Sie folgen dabei ihren Wünschen und ihrem eigenen Tempo und können ihre kindliche Fantasie und Kreativität ausleben. Die Kinder erkennen so vielfältige Zusammenhänge, nehmen Wissen auf und machen eigene Erfahrungen – sie erforschen und entdecken die Welt im Spiel.

Spielen ohne Spielsachen

Zum Spielen gehören natürlich auch Spielsachen. Ob Puppen, Bausteine, Kuscheltiere, Puzzle oder Steckspiele, es gibt eine breite Palette an Spielzeug, das den Kindern im Alltag zur Verfügung steht und mit dem sie ganz wunderbar spielen können. Allerdings können auch nicht vorgefertigte, oft wertlos erscheinende Gegenstände und Materialien, wie Papprollen, Stoffe, Steine, Hölzer und Verpackungsmaterialien, den Kindern zum Spielen dienen.

Die Materialien können auf unterschiedlichste Art und Weise von den Kindern genutzt, kombiniert und verändert werden. Sie eignen sich deshalb ausgezeichnet, um die kreativen und einzigartigen Spielideen der Kinder weiterzuentwickeln. Ob eine Gruselhöhle, ein Labyrinth aus Tischen und Stühlen, ein Turm aus Steinen oder eine Ritterburg, den Möglichkeiten sind kaum Grenzen gesetzt.

Ein lohnenswertes Experiment

Bei dem Konzept einer spielzeugfreien Zeit soll es nicht darum gehen, alle vorgefertigten Spielsachen für immer zu verbannen oder gar zu verteufeln. Sondern vielmehr darum, den Kindern eine Pause von den unzähligen Spielsachen zu gönnen und ihnen neue Anregungen zu bieten. Häufig ist das Angebot an Spielzeug in den Kinder- und Spielzimmern sehr groß und damit auch überfordernd für die Kinder, da sie zwischen vielen verschiedenen Spielsachen wählen können, sie häufig austauschen und dadurch vielen Dingen nur kurz Aufmerksamkeit schenken.

Auch im Kinderzimmer zu Hause kann es sich lohnen, das Spielzeug für einige Zeit wegzuräumen.

Werden die Regale und Schränke einige Zeit von all diesen Spielsachen befreit und stattdessen zum Beispiel mit Tüchern, Kartons, Wäscheklammern, Seilen und Fäden gefüllt, können die Kinder zahlreiche eigene, fantasievolle Spielideen entwickeln.

Der FRÖBEL-Kindergarten Farbkleckse in Hürth hat diese Erfahrung der spielzeugfreien Zeit bereits gemacht. Nach anfänglicher Irritation über das Fehlen der gewohnten Spielsachen fingen die Kinder an zu planen, zu entdecken und neue Materialien auszuprobieren. Durch die vielfältigen Wege und Möglichkeiten, die Materialien zu nutzen, sprechen sich die Kinder ab, äußern ihre eigenen Bedürfnisse, treffen Entscheidungen, lösen Konflikte und werden kreativ sowie erfinderisch.

„Wir beobachten bereits in der ersten Woche, dass die Kinder sehr kreativ sind und ihre Entscheidungsspielräume aktiv nutzen. Im Vordergrund steht der Einfallsreichtum für neue, selbst erdachte Spiele, die Fähigkeit, andere Kinder für Spielideen zu begeistern oder sich in die Spielideen der anderen einzubringen“, berichtet Carina Dreyer, Leiterin im Kindergarten Farbkleckse.

Auch im Kinderzimmer zu Hause kann es sich lohnen, das Spielzeug für einige Zeit wegzuräumen. Begibt man sich gemeinsam mit den Kindern auf die Suche nach anderen Materialien, kommt man ins Staunen, welche Ideen die Kinder dabei entwickeln, wie stolz sie auf ihre eigenen Werke sind und wie ausdauernd und konzentriert sie sich damit beschäftigen.

Es werden tolle und fantasievolle Spiele entstehen, ob Kostüme aus Kartons und Tüchern, Parcours aus Stühlen und Tischen oder Kunstwerke aus verschiedenen Materialien – die Liste der Möglichkeiten ist endlos.

Über FRÖBEL Bildung und Erziehung gemeinnützige GmbH

FRÖBEL ist Deutschlands größter überregionaler freigemeinnütziger Träger von Kinderkrippen, Kindergärten und Horten mit Geschäftsstellen in mehreren Bundesländern Deutschlands. Über 13.000 Kinder werden bundesweit von knapp 3.000 Mitarbeiter(inne)n betreut. Darüber hinaus betreibt FRÖBEL in Australien, Polen und in der Türkei Kindertageseinrichtungen.