Viele Lehrer sehen Neue Medien skeptisch 

Während die Mehrzahl der Schüler in Deutschland sich einen intensiveren Umgang mit neuen Lernformen wünschen, stehen viele Lehrer den neuen Medien skeptisch gegenüber. Gründe dafür sind etwa Alter und Qualifikation. Jeder zweite Lehrer in Deutschland ist älter als fünfzig, das hat der aktuelle Bildungsbericht der Europäischen Kommission ergeben.

Vorn im Klassenraum stehen also Menschen, die den Computer erst im Erwachsenenalter kennengelernt und miterlebt haben, wie SMS und mobile Telefonie die Kommunikation veränderten und soziales Leben online neu definiert wurde. Ihnen gegenüber sitzen „Digital Natives“, Kinder und Jugendliche also, die mit Computern, dem Internet, Mobiltelefonen, gar Smartphones, aufgewachsen sind und für die diese Technik Alltag ist. 

Aus diesem Grund sind laut Bitkom zwei Drittel der Schüler dafür, dass ihre Pauker für den Einsatz neuer Medien im Unterricht geschult werden. Das allerdings betrifft nicht nur jene über fünfzig, sondern sogar den Nachwuchs hinter dem Pult. Bisher ist Medienpädagogik nur in wenigen Bundesländern Pflicht, im Lehrplan ist der Einsatz von PCs ebenfalls nicht vorgeschrieben.

Tablet und Whiteboard

Trotzdem werden Tablet, Whiteboard und Co. immer populärer an deutschen Schulen. Denn nachdem die Schulbuchverlage in Deutschland jahrelang der Digitalisierung und damit dem Zeitgeist hinterherhecheln zu schienen, starten sie nun ein gemeinsames Projekt: Ab sofort kann man Schulbücher nicht nur digital erwerben, sondern erhält mit dem Kauf der Print-Ausgabe ohne Zusatzkosten auch ein befristetes Nutzungsrecht für die digitale Version. 

Die digitalen Versionen sind darüber hinaus aber nicht nur simple PDFs oder ähnliche 1-zu-1-Abbildungen der gedruckten Ausgaben, sondern vollwertige elektronische Bücher. So lassen sich beispielsweise Lesezeichen erstellen, Notizen einfügen oder eine Volltextsuche nutzen. Zudem gibt es in einigen Büchern multimediale oder interaktive Inhalte.

Zum Betrachten der Bücher nutzt man beispielsweise Online-Portale oder eine App. Während für die Nutzung der Portale logischerweise eine Online-Verbindung benötigt wird, speichert die App die Schulbücher lokal ab und funktioniert dann offline.

Bei bestehender Internetverbindung werden Lesezeichen und andere Bearbeitungen der Bücher zwischen den verschiedenen Versionen synchronisiert. Apps für iOS- und Android-Tablets sollen in Kürze folgen.