Herr Dr. von Hirschhausen, Ihnen liegt die Gesundheit im Schulumfeld besonders am Herzen. Warum?

Als Arzt weiß ich, dass der Grundstein für die Gesundheit in der Bildung liegt, in dem Wissen um seinen Körper und auch der ganz praktischen Erfahrung, was einem an Leib und Seele guttut.

Deshalb habe ich mich mit meiner Stiftung HUMOR HILFT HEILEN dafür eingesetzt, praxiserprobtes Lehrmaterial zu den Themen Gesundheit, Glück und Verantwortung in der Gruppe gerade für Schulleiter frei zugänglich zu machen.

Warum ist es notwendig, den Blick auf die gesamte Schule, aber insbesondere auf das Leitungsteam sowie das Kollegium zu lenken?

Eine gute Schulleitung kann viel zur Atmosphäre, zum Kollegium, zur Integration der schwierigen Schüler und zur Motivation für alle beitragen. Es ist doch immer wieder verblüffend, wie auch in einem schwierigen Umfeld einzelne Schulen herausstechen, wenn die Führung stimmt.

Und diejenigen Schulleiter, die zum DSLK kommen, wollen ja was, sie sind auf der Suche nach Fortbildung, nach Input, um ihre Arbeit als Schulleiter erfolgreicher zu gestalten. Da freue ich mich, denen etwas mitzugeben, was auch für die eigene seelische Gesundheit anwendbar ist, denn auch Schulleiter haben eine Seele!

In Ihrem Vortrag geht es um Gesundheitsförderung und um das Glücklichsein. Wie ist „glücklich sein“ zu verstehen?

Glück ist ein mehrdeutiger Begriff. Zufriedenheit wäre ja schon was. Wir sind ein sehr reiches Land, aber unser Gefühl für Zusammenhalt bricht gerade ein – und ist mit Geld alleine nicht wiederherzustellen.

Nach vorn schauen, Stärken erkennen, im Team zusammenwachsen und Ziele erreichen ist nicht so schwer, wie es klingt!

Die große Chance für unsere Gesellschaft besteht darin, möglichst früh Integration, Inklusion und individuelle Förderung anzubieten.

Die Positive Psychologie hat viele spannende Dinge belegen können, die gute Pädagogen immer schon berücksichtigt haben: fördern nach Stärken, Persönlichkeitsentwicklung vor Sachkenntnis, Neugier und Teamfähigkeit entwickeln. Das ist etwas, was ich sehr gern jedem DSLK-Teilnehmer mitgeben möchte:

Nach vorn schauen, Stärken erkennen, im Team zusammenwachsen und Ziele erreichen ist nicht so schwer, wie es klingt!

Was wollen Sie den Schulleiterinnen und Schulleitern als Vorbereitung auf Ihren Hauptvortrag auf dem DSLK mitgeben?

Wenn wir unseren Kindern nicht grundlegend beibringen, dass eine gute Ernährung, Bewegung und Freude am Lernen die existenziellen Grundlagen für ein gesundes Leben sind, werden wir an unserem Wohlstand früher oder später zugrunde gehen. Wenn man nicht für die Schule, sondern für das Leben lernt, dann doch am besten das, was man wirklich braucht im Leben: körperliche und seelische Gesundheit und ein gutes Miteinander.

Es gibt seit vielen Jahren schon den Beschluss der Kultusministerkonferenz, Erste-Hilfe-Kompetenz in den Schulen zu vermitteln. Das ist total sinnvoll, und ab der 7. Klasse behält man sich das fürs Leben. Genau dies sollte Einzug in die Schulen halten, und die DSLK-Teilnehmer sind als Schulleiterinnen und Schulleiter diejenigen, die etwas bewirken können, wenn sie auf dem Kongress erfahren, wie es gelingen kann.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Dr. von Hirschhausen.

Information

Weitere Informationen finden Sie unter www.deutscher-schulleiterkongress.de.