Jeder Mensch weiß, wie nervig Juckreiz ist. Für den Hund ist das nicht anders. Muss sich der Vierbeiner über die normale Fellpflege hinaus dauernd kratzen, sollten ihre Halter das weder ignorieren noch verharmlosen. Denn wenn offene Wunden Krankheitserreger und Infektionen erstmal hervorgerufen haben, kann die Lebensfreude bei Hund und Halter schnell auf der Strecke bleiben. Denn Kortison kann starke Nebenwirkungen haben, die Hund und Halter beeinträchtigen. Das Durstgefühl des Hundes wird krankhaft, es kann sich dadurch ein starker Harndrang entwicklen und das auch nachts und unkontrolliert.

Ursachen für den Juckreiz des Hundes

Zu den Hauptursachen von Juckreiz bei Hunden zählen, wie beim Menschen, die Allergien. Im Frühjahr und Sommer ist häufig mit Umweltallergien gegen Pollen oder Gräsern zu rechnen. Auch die so genannte „Badedermatitis“ wird in diesen Jahreszeiten durch kleine Wasserparasiten wie Zerkarien ausgelöst. Ganzjährig kommen Allergien gegen Schimmel- oder Hefepilze vor.

Generell sollten Hundehalter aufmerksam sein und bei Auffälligkeiten wie zu häufigem Kratzen zum Tierarzt gehen.

Eine weitere Ursache für starkes Jucken kann eine Futtermittelallergie sein, die in der Regel mit Verdauungsstörungen, Erbrechen oder Durchfall einhergeht. Darüber hinaus sind Parasiten wie Flöhe, Milben und Zecken nicht selten für das starke Jucken verantwortlich. Tierhalter sollten also darauf achten, ob sich ihr vierbeiniger Freund zum Beispiel nach Spaziergängen im hohen Gras häufiger kratzt oder sich in den Schwanz-Ansatz beziehungsweise an den Pfoten beißt.

Dann deutet das eventuell auf den Versuch hin, die lästigen kleinen Viecher los zu werden. Es gibt sogar Milben, wie die Sarcoptes Milbe, die sich auf den Menschen übertragen können.

Wie sollte der Hundehalter vorgehen?

Generell sollten Hundehalter aufmerksam sein und bei Auffälligkeiten wie zu häufigem Kratzen zum Tierarzt gehen. Das quälende Jucken beim Hund kann allerdings viele Auslöser haben und nicht selten ist es auch für den Tierarzt eine Herausforderung, die eigentliche Ursache herauszufinden.

Der Arzt begutachtet die Haut und nimmt meist eine Hautprobe, indem er etwas von den betroffenen Stellen abschabt.

Trotzdem lohnt es sich, dieser auf die Spur zu kommen und dabei am Ball zu bleiben, denn nur so lässt sich das Haustier gezielt behandeln. Und je früher dies geschieht, desto geringer ist das Risiko, dass der Hund die Haut weiter aufkratzt. Beobachtet ein Hundehalter also ein auffällig häufiges Jucken bei seinem Vierbeiner, sollte er mit seinem vierbeinigen Freund unbedingt erstmal den Veterinärmediziner aufsuchen. 

Beim Tierarzt der Ursache auf der Spur gehen

Nach einem Gespräch mit den Haltern untersucht der Tierarzt den allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres. Der Arzt begutachtet die Haut und nimmt meist eine Hautprobe, indem er etwas von den betroffenen Stellen abschabt. Erste Hinweise für den Auslöser lassen sich meist schon herausfinden, wenn die Hautprobe unter dem Mikroskop untersucht wird.

Können bestimmte Milbenarten ausgeschlossen werden, legt der Arzt im Labor Bakterien- und Pilzkulturen an. Darüber hinaus trägt ein Blutbild bei Allergien, Entzündungen und Organproblemen zur Klärung bei. Im Verdachtsfall muss der Tierarzt spezielle Allergietests durchführen.

Den Juckreiz kortisonfrei behandeln

Oberstes Ziel ist zunächst, dass der Tierarzt die Ursache aufdeckt, um dann gezielt gegen den Juckreiz behandeln zu können. In einem ersten Schritt und während der Dauer der Diagnose sollte der Juckreiz jedoch schnell gelindert werden, damit sich der Zustand der Haut nicht noch weiter verschlimmert. Um allergisch bedingten Juckreiz rasch zu lindern, werden leider noch häufig Glukokortikoide, also Kortison, verschrieben, obwohl das heute nicht mehr zwingend notwendig ist. Kortison hemmt zwar zunächst Entzündungen. Es greift gleichzeitig aber auch in viele Stoffwechselfunktionen des Körpers ein – und das kann von gesteigertem Hungergefühl und Gewichtszunahme bis hin zu verstärktem Harndrang eine Vielzahl an Nebenwirkungen hervorrufen.

Handeln Sie schnell, um Sekundärinfektionen zu vermeiden.

Deshalb empfehlen Experten heute Wirkstoffe, die genauso hilfreich sind, aber kein Kortison beinhalten und in Form von Tabletten eingenommen werden. Eine kortisonfreie Tablette hemmt den allergischen Juckreiz, ermöglicht aber gleichzeitig eine genaue Diagnose. So kann der Tierarzt in Ruhe nach der Ursache forschen, ohne dass der Hund von Juckreiz gequält wird.

Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über kortisonfreie Therapiemöglichkeiten gegen Juckreiz und lassen Sie sich beraten. Handeln Sie schnell, um Sekundärinfektionen zu vermeiden. Ist der Juckreiz weg, kehren beim Hund Freude und Lebensenergie zurück.