hier muss man auf einiges achten, wie Verspiegelung.

Gibt es auch Projekte, wo Sie an Ihre Grenzen stoßen und andere machen lassen müssen?

Nein, das gibt es nicht. Man darf aber nicht vergessen, dass ich fast alle handwerklichen Berufe gelernt habe: Kälteanlagenbauer, Tischler, Klempner, Maschinenbauer.

Was waren Ihre größten Herausforderungen beim Heimwerken?

Für mich gibt es keine Herausforderungen. Ich traue mir alles zu – einfach machen, nicht ewig darüber nachdenken. Die Schwierigkeiten kommen, wenn man dabei ist und dann kann man sie auch beheben.

Ich sage immer: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Ich habe früher auf dem Bau die Erfahrung gemacht, dass es Leute gibt, die unglaublich viel Geld verdienen: die Statiker und Ingenieure. Und während der Bauphase wird sowieso wieder alles Geplante über den Haufen geworfen und anders gemacht. Warum soll man also alles von vornherein planen, wenn es sowieso nicht funktioniert? Anfangen und sehen wie es weitergeht.

Viele Menschen möchten in ihrem Eigenheim selbst aktiv werden, beispielsweise selbst sanieren und modernisieren. Welche Lebensweisheit möchten Sie Hobby-Heimwerkern mit auf den Weg geben?

Mut gehört dazu, wenn man den Mut nicht dazu hat, sollte man es lassen. Auch Überschätzung ist nicht angebracht. Grundkenntnisse sind wichtig, beispielsweise bei der Elektrik. Wenn man die nicht hat, sollte man es nicht allein machen. Vom Rumbasteln rate ich ab.

Viel Werkzeug braucht man eigentlich nicht.

Denn was bringt es, wenn man selbst die Fliesen im Bad verlegt, danach die Fugen krumm und schief sind, und alles noch einmal von vorne gemacht werden muss. Das bringt nur Frust und doppelte Kosten. Ich sage immer: Schuster bleib bei deinen Leisten.

Sie arbeiten bekanntlich gern mit Holz. Was ist hier zu beachten?

Viel Werkzeug braucht man eigentlich nicht. Für meinen Leuchtturm in Texas hatte ich eine Handkreissäge, eine Stichsäge, Schrauben und einen Akkuschrauber. Wenn man weiß, wie es geht, braucht man nur das, um schöne Dinge mit Holz zu bauen.

Für viele Eigenheimbesitzer ist der Wohlfühlfaktor zu Hause elementar. Ein schöner Garten mit gemütlichen Elementen ist dabei sehr wichtig. Sind Sie auch im Garten aktiv und packen mit an? Was bedeutet für Sie ein schöner Garten zum Wohlfühlen?

Garten ist meine größte Leidenschaft. Das war auch der Grund, warum wir nach Hawaii gezogen sind – damit ich einfach mehr Zeit für den Garten, meine Plantage, meine Obstbäume habe. In Texas habe ich 35.000 Dollar allein für Bäume und Pflanzen ausgegeben, um es grün um mich herum zu haben.

Einmal Urlaub und schon wurde der Umzug geplant.

Das habe ich alles gepflanzt und dann bin ich nach Hawaii umgezogen (lacht). Auch hier habe ich schon wieder viel in Pflanzen investiert, nur wenn um mich herum alles wächst und sprießt, kann ich das auch genießen. Garten ist meine Wohlfühloase – ohne Garten könnte ich nicht leben.

Was steht bei Ihnen, neben Obstbäumen und exotischen Gewächsen noch im Garten?

Ein Whirlpool, ein Teich, Pool und Dojo ist in Planung.

Nun haben Sie Texas nach 11 1/2 Jahren verlassen und sind nach Hawaii umgezogen. Gibt es auch andere Gründe, außer den Pflanzen?

Wir kamen genauso nach Hawaii, wie wir nach Texas kamen. Einmal Urlaub und schon wurde der Umzug geplant.

Haben Sie keine Sorge, dass Sie nach dem nächsten Urlaub wieder Koffer und Kisten packen?

(lacht) Nein, erst einmal bleiben wir jetzt hier.