Es ist kostenlos, nur digital verfügbar und kann frei genutzt werden – als iBook oder in der PDF-Version, online oder selbst ausgedruckt. In Düsseldorf wurde von Schülern jetzt eine multimediale und interaktive iPad-Version des Buches umgesetzt. Die Leitung hatte Dirk Küpper. Im Interview erzählt er, warum es so wichtig ist, Kinder und Jugendliche für digitale Medien zu begeistern. 

Herr Küpper, warum ist der Zugang zu digitalen Medien für Kinder in der heutigen Zeit wichtig?

Weil sie sich damit auf ihre Zukunft von übermorgen vorbereiten. Auch wenn die digitalen Medien dann vielleicht schon wieder ganz anders aussehen werden, ist das Grundverständnis da und ihnen wird vieles leichter fallen.

Wie können Eltern ihre Kinder guten Gewissens mit digitalen Medien in Kontakt bringen?

Ich rate Eltern, sich mit Lehrern und anderen Eltern auszutauschen. Ab welchem Alter sich digitale Medien eignen, kann man aber so pauschal nicht sagen. Ich habe mit Viertklässlern ebenso gute Erfahrungen gemacht wie mit Kindergartenkindern.

Mit Kindergartenkindern?

Ja, ich habe mit Fünfjährigen schon kleinere Medienprojekte gemacht. Zum Beispiel die Kinder digital fotografieren lassen und sie danach auf die analoge Art und Weise ein kleines Puzzle daraus basteln lassen. 

Und welches Projekt haben Sie mit den Viertklässlern realisiert?

Ich habe 2012 mit ihnen ein gedrucktes Schulbuch zum Thema Internetsicherheit in der Grundschule, in das interaktive und multimediale Format für das iPad umgewandelt. 

Mit zehn Jahren können Kinder bereits so strukturiert denken?

Absolut, und auch das Ergebnis kann sich sehen lassen. Gestehen muss ich jedoch, dass ich ins kalte Wasser gesprungen bin und nicht sicher war, ob es klappen würde oder nicht. Und siehe da: Es hat geklappt. 

Gemeinsam mit Schülern haben Sie das erste digitale Rahmenplan-Schulbuch interaktiv umgesetzt …

… richtig.

Erzählen Sie uns bitte von dem Projekt.

Im letzten Jahr bin ich auf das „Startnext-Projekt“ der Initiatoren von Schulbuch-o-mat aufmerksam geworden und war gleich begeistert. Da keine Schulbuchverlage involviert sind, muss man auch keine Angst haben, dass man Urheberrechte verletzt.

Ich wollte mich unbedingt daran beteiligen, sprach mit den Initiatoren und habe angeboten, das digitale Schulbuch speziell für das iPad interaktiv umwandeln zu lassen – und das von interessierten Schülern. 

Wie ging es weiter?

Die Initiatoren fanden die Idee toll und gaben mir den Zuschlag und ich konnte mit den Schüler starten. Ich bin an Düsseldorfer Schulen gegangen, habe kleine Infoveranstaltungen gemacht und so kam eine Gruppe von 18 interessierten Schülern ab der siebten Klasse zusammen. 

Wie wurde die Idee dann umgesetzt?

Wir haben uns in einer geschlossenen Facebook-Gruppe „getroffen“ und dort wurden Fragen oder Probleme direkt übers Internet geregelt. Die Schüler haben schlussendlich die Buchinhalte genommen und in das iPad-Format umgewandelt.

Und seit September kann man, neben PDF und iBook, auch unsere iPad-Version unter www.schulbuch-o-mat.de herunterladen. In Berlin wird das auch schon aktiv im Schulunterricht angewandt, andere Bundesländer werden folgen. 

Was wünschen Sie sich für die digitale Zukunft des Lernens?

Ich wünsche mir, dass schwere Schultaschen mit Büchern, Heften und Ordnern irgendwann der Vergangenheit angehören und dass man Schüler einfach mal machen lässt, denn sie kommen auf die besten Ideen, wenn man ihnen den Freiraum dazu gibt – digital und analog.


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