Damit ist Geräuschangst einer der häufigsten Auslöser für Verhaltensprobleme beim Hund.

Das Verhalten, das ein Hund als Reaktion auf Angst und Stress durch diese Geräusche zeigt, kann sehr unterschiedlich sein. Typische Anzeichen sind beispielsweise Bellen, Gähnen, Zittern, Hecheln, Verstecken, unruhiges Umherlaufen, Futterverweigerung oder extreme Wachsamkeit. Gerade Besitzer junger Hunde mit Geräuschangst sind davon überzeugt, dass ihr Hund aus dieser Angst schon noch „herauswachsen“ wird.

Doch Geräuschangst verschlimmert sich oft mit der Zeit, so dass später selbst kleinste Reize starke Reaktionen auslösen können. Ohne Behandlung kann die Geräuschangst von selteneren, aber typischen angstauslösenden Geräuschen, wie Feuerwerk, Donner oder Motorenlärm, auch auf alltägliche Geräusche, wie das Zuschlagen einer Autotür oder das Brummen des Staubsaugers, übertragen werden.

Wenn Ihr Hund Anzeichen von Geräuschangst zeigt, sollten Sie sich schnellstmöglich an Ihren Tierarzt wenden, denn die beste Strategie ist eine frühzeitige Erkennung und Behandlung. Die Behandlungsmöglichkeiten schließen Verhaltenstherapie, Pheromone und Ergänzungsfuttermittel ein. Mittlerweile gibt es aber auch Arzneimittel, die speziell auf die Linderung von Geräuschangst zugeschnitten sind. Ihr Tierarzt kann Sie bei der Auswahl der geeigneten Therapie für Ihren Hund beraten. Zusätzlich zu den genannten Behandlungsmöglichkeiten sollten Sie daheim auch folgende Maßnahmen ergreifen:

  • Schaffen Sie eine vertraute Geräuschkulisse wie Radio, Fernseher oder Musik.
  • Bieten Sie einen Rückzugsort an, den der Hund gerne aufsucht und an dem er sich wohlfühlt.
  • Reduzieren Sie optische Reize bei Gewitter oder Feuerwerk, zum Beispiel durch Schließen der Vorhänge.

Wenn Sie denken, dass auch Ihr Hund unter Geräuschangst leidet, sollten Sie auf jeden Fall den Rat Ihres Tierarztes einholen. Er kann Ihnen helfen, damit Sie mit Ihrem Hund einen entspannten Silvesterabend verbringen können.

* Blackwell EJ et al. (2013). Fear responses to noises in domestic dogs: Prevalence, risk factors and co-occurrence with other fear related behaviour. Appl. Anim. Behav. Sci. 145(1–2):15–25