Einige Devices haben an Hamburger Pilotschulen bereits erfolgreich Einzug gehalten.

Digitale Revolution im Klassenzimmer

Die digitale Revolution macht auch vor den deutschen Klassenzimmern nicht halt. Denn so, wie sich die Lebenswelt junger Menschen mit Smartphones und Internet im Vergleich zu früher radikal verändert hat, so schaffen die digitalen Medien auch neue Möglichkeiten der Bildung an der Schule.

Ergänzend zum Schulheft aus Papier wird dann mit dem Laptop gearbeitet. An der Wand hängt nicht nur die Tafel mit Kreide. Gelernt wird mit einem interaktiven Whiteboard – einem großen Bildschirm, der mit einem Computer verbunden ist. Die Vielfalt an Lernmethoden erhöht sich so erheblich.

Lernbegleiter für Lernpfade

In dieser neuen Lernwelt ändern sich ebenfalls die Rollen: Lehrer sollen sich stärker als Lernbegleiter verstehen. Schüler gehen dank moderner Lernsoftware ihre eigenen Lernpfade. Diese Lernpfade unterstützen das erforschende Lernen, wodurch die Schüler idealerweise neugieriger auf neue Unterrichtsinhalte werden und mehr Freude an Team- oder Einzelarbeit haben. Im Unterricht der Zukunft verfließen die Grenzen zwischen Lernen und Spielen.

Positives Fazit aus Pilotprojekt

In Hamburg wurde in diesem Zusammenhang das Projekt BYOD – Bring your own device – gestartet. In sechs Pilotschulen, drei Gymnasien und drei Stadtteilschulen, arbeiteten Schüler mit ihren eigenen Smartphones, Tablets und Notebooks im Unterricht. Ziel war, digitale Medien in den Lehr- und Lernprozess zu verankern – und ihr großes Potenzial zu nutzen.

Die ersten Ergebnisse sind positiv: Generell unterstützen die digitalen Medien das individualisierte, selbstständige und situative Lernen. Das Lern- und Arbeitsklima innerhalb der Klasse verbessert sich. Lehrer berichten, dass ihnen nun mehr Lernkanäle zur Verfügung stehen.

Sie sehen sie als sinnvolle Erweiterung der pädagogischen Arbeitsmittel. Schüler arbeiten damit entsprechend ihrem individuellen Lerntempo. Nach jeder gelösten Aufgabe gibt der Lehrer sofort Rückmeldung zum Lernstand, danach erhält er eine umfassende Auswertung.

Mithilfe dieser individuellen Leistungsstände ist leichter eine individuelle Förderung möglich. Gerade in einer sehr heterogenen Schülerschaft kann mit einer größeren Bandbreite an Medien noch spezifischer auf den einzelnen Schüler eingegangen werden. Ganz praktisches Ergebnis: Die Menge an Fotokopien wurde um 75 Prozent reduziert.

Event-Lernraum

Dank dieser neuen Technologien wird das Klassenzimmer der Zukunft zu einem Event-Lernraum. Die bisher gekannte Unterrichtssituation löst sich auf und verteilt sich auf  das Lernen im Event-Lernraum, in Selbstlernräumen und Stillarbeitsbereichen.

Themenspezifische Lernwände ermöglichen das haptische und bewegungsorientierte Erleben und Verstehen von Lerninhalten. Sensoren erfassen den Standort des Schülers im Raum, und eine neuartige Lernsoftware überträgt Texte, Bilder, Videos oder Aufgaben auf  das Smartphone.

In Biologie fährt der Schüler dafür zum Beispiel mit dem Smartphone den Weg des Blutes im menschlichen Körper nach. Ist der Weg nicht korrekt, vibriert das Handy. Lernpunkte, die der Schüler für seine Aktivitäten in der Lernsoftware erhält, werden nur erreicht, wenn ein Weg korrekt gezeichnet wird.

Wettbewerb

Motivierend für die Schüler sind auch die spielerischen Elemente der Lernsoftware. Diese digitalen Technologien ermöglichen Wettbewerbe, in denen Schüler ihre Mitschüler zu Lernduellen über aktuelle Themengebiete herausfordern. So können auch Klassen gegen Klassen oder gar Schulen gegen Schulen antreten.  Die erreichten Lernpunkte  werden dem jeweiligen Bildungsportfolio des Schülers gutgeschrieben.