Doch, dass diese Verantwortung in der Entwicklung von Kindern ein wichtiger Meilenstein ist und, dass auch Jungs mit Puppen spielen dürfen, hat in unseren Köpfen oftmals keinen Platz.
 
Meine Tochter wird in wenigen Tagen fünf Jahre alt. Sie spielt fast nie mit Puppen und findet Mädchensachen eher blöd. Anstelle einer Puppe hat sie immer einen kleinen Stoff-Elch dabei. Elchi muss im Auto angeschnallt werden, schläft natürlich jede Nacht in ihrem Bett und darf beim Essen immer auf seinem Platz sitzen. Wenn er sich verletzt, braucht er einen Verband und ganz viel Kuschelzeit.

Ohne Elchi gibt es sie nicht. Immer ist er dabei. Selbst im Badezimmer sitzt er neben der Dusche und schaut sich genau an, ob wir alles richtig machen. Mein Patensohn hat sich zu seinem fünften Geburtstag eine Puppe gewünscht. Mit funkelnden Augen hat er sein Geschenk ausgepackt und seitdem sind die beiden beste Freunde.

Egal ob Mädchen oder Junge, Gender hin oder her, Kinder brauchen Rollenspiele und Verantwortung, um Sozialkompetenzen zu erlernen. Das spielerische Miteinander ist für das spätere Leben und die eigene Entwicklung ein wichtiger Schritt. Aufeinander achten, Rücksicht nehmen, den anderen fragen, wie es ihm geht und die eignen Bedürfnisse für jemanden zurück stellen. Kompetenzen, die für viele Erwachsene heute nicht mehr selbstverständlich sind. Für unsere Kinder sind sie es.
 
Marie Franke nennt sich online Märry Raufuss und lässt auf www.frauraufuss.de an ihrem chaotischen Leben teilhaben. Ihre fünfjährige Tochter zeigt der studierten Erziehungswissenschaftlerin jeden Tag, dass Erziehung und Entwicklung ein Prozess sind. Der normale Wahnsinn zwischen Patchwork, Uni, Kita und dem Wunsch nach Normalität.