Kein Kindergarten. Keine Schule. Zerstört sind nicht nur viele der Städte und Dörfer, in denen sie einst lebten. Zerstört sind oft auch ihre Seelen. Weil nichts mehr so ist, wie es war. Weil viele von ihnen einen Elternteil, Geschwister oder Freunde verloren haben.

Das ist die Situation von Hunderttausenden von Kindern in Nepal nach dem Horror der zwei großen Beben vom 25. April und 12. Mai. Ein besonderer Fokus der Arbeit von Caritas international, dem Hilfswerk des deutschen Caritasverbandes, liegt – neben der Versorgung der Not leidenden Menschen mit Lebensmitteln, Trinkwasser, Medikamenten, Decken und Zelten – im Engagement für Kinder, denen die Folgen des Erdbebens besonders zusetzen.

Weil rund 5.500 Schulen und Kindergärten durch das Erdbeben zerstört wurden und seit dem 25. April in den betroffenen Regionen auf noch ungewisse Zeit kein Unterricht mehr stattfindet, haben die Kinder in den betroffenen Regionen keine sinnvolle Tätigkeit während des Tages mehr.

Die Caritas begegnet dem, indem sie überall, wo sie hilft, Zelte aufgebaut hat, in denen Kinder einen eigenen geschützten Raum und einen Ort für Spiele und andere Freizeitbeschäftigungen haben. Sozialarbeiter(innen) der Caritas betreuen die Kinder dort, weil vielerorts die Väter oder Mütter durch das Beben traumatisiert sind und selbst der Hilfe bedürfen.

Traumatisiert sind auch viele der Kinder selbst. „Deswegen ist die psychosoziale Betreuung für sie ebenso wichtig wie die für die Erwachsenen“, berichtet Sr. Hilda Fernandes, eine der psychosozialen Helferinnen, die derzeit für die Caritas in Nepal im Einsatz sind.

„Viele dieser Kinder sind durch die Katastrophe so geschockt, dass sie kaum in Worten ausdrücken können, was in ihnen vorgeht. Aber sie können es in Bildern oder im Spiel. Daher setzen wir sehr auf Zeichen- und Maltherapie, auf Spiel- und Tanztherapie“, erzählt Hilda Fernandes.

Für die körperliche Gesundheit der Kinder sorgen medizinische Helfer(innen) der Caritas. Weil viele der Erdbebenopfer noch immer im Freien leben müssen, wurden nach dem Beben besonders Erkältungs- und Durchfallerkrankungen behandelt. Der befürchtete Ausbruch von Epidemien konnte bislang durch gute medizinische Betreuung bislang verhindert werden.

Die Caritas verteilt an betroffene Familien Mutter-und-Kind-Pakete unter anderem mit Windeln, Babynahrung und Milchpulver. Letztere wird stark nachgefragt, weil viele Mütter aufgrund ihrer Traumata ihre Babys nicht mehr stillen können.