Katharina, du bist erst 18 Jahre alt und hast schon fünf Bücher geschrieben. Respekt. Wie kam es dazu?

In der Ödnis der Weihnachtsferien, zwischen Braten und Besinnlichkeit habe ich ein kleines Exposé verfasst – und einfach mal abgeschickt. Dass daraus wirklich was geworden ist, überrascht mich heute noch. Um meinen 16. Geburtstag rum kam das erste Buch dann raus. Furchtbar aufregend!

Das kann ich mir vorstellen. Für dein erstes Buch „Generation Geil“ hast du Stubenhocker und Partypeople, Überflieger und Problemschüler, Großstadtkinder und Teenager vom Land interviewt. Welches Gespräch ist dir besonders in Erinnerung geblieben?

Mit Fabi habe ich damals schon während des Interviews ein wenig geflirtet, den fand ich super beeindruckend. Mega reflektiert, trockener Humor und ein kleines Feierbiest. Irgendwie steckt auch total viel von mir in den Geschichten drin. Rebellion, Familienzoff, das Beste-Freundinnen-Ding, Körper-Unsicherheiten, Schulzeug, erste Annäherungsversuche an das andere Geschlecht. Teenagersachen, die man eben nicht vergisst.

Dein zweites Buch heißt „Schön!?: Jugendliche erzählen von Körpern, Idealen und Problemzonen“. Wie kam es zu der Idee?

Sich mit seinem Körper zu befassen und ihn extrem verändern zu wollen, von der Essstörung bis zum Tattoo-Extremismus, ist bei den meisten Jugendlichen so. Man denkt oft, dass man nur geliebt wird und Sex haben kann, wenn man so heiß wie ein Postergirl ist.

Wie ist das bei dir, bist du zufrieden mit dir?

Schwieriges Thema. Bis ich so weit bin, dauert es wohl noch ein bisschen. Neben „Sommernachtsjugendewigkeit“ hast du auch „100 Dinge, die man tun sollte, bevor man 18 wird“ geschrieben.

Was war das Lustigste, was das Schönste, was das Traurigste?

Einen Tag im Ikea wohnen war witzig, das Praktikum bei Joko und Klaas hat einen lang gehegten Traum wahr gemacht – und melancholisch wurde es bei der Lagerfeuerromantik.

Dein neues Buch heißt „Legenden von morgen“. Um was geht es in dem Buch genau?

Um junge Berufsanfänger, die Großes vom Leben wollen. Und mit Leidenschaft an ihren Visionen basteln.

Erzähle uns bitte kurz von drei besonderen „Legenden“ aus deinem Buch.

Robert Böhme, der eine private Mondmission starten will, hat mich mit seinem Superhirn beeindruckt, mit dem Fotografen Dustin Janko habe ich mich ein bisschen gestritten – von ihm fühlte ich mich gleichzeitig angezogen und abgestoßen. Und Max Prosa, tja, von seiner Musik könnte ich Stunden schwärmen. Meine Verehrung wird in seinem intimen Porträt vermutlich überdeutlich.

Welche Botschaft willst du damit übermitteln?

Mein Co-Autor Philipp Zumhasch und ich waren nach dem Abi ziemlich orientierungslos. Gespräche mit solchen Leuten haben uns immer Mut gemacht – und das wollen wir auch beim Leser erreichen. Er soll so richtig Bock und Tatendrang bekommen.

Du kannst dich als gefragte Autorin betiteln. Aber ist das jetzt dein Beruf oder hast du beruflich noch andere Ziele?

Das sehe ich überhaupt nicht so, nur weil man auf der Spiegel-Bestsellerliste ist, schreibt man noch lange nicht so gut wie Hemingway. Es ist verdammt harte Arbeit, und ich bin noch sehr lange nicht gut genug!