Lesen, was bedeutet das für Sie?

Entspannung, Bereicherung ... Beim Lesen von zum Beispiel fiktionalen Romanen tauche ich ein in eine andere Welt, erlebe Geschichten, die meine Fantasie bereichern, mich unterhalten.

Auch wenn man das Buch zur Seite legt, wirkt die Geschichte noch nach. Meine Gedanken bleiben lebendig. Beim Lesen von Sachbüchern oder Ratgebern wird meinem Denkansatz ein Sinn verliehen. Ich nehme wahr, wäge ab und schaue, ob und wie ich mich mit Inhalten verbinden und anfreunden kann. Ein Buch kann ein guter Freund sein!

Das Buch, die Tageszeitung oder doch der E-Reader und die Onlinenews – wie lesen Sie?

Ich bevorzuge das Haptische, also Buch und Tageszeitung. Ich brauche das Papier in meiner Hand, um besser vor- und zurückblättern oder stöbern zu können. Außerdem verleiht mir der Anblick eines Bücherregals oder einer Bibliothek einen unermesslichen Wert.

Welche Rolle spielt das Lesen, Ihrer Meinung nach, im heutigen digitalen Zeitalter?

Lesen bildet, heute wie gestern – und morgen mehr denn je.

Lesen in Ihrer Kindheit – welche Erinnerungen ruft das in Ihnen wach?

Es gibt eine Reihe von Büchern aus meiner Kindheit, die heute noch bei meinen Eltern im Regal stehen. Ein Bilderbuch im großen Format von „Mary Poppins“ zum Beispiel. Schon beim Aufschlagen des Buches bin ich in eine andere Welt eingetaucht, angeregt durch die Bilder, die Art der Farben, die Form der Schrift.

Ich habe meiner Tochter immer sehr gerne vorgelesen, vor allem die allabendliche Gutenachtgeschichte.

Die Erinnerung bleibt bis heute. In einer bestimmten Phase, mit zehn, elf Jahren vielleicht, habe ich alle Bücher von Enid Blyton verschlungen: „Hanni und Nanni“, „Tina und Tini“ und so weiter. Es gab da diesen Drehständer bei unserem Schreibwarenhändler, in dem die Kinderbücher standen.

Dort war ich oft, nahm ein bestimmtes Buch in die Hand, ein bestimmter Geruch war auch damit verbunden. Wenn es endlich eine neue Ausgabe gab, machte ich innerlich einen Freudensprung, kratzte mein Taschengeld zusammen oder bat meine Oma um Zuschuss und begab mich neugierig auf Lesereise.

Sie haben eine Tochter. Welche Rolle hat das Lesen hier gespielt? Wie wichtig ist Lesen für Kinder?

Ich habe meiner Tochter immer sehr gerne vorgelesen, vor allem die allabendliche Gutenachtgeschichte. Auch wenn sie bereits alle Geschichten auswendig konnte. (lacht) Das Vorlesen ist wie ein Ritual, es lässt Kinder zur Ruhe kommen, verschafft (körperliche) Nähe und Vertrautheit und läutet am Abend den Schlaf, den Traum ein, in die eigene, wohlverdiente Welt.

Wie kann man „Lesemuffel“ für das geschriebene Wort begeistern?

Mit Gedichten und Reimen, zum Beispiel von Paul Maar, kann man Kinder gut für das geschriebene Wort begeistern. Sie bieten eine Fülle an Wortspielereien, Sinn und „Unsinnigkeiten“. Sie beflügeln die Fantasie und fördern einen lustvollen Umgang mit Sprache.

Sie engagieren sich für die Stiftung Lesen. Warum und wie kam es dazu?

Lesen ist Leben. Es bildet und verbindet, das empfinde ich als Geschenk, das ich gerne durch die „Stiftung Lesen“ weitergebe.

Bitte erzählen Sie uns zum Abschluss noch etwas über Ihre aktuellen Projekte.

Zurzeit drehe ich „Dr. Klein“ fürs ZDF, „Tatort Münster“ für die ARD. Am 6. August 2017 trete ich bei den Wangener Festspielen mit meinem literarisch-musikalischen Programm auf: „Frauen. Leben. Liebe.“

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