Wann und wie haben Sie Ihre Liebe zum Gärtnern entdeckt?

Wirklich entdeckt habe ich diese Leidenschaft erst, als ich ein paar Jahre von zu Hause ausgezogen war. Ich bin im Gemüsegarten meiner Eltern groß geworden. Lange hat es allerdings nicht gedauert, bis klar war, dass auch ich mit der Liebe zum Garten infiziert wurde.

Schon nach zwei Jahren in der Stadt hatte ich meinen ersten eigenen Garten, sehr günstig gemietet, und die Fensterbretter meiner WG waren bis zum Gehtnichtmehr begrünt. Es hat mir einfach wahnsinnig gefehlt, durch einen Garten zu streifen, mir Erdbeeren in den Mund zu stecken und das Leben auf so einem Stückchen Grün genießen zu können. 

Wie äußert sich diese Liebe?

Mittlerweile prägt das Thema Garten schier mein ganzes Leben. Ich habe zwei Balkone, einen Garten und noch dazu bin ich in einer Urban-Gardening-Gruppe aktiv. Jegliche freie wie auch berufliche Zeit (ich bin ja schließlich Garten-Bloggerin) beschäftigt mich also der Garten in irgendeiner Form.

Auch wenn ich im Urlaub bin, besuche ich sehr gerne Gärtnereien oder suche nach besonderen Blumenläden. Für mich ist Garten mehr als eine Leidenschaft, es ist für mich ein Lebensstil geworden.

Ist diese Leidenschaft „vererbt“?

Ja, wie oben schon angedeutet wurde mir die Liebe für den Garten eindeutig von meinen Eltern und ganz besonders von meiner Mutter mitgegeben. Sie hat es einfach von Anfang an verstanden, mich für das Thema zu begeistern.

Gärtnern ist für mich wesentlich mehr, als selbst Obst, Gemüse und Kräuter anzubauen.

Schon als kleines Mädchen hatte ich mein eigenes Beet und war wahnsinnig stolz darauf.

Später habe ich sogar bei einer Nachbarin den Garten hergerichtet und gepflegt. Noch dazu komme ich aus einem winzig kleinen Dorf mit weniger als 100 Einwohnern. Umgeben ist der Ort von Wiesen, Feldern, einem Bach und jeder Menge Freiheit. Das hat mich natürlich auch stark geprägt.

Was macht für Sie das Gärtnern aus, und wie entspannen Sie am besten im Grünen?

Gärtnern ist für mich wesentlich mehr, als selbst Obst, Gemüse und Kräuter anzubauen. Es ist ein Lebensgefühl, das man schwer beschreiben kann. Doch hat man es einmal selbst gefühlt, will man nicht mehr ohne diese kleine Art des Urlaubs, des „Ganz-bei-sich-Seins“ im Alltag sein.

Tatsächlich finde ich das Arbeiten im Garten am wohltuendsten. Selbst Unkraut zu jäten, hat etwas Meditatives an sich. Es fällt mir in meinem Garten ehrlich gesagt richtig schwer, mich einfach nur in die Hängematte zu legen und dort einen Tag liegen zu bleiben.  

Haben Sie ein paar Tipps für unsere Gartenfreunde, wie sie ihren Garten noch mehr genießen können?

Schön finde ich es, wenn man sich die Terrasse oder eben das, was einem zur Verfügung steht, wie ein Wohnzimmer im Grünen einrichtet. Ein kleiner Sessel vom Flohmarkt und dazu ein in die Jahre gekommener Tisch mit einem Blumenstrauß darauf – schwups, schon sieht alles gemütlicher aus. Dazu noch eine frische Limonade von der Minze und ein Brotaufstrich aus den Kräutern. 

Sie haben ein Buch geschrieben. Bitte erzählen Sie uns davon.

Mittlerweile sind es schon drei Bücher. Angefangen hat alles mit „Mein kreativer Stadtbalkon“. Es ist 2015 erschienen und nimmt vor allem Balkon-Einsteiger in sieben Kapiteln an die Hand.

Vom Samenkorn bis zur Rezeptidee und vielen DIYs ist alles mit dabei. Anschließend kam „Indoor Gardening“ in den Handel. Wie der Name schon sagt, geht es darum, wie man sich auch in der Wohnung einen kleinen essbaren Garten anlegen kann. Seit diesem Jahr gibt es vom Stadtbalkon noch ein Journal, in dem man viel Platz für eigene Notizen findet.

Wird es ein neues Buch von Ihnen geben?

Ja, aktuell arbeite ich an einem neuen Buch, zusammen mit dem Ulmer Verlag.

Buchtipp

Silvia Appel – Indoor Gardening

 

Nutzgärtnern in den eigenen vier Wänden geht nicht?

Von wegen! Das Gartenfräulein beweist in diesem Buch das Gegenteil.