Gerade wenn der Hund unter Reisekrankheit leidet. Dieses Problem nimmt jeder Reise den Spaß. Viele Hundehalter sind daher gezwungen, ihre Urlaubsplanung zu ändern und diese um das Problem des Hundes herum zu gestalten – eine frustrierende Erfahrung, die nicht sein muss.

Zittern, extremes Sabbern, allgemeines Unwohlsein und im unangenehmsten Fall Erbrechen – so zeigt sich die Reiseübelkeit beim Hund. Für den fürsorglichen Hundehalter eine beunruhigende Erfahrung. 

Stressfaktor Autofahrt

Wie kommt es zu dieser Reaktion beim Hund? Das Gehirn verarbeitet ständig Informationen, die ihm vom Körper gemeldet werden. Reiseübelkeit (Fachbegriff: Kinetose) entsteht, wenn während der Fahrt widersprüchliche Informationen über Lage und Bewegung im Raum wahrgenommen werden.

Die Informationen, die dem Gehirn vom Körper gemeldet werden, passen nicht zusammen: Augen und Innenohr senden andere Signale, als die Haut und Muskulatur dem Gehirn melden. Es kommt zum Konflikt bei Richtungswechsel, Beschleunigung oder Abbremsen des Autos.

Erbrechen stellt normalerweise eine Schutzreaktion dar. Im Fall der Reiseübelkeit wird häufig vermutet, dass der Körper die unstimmigen Signale als die Folge einer Vergiftung deutet. Erbrechen soll Abhilfe schaffen und die Giftstoffe aus dem Körper transportieren. 

Besonders junge Hunde leiden häufig an Reisekrankheit. Das Gehirn lernt oftmals erst mit zunehmendem Alter, die Signale besser zu deuten. Manchmal passiert aber auch genau das Gegenteil: Der Vierbeiner steigert sich immer stärker in die Erkrankung hinein – schon beim Anblick des Autos erinnert sich der Hund an die unangenehmen Erfahrungen.

Stress bis hin zur Panik mit unkontrolliertem Speichelfluss, Erbrechen, Urin- und Kotabsatz, dauerhafter Nervosität und Verhaltensstörung kann die Folge sein. 

Mit etwas Hilfe wird vieles leichter 

In vielen Fällen kann man den Hund nach und nach an das Auto gewöhnen. Zunächst wird bei ausgeschaltetem Motor die Dauer des Aufenthaltes erhöht, bis schließlich bei laufendem Motor kurze Ausflüge unternommen werden. Der Hund soll das Auto mit einer angenehmen Erfahrung verbinden.

Jedoch ist dieser Ansatz nicht bei jedem erfolgreich. An diesem Punkt geben manche Halter auf, nehmen den Hund nicht mehr mit oder verzichten sogar ganz auf das Verreisen.

Neben einer Verhaltenstherapie kann dem Hund mit Medikamenten geholfen werden. Einige haben eine sedierende Wirkung. Das ist eher ungünstig: Wenn der Hund die Reise in einer Art Dämmerzustand verbringt, sind sowohl die Flüssigkeits- und Futteraufnahme als auch Harn- und Kotabsatz während der Reise deutlich beeinträchtigt.

Andere Medikamente wirken sich nur auf die Übelkeit aus, machen dabei nicht müde und können sogar schon am Vorabend verabreicht werden.

Mehrere Fahrten ohne Übelkeit helfen dem Hund, die Überreaktion zu verringern. Die Erwartungsangst, dass die Fahrt unangenehm endet, wird gemindert. Der Tierarzt hat geeignete Mittel gegen Reiseübelkeit oft in seiner Apotheke. Bei reisekranken Hunden nimmt die regelmäßige Behandlung eine große Last von Mensch und Tier und sorgt für unvergessliche Reisen mit dem vierbeinigen Familienmitglied.

5 Tipps für die Reise

  • Lassen Sie sich vor Beginn der Reise von Ihrem Tierarzt beraten, denn fortschrittliche Medikamente gegen Reiseübelkeit bei Hunden bekämpfen die Symptome wirkungsvoll – ohne das normale Verhalten und Bewusstsein des Tieres zu verändern, so dass Ihr Hund zu jeder Zeit der Reise aktiv am Geschehen teilnehmen kann.
  • Am Reisetag sollten Sie den Hund nicht mehr füttern, sondern nur etwas zu trinken geben. Zusatzrat: Stellen Sie das Futter im Urlaub nicht um und nehmen Sie deshalb genug Fertigfutter mit. Lassen Sie die Fenster des Autos immer einen kleinen Spalt geöffnet, damit Ihr Hund frische Luft bekommt, vermeiden Sie jedoch Zugluft, um eine Augenentzündung zu verhindern.
  • Fahren Sie stets vorsichtig und vermeiden Sie jedes unnötige abrupte Bremsen oder Gas geben, denn das kann die Übelkeit bei Ihrem Vierbeiner anregen oder beschleunigen.
  • Stellen Sie sicher, dass es im Auto weder zu heiß noch zu kalt ist, denn Hunde können ihre Körpertemperatur nicht so schnell der Umgebung anpassen wie wir Menschen. Im Sommer sollten Sie aus diesem Grund Ihre Reise in die Morgen- oder Abendstunden und nicht in die Mittagshitze legen. Zusatzrat: In heißen Ländern möglichst früh morgens oder abends spazieren gehen, wenn es kühl ist.
  • Machen Sie bei längeren Fahrten regelmäßig Pausen und geben Sie Ihrem Hund die Möglichkeit, sich kurz außerhalb des Autos zu bewegen, sich zu erleichtern und zu trinken.