Mit dem Weggefährten Hund teilen wir einen Großteil unseres Alltags. Das Tier ist dabei weniger Hüte- oder Jagdhund, vielmehr Freund oder Familienmitglied - birgt das Gefahren in sich?

Grundsätzlich nicht, da ich bei unseren Hundehaltern erst mal von einem verantwortungsvollen Umgang mit ihren Tieren ausgehe. Das heißt: Bewegung und entsprechende Fütterung – passend bezogen auf Alter und Größe sowie Bewegungsintensität.

Der eventuell vorhandene Hang zur Vermenschlichung ist manches Mal sichtbar und nicht immer gut – beispielsweise beim „Naschen“. Denn Snacks sollten in die gesamte Versorgung mit eingerechnet werden, damit der Hund nicht dick und rund wird, weil er in der Summe zu viel zu fressen bekommt und Energie aus dem Futter in Körperfett umwandelt. Das ist ja genauso wie bei uns:  Wenn die Balance nicht stimmt, gibt es Übergewicht und später weitere gesundheitliche Beschwerden.

Worin bestehen die Unterschiede, ob ich einen Welpen oder einen ausgewachsenen Hund füttere?

Hier ist ein Vergleich mit dem Menschen passend, denn auch unsere Kleinkinder essen ja nicht wie Erwachsene: Es gibt zwischen Welpen und ausgewachsenen Tieren deutliche Unterschiede bei den Futtermengen und auch beim Nährstoffbedarf, der über eine ausgewogene Fütterung gedeckt werden muss.

Lebewesen – ob Hund oder Mensch –, die sich im Wachstum befinden, müssen spezielle „Bausteine“ bekommen, um wachsen zu können. In den Tierernährungswissenschaften sind wir da schon sehr weit und kennen die Bedürfnisse an Nährstoffen mindestens genauso gut, wenn nicht sogar besser als bei uns Menschen.

Und das findet sich dann entsprechend in dem Futterangebot wieder. Und so, wie auch wir im hohen Alter weniger Energie, aber dennoch weiterhin gute Qualität benötigen, ist es auch beim Hundesenior.

Gibt es Ernährungstrends, die sich in der Fütterung wiederfinden?

Ja, aktuelle Themen bei der menschlichen Ernährung sind beispielsweise Bio oder der Verzehr von Getreidearten. Dies findet sich auch im Futter wieder, genauso wie Trends bei Geschmacksrichtungen oder Fleischarten – und nicht zuletzt vegane/vegetarische (Hunde-)Ernährung.

Was ist bei diesen ganzen Trendthemen zu beachten?

Letztendlich ist das Futterangebot so groß, dass jeder Tierhalter nach seinen Wünschen passende Produkte finden wird. Ich kann nachvollziehen, wenn man für sich selbst nur Biofleisch kauft, dass man dies dann auch beim Kauf von Futter übertragen will.

Das muss jeder für sich entscheiden – der Hund wird jedenfalls nicht aktiv danach fragen. Bei anderen Themen sehe ich manche Entwicklungen schon etwas kritischer, beispielsweise die vegane Hundeernährung. Hunde sind Allesfresser, es gibt keinen Grund, ihnen Fleisch(anteile) im Futter zu verbieten.

Das nötige Detailwissen, wie man Nährstoffmängel bei einseitiger Fütterung vermeidet, ist bei den meisten Hundehaltern eher nicht vorhanden. Da plädiere ich dafür, den Tiernahrungsexperten zu vertrauen, die ihr Wissen in die Produkte einfließen lassen.