Die Schulen werden vom internationalen katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" finanziert. Zur Einweihung im christlichen Stadtteil Erbils, Ankawa, war der Präsident des Hilfswerks, Johannes Freiherr von Heereman angereist.

"Für unser Hilfswerk ist die Bildung der Kinder erste Priorität. Wir dürfen im Irak keine syrischen Verhältnisse bekommen, wo Kinder teilweise seit Jahren keine Schule mehr besuchen. Das sind verlorene Generationen mit unabsehbaren Langzeitfolgen. Ich bin deshalb sehr froh, dass wir durch die Einweihung dieser Schule einen kleinen aber wichtigen Beitrag zur Sicherung der christlichen Präsenz im Irak leisten können", betonte Freiherr von Heereman in Ankawa.

Betreut wird das Schulprojekt vom Leiter der Nahostabteilung des Hilfswerks, Andrzej Halemba. "Wir haben mehrere Millionen Euro für die Schulprojekte bereitgestellt. Die Schulen können den Bedarf an Bildung natürlich nicht für alle Flüchtlingskinder in der Krisenregion decken. Aber es ist ein Anfang. Dabei wird auch die Ökumene unterstützt. Eine Schule in Dohuk wird überwiegend syrisch-orthodoxen Kindern dienen. Darüber hinaus werden aber auch jesidische Kinder unsere Schulen besuchen können."

Halemba betonte weiter, dass die aufnehmenden Gemeinden so entlastet würden. "Es dienten bereits viele der bestehenden Schulgebäude als Flüchtlingsunterkünfte. Die Eltern der Schüler befürchteten, dass der Schuldbetrieb unterbrochen würde. Das hat zu Spannungen geführt. Diese können jetzt glücklicherweise abgebaut werden", so Halemba.

"Die Schulen geben Eltern und Kindern neue Hoffnung. Sie sind ein Grund mehr, in dem Land zu bleiben, das sie lieben."

Die aus Fertigteilen errichteten Container-Schulen werden in den irakischen Provinzen Dohuk und Erbil errichtet. Mitte 2015 sollen alle in Betrieb genommen werden können. Insgesamt sollen so etwa 7 200 vorwiegend christliche Kinder unterrichtet werden.

In zwei Schichten werden dort vormittags und nachmittags jeweils circa 450 Kinder aller Jahrgangsstufen unterrichtet werden. Die Lehrer kommen aus den jetzt von ISIS besetzten christlichen Ortschaften. Die Schulräume sollen, neben dem Schulunterricht, auch für katechetische Unterweisung und andere kirchliche Aktivitäten genutzt werden.

Seit dem Vordringen der islamistischen Terrormiliz ISIS im Juni 2014 im Nord- und West-Irak mussten in mehreren Schüben weit über 100 000 Christen aus ihren Stammgebieten fliehen und alles zurücklassen. Sie haben meist in der nordirakischen Region Kurdistan Zuflucht gefunden. Die Bischöfe befürchten eine zunehmende Abwanderung aus dem Irak, wenn den Menschen nicht rasch Perspektiven geboten werden können.

"Kirche in Not" hat für die verfolgten Christen im Irak in diesem und im vergangenen Jahr deshalb 4,6 Millionen Euro Hilfe zur Verfügung gestellt. Dies beinhaltet neben vielem anderen die Anschaffung von Wohncaravans und die Bereitstellung von Lebensmitteln.

Der chaldäische Erzbischof von Erbil-Ankawa, Baschar Matti Warda, dankte "Kirche in Not" für die Unterstützung. "Das ist ein wichtiger Beitrag, unseren Flüchtlingen neue Perspektiven zu geben. Wir danken allen Wohltätern für ihre Großzügigkeit."