Antwort: In den meisten Fällen steckt nur eine Magenverstimmung dahinter. Mit der richtigen Behandlung ist der Durchfall schnell vorbei.

Gerade in der Ferienzeit ist es schnell passiert. Kaum am Urlaubsort angekommen klemmt der Hund die Rute zwischen die Beine und winselt. Der anschließende Spaziergang bringt ein unangenehmes Symptom ans Licht: Vor lauter Aufregung leidet der Vierbeiner an Durchfall.

Diarrhoe ist eine der häufigsten Beschwerden des Hundes, mit der Halter den Tierarzt konsultieren. Denn jeder Hund leidet einmal an Erkrankungen, die mit flüssigem Stuhl einhergehen. Durchfall ist per se keine Krankheit, sondern nur ein Symptom, das auf Probleme im Verdauungstrakt hinweist.

Die Störung kann psychosomatisch bedingt und in einer ungewohnten Situation begründet sein, wie die Reise in den Urlaub oder bei einem abrupten Futterwechsel. Aber auch verdorbenes Futter, Vergiftungen, Bakterien, Viren und Parasiten können Durchfälle hervorrufen. In den seltensten Fällen liegen schwere Erkrankungen von Niere, Leber oder Bauchspeicheldrüse vor.

Spezielle Diät

Wie beim Menschen auch, ist ein akuter Durchfall noch kein Grund zur Sorge. Nur wenn weitere Symptome wie Fieber, Erbrechen oder Blut im Stuhl auftreten, muss der Hund sofort zum Tierarzt. Wirkt der Vierbeiner hingegen munter, kann eine spezielle Diät helfen.

Dr. Kristine Hucke, Tierärztin aus Wiesbaden, rät im ersten Schritt zu einem Fastentag: „Die Darmzotten brauchen Zeit, um sich zu regenerieren. Jede Fütterung führt zu weiteren Darmstörungen und verlängert die Genesungszeit.“ 24 Stunden lang sollte der Hund nur abgekochtes Wasser oder Tee in kleinen Mengen erhalten. 

Symptome beobachten

Danach empfiehlt Hucke eine spezielle Diät aus kleinen Portionen gekochtem Reis oder gestampften Kartoffeln mit fettarmem Rinderhack, Geflügelfilet oder Hüttenkäse. „Wichtig ist bei einer Diät-Kombination zu bleiben, weil ein Wechsel den Darm erneut belastet“, sagt Hucke. Nachdem der Durchfall abgeklungen ist, darf der Diätnahrung wieder normales Futter beigemischt werden – am ersten Tag nur ein Viertel, dann schrittweise mehr.

Hält der Durchfall länger als drei Tage an, ist der Gang zum Tierarzt unausweichlich. Dr. Anja Ripken, Tierärztin aus Westerstede rät: „Sie sollten genau überlegen, ob Sie etwas Außergewöhnliches unmittelbar vor Beginn der Symptome beobachtet haben.

Hat ihr Hund vielleicht beim Spaziergang etwas gefressen? Ist er verspielt, hat ein Spielzeug zerlegt und vielleicht einen Fremdkörper verschluckt? Mit welchen Tieren hatte Ihr Hund Kontakt?“ Eine Stuhlprobe kann dem Tierarzt weiterhelfen: Sie gibt Hinweise, welcher Teil des Verdauungstrakts angeschlagen ist. Eine kleine Menge, möglichst ohne Erde oder andere Verschmutzungen, reicht bereits aus.

Das richtige Durchfallmittel

Um unbeschwert mit dem Hund zu verreisen, lohnt es sich, Durchfallmittel einzupacken. Präparate wie die schmackhafte Paste Canikur Pro von Boehringer Ingelheim oder die Enteropro Kapseln von Albrecht enthalten keine Antibiotika. Sie helfen mit natürlichen Stoffen, die Darmflora zu sanieren.

Damit es erst gar nicht zu unangenehmen Durchfällen kommt rät Ripken „gut verträgliches Futter und den Hund regelmäßig zu entwurmen und zu impfen. Das sind die einfachsten Mittel, um akutem Durchfall vorzubeugen.“