Heutzutage stehen sie vor einer Fülle an Möglichkeiten, sich auf einen Beruf vorzubereiten. Ausbildung, Duales Studium oder Universität – manch ein Weg ist bereits vorgezeichnet, da die jungen Menschen dem Vorbild der Eltern folgen können und dies auch möchten. Für andere ist es eine schwierige Entscheidung. Die Eltern haben eine Ausbildung absolviert, das Kind möchte seinen Fähigkeiten und Neigungen entsprechend jedoch gerne studieren.

Dass dies immer noch nicht selbstverständlich ist, zeigt die Statistik. Laut der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks (DSW) nehmen von 100 Kindern aus Akademikerhaushalten 77 ein Studium auf, während es von 100 Kindern aus nicht-akademischen Haushalten nur 23 sind, obwohl doppelt so viele die Hochschulreife erlangen.

Woran liegt das? Nun, häufig sind Familien verunsichert durch ein Studium, legen ihren Kindern daher den vermeintlich sicheren Weg der Ausbildung nahe. Doch wenn ein Kind die Hochschulreife erlangt hat, dann ist es in der Lage, ein Studium zu bewältigen. Damit Kinder sich ein Studium zutrauen, brauchen sie Ermutigung und Unterstützung. Wenn dies finanziell und ideell nicht gegeben ist, sehen viele für sich diesen Weg versperrt.

Eltern sollten ihre Kinder daher ermutigen, unterstützen, und dabei helfen, Ratgeber zu finden, wenn sie nicht auf einen eigenen Erfahrungsschatz zurückgreifen können. An der Hochschule gibt es viele Anlaufstellen, wenn Schwierigkeiten auftauchen.

Unterstützung bietet auch die größte zivilgesellschaftliche Organisation für Studierende der ersten Generation, ArbeiterKind.de. Gründerin und Geschäftsführerin Katja Urbatsch war selbst die Erste in ihrer Familie, die studierte.

Mit ihrer gemeinnützigen Initiative möchte sie erreichen, dass in Deutschland jedes Kind aus einer nichtakademischen Familie mit entsprechenden Fähigkeiten die Chance auf ein Studium hat. Wenn Chancengerechtigkeit und Durchlässigkeit gelingt, kann Deutschland insgesamt dem Fachkräftemangel begegnen und seine Wirtschaftskraft  sichern.

Ein Infotelefon der Initiative ist für Schülerinnen und Schüler, Studierende, aber auch Eltern erste Anlaufstelle für Fragen rund um Studium und Studienorganisation. In dem ArbeiterKind.de-Netzwerk engagieren sich über 6.000 Ehrenamtliche in bundesweit 75 lokalen Gruppen. Sie sind Ansprechpartner vor Ort, organisieren Stammtische und Sprechstunden, halten Schulvorträge oder informieren auf Bildungsmessen und Hochschulveranstaltungen.

Viele sind selbst die Ersten in ihrer Familie an der Uni, kennen die Schwierigkeiten beispielsweise bei der Finanzierung. Auch dieses Gefühl, fremd zu sein, wenn man die Hochschulwelt betritt, ist vielen Ehrenamtlichen aus ihrer eigenen Studienzeit vertraut. Der Austausch untereinander stärkt das Selbstbewusstsein und das Vertrauen in sich selbst. Er zeigt: meinem Gegenüber geht es genauso.

Die Initiative ArbeiterKind.de unterstützt Studierende der ersten Generation.