Fünf Ratschläge, wie Sie die Kosten im Griff behalten.

Versteckte Kosten beim Immobilien- und Grundstückspreis 

Einen Überblick, ob der Kaufpreis gerechtfertigt ist, bietet der Bodenrichtwert. Dieser kann bei Gutachterausschüssen erfragt werden. Hinzu kommt die Grunderwerbssteuer, die in Berlin und Brandenburg fünf Prozent des Kaufpreises ausmacht. Gerichts- und Notarkosten betragen rund 1,5 Prozent, eine anfallende Maklercourtage im Schnitt etwa 3,6 Prozent, Tendenz steigend.

Hinzu kommen etwaige Modernisierungskosten, Umzugskosten und der Anschaffungsbedarf für die Wohnausstattung. Achten Sie auch darauf, ob das Grundstück bereits erschlossen ist und wie der Baugrund beschaffen ist. Wer nicht sämtliche Posten in die Finanzierung einrechnet, muss häufig nachfinanzieren – und das kann teuer werden. 

Baugeld, Bereitstellungszinsen und Co. 

Neben dem Kreditzins ist beispielsweise die Höhe etwaiger Bereitstellungszinsen wichtig. Sie werden erhoben, wenn ein zugesagter Kredit innerhalb einer vereinbarten Frist nicht oder nur teilweise abgerufen wird. Reicht der vereinbarte Finanzierungsrahmen hingegen nicht aus, entstehen Überziehungskosten, die in der Regel höher als der Kreditzins liegen.

In manchen Fällen berechnen Kreditgeber auch ein Disagio, eine Art Ausgabeaufschlag, mit dem sich der Kreditnehmer einen niedrigeren Zinssatz erkauft. Zusätzlich können Bearbeitungs- oder Vermittlungsgebühren anfallen und zu guter Letzt gibt es unterschiedliche Methoden der Zinsberechnung. 

Eigenkapital

Experten empfehlen einen Eigenkapitalanteil von mindestens 20 Prozent, denn je mehr Eigenkapital eingebracht wird, desto besser sind die Konditionen für die Finanzierung.

Wenn die Baugeldzinsen niedrig sind, kann sich eine Finanzierung fallweise aber auch ohne Eigenkapital rechnen, denn der Aufbau von Eigenkapital dauert meist länger, als die Niedrigzinsphase anhält. Für den Einsatz von möglichst viel Eigenkapital spricht die aktuell niedrige Verzinsung für Erspartes. Meist ist es schlicht rentabler, das Geld für die Investition in die Immobilie zu nutzen.

Eigenleistung realistisch einschätzen

Viele Bauherren träumen davon bei ihrem Eigenheim selbst Hand anzulegen. Doch besonders bei Verträgen über Ausbauhäuser oder gar Lieferverträge über Bausätze, stellen Bauherren häufig fest, dass sie sich übernommen haben und dann drohen Finanzierungslücken. Zudem gibt es auf Eigenleistung keine Gewährleistung. 

Angebote kritisch prüfen

Bevor Sie sich für einen Baupartner entscheiden, sollten Sie sich mehrere Angebote einholen. Achten Sie beim Vergleichen auf Preisangebot, Vertragsbedingungen sowie Bau- und Leistungsangebot. Prüfen Sie besonders hier, ob die erforderlichen Architekten- und Ingenieurleistungen einschließlich der Statik, die Erstellung des kompletten Bauantrages und der Ausführungsplanung sowie die Bauleitung im Leistungsumfang enthalten sind.

Viele Anbieter schließen bestimmte Leistungen aus. Typisch sind Malerarbeiten. Daraus entstehen dann zusätzliche Kosten für Material, die in die Gesamtkalkulation aufgenommen werden müssen. Mit das Wichtigste ist jedoch, dass Mehrkosten ausgeschlossen sind. Prüfen Sie deshalb immer genau, ob der angebotene Preis als Festpreis garantiert ist und welche Fristen dafür gelten!


Staatliche Förderung

  • Mittels staatlicher Förderung kann jeder, der eine Immobilie kaufen oder bauen will, das Förderprogramm des Bundes nutzen. Unabhängig vom Einkommen oder der Familiensituation, kann der Darlehensnehmer einen langfristigen Kredit der bundeseigenen Förderbank KfW Bankengruppe in Anspruch nehmen. 
  • Vor Baubeginn muss der Antrag auf diese Form der öffentlichen Förderung gestellt werden.
  • Die Laufzeit kann dabei individuell gewählt werden, wobei 30 Jahre als Maximum angesetzt werden. 
  • Als Zinsfestschreibungszeit gelten fünf oder zehn Jahre.
  • Jedoch gilt bei Inanspruchnahme dieses Darlehens, dass dieses innerhalb von einem Jahr nach Bereitstellung in Anspruch genommen werden muss und zudem keine Sondertilgungsoption besteht.