Hervorgehend aus den englischen Ausdrücken „Bones And Raw Foods“ und „Biologically Appropriate Raw Food“ hat sich im Deutschen für den Begriff BARF der Ausdruck: „biologisch artgerechte Rohfütterung“ durchgesetzt.

Immer mehr Hundebesitzer gehen dazu über, ihren Hund mit natürlichen rohen Futtermitteln zu versorgen. Ziel ist es, dem Hund eine möglichst naturgetreue, ursprüngliche und artgerechte Ernährung zu bieten.

BARFer sind begeistert von dieser Art der Fütterung, denn sie stellen eine Vielzahl von positiven Veränderungen nach der Umstellung auf das BARFen fest!

Die Benefits der BARF-Fütterung

  • Verringerung von Zahnstein
  • Reduktion der Kotmenge
  • Reduktion des Körpergeruchs
  • Förderung von gesunder Haut und glänzendem Fell
  • Befriedigung des Kaubedürfnisses
  • Verbesserungen von Verhaltensstörungen

Und wie genau funktioniert BARFen?

Eine BARF-Ration ist prozentual grob aufgeteilt. Dabei entfällt der Großteil auf Fleisch und rohe fleischige Knochen sowie Innereien (70 bis 90 %). Hinzu kommen dann ein Obst- und Gemüse-Mix (10 bis 30 %) und Öle sowie weitere Zutaten. Die Futtermenge orientiert sich am Gewicht des Hundes und beträgt zwischen 2 und 4 % der Körpermasse.

Ein Wolf in freier Wildbahn ernährt sich überwiegend von Beutetieren. Er frisst diese Beutetiere ganz, das heißt mit Knochen, Innereien, Teilen von Haut und Haar. Hunde sind domestizierte Nachfahren des Wolfes und das erklärte Ziel des BARFens ist es, ein Beutetier möglichst gut „nachzubauen“. Aus diesem Grund wird eine Vielfalt an Nahrungsmitteln eingesetzt. 

Im Einzelnen bedeutet BARFen:

  • eine Fütterung mit weitgehend unverarbeiteten Rohstoffen
  • eine natürliche Fütterung ohne versteckte Zusatzstoffe
  • eine artgerechte Fütterung, die den Bedürfnissen eines Hundes möglichst nahekommt
  • eine durchdachte Fütterung, bei der sich der Hundebesitzer intensiv mit der Ernährung des eigenen Hundes auseinandersetzt
  • eine individuelle Fütterung, die auf jedes einzelne Tier zugeschnitten wird, da sie Größe, Rasse, Alter, Konstitution u.v.m. des Hundes berücksichtigt

Folgendes sollte bei den Grundzutaten beachtet werden:  Man kann beim BARFen sehr viele Fleischsorten auswählen. Auf Schweinefleisch (Hausschwein und Wildschwein) sollte aber verzichtet werden, denn hier besteht die Gefahr der Ansteckung des Hundes mit dem Aujeszky-Virus. Ansonsten gelten alle Fleischsorten als gut einsetzbar. Wichtig beim BARFen ist vor allem ein ausreichender Fettgehalt im Fleisch. Denn Fett ist die Energiequelle „Number one“ beim BARFen, da normalerweise kein bis sehr wenig Getreide eingesetzt wird. Das heißt man sollte Fleisch mit einem Fettanteil von 15 bis 25 % verwenden oder tierische Fette extra hinzugeben.

Rohe fleischige Knochen

Ein bedeutender Part in der Rohfütterung sind die rohen fleischigen Knochen (RFK). Das ROH ist hierbei elementar wichtig. Erhitzt man Knochen oder kocht diese werden sie porös und können splittern!

Der Ausdruck fleischige Knochen bedeutet, dass dem Knochen möglichst Fleisch anhaften sollte. Das Fleisch dient der Produktion von ausreichend Magensäure. Diese ist wichtig, um einen Knochen im Magen zu zersetzen. Gern eingesetzt werden Geflügelhälse, weil sie weniger hart sind. Knochen liefern vor allem Kalzium und Phosphor. Darüber hinaus werten sie die Ration mit weiteren Mineralstoffen auf.

Innereien in einer Ration

Innereien sind zunächst einmal nicht das liebste Futtermittel in einer Küche. Sie liefern jedoch für die BARF-Ration eines Hundes sehr wertvolle Nährstoffe, denn ihr Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen ist im Vergleich zu reinem Fleisch deutlich erhöht. So liefert Leber beispielsweise wichtiges Vitamin A und D.

Kann die BARF-Fütterung einen Hund artgerecht und ausgewogen versorgen?

JA, das kann sie. Aber nur, wenn sie richtig durchgeführt wird!

BARFen bedeutet mehr Verantwortung für sein Tier zu übernehmen, denn man ist selbst für die ausgewogene Versorgung seines Hundes zuständig. Wichtig ist es, die Ration richtig zusammenzusetzen, die richtigen Futtermittel zu wählen und zu dosieren. Betrachtet man eine typische BARF-Ration, dann fallen bestimmte Aspekte immer wieder auf:

Entscheidend ist vor allem, ob Knochen gefüttert werden. Den BARFern muss bewusst sein, dass ohne Knochenfütterung viel zu wenig Kalzium in der Futterration enthalten ist. Das heißt in diesem Fall muss unbedingt ein geeignetes Supplement zugesetzt werden.

Auffallend ist zudem auch die Jodversorgung. Eine normale BARF-Ration hat einen sehr geringen Jodgehalt, der deutlich unter dem Bedarf liegt. Das heißt, dass wir für eine ausgewogene BARF-Ration eine Jodquelle benötigen. Beim BARFen wird hierfür überwiegend Seealgenmehl eingesetzt, denn es weist einen sehr hohen Jodgehalt auf. Das bedeutet, auch mit kleinsten Mengen kann der Bedarf des Hundes gedeckt werden.

Aber Vorsicht: Auch eine Überdosierung ist schnell möglich!

Der Einsatz von Leber beim BARFen ist typisch und dient einer ausreichenden Versorgung mit den Vitaminen A und D. Leber ist zwar für diesen Zweck sehr gut geeignet, sollte jedoch nur dosiert eingesetzt werden, denn der Vitamin A Gehalt ist sehr hoch. Da es sich um ein fettlösliches Vitamin handelt wird dieses im Körper angereichert. Zudem können einige Hunde Leber nicht so gut vertragen und neigen zu Durchfall. In diesem Fall sollten Vitaminergänzungen eingesetzt werden.

Das ist beim BARFen auf jeden Fall zu beachten:

  • Einsatz roher Knochen zur Mineralstoffversorgung, v.a. der Kalziumversorgung
  • Beim BARFen ohne Knochen muss ein Kalziumsupplement eingesetzt werden
  • Dosierte Verwendung von Leber oder Lebertran zur Vitamin A und D Versorgung
  • Zusatz einer Jodquelle, wie Seealgenmehl. Auch hier ist Vorsicht bei der Dosierung geboten, um die Schilddrüsenfunktion nicht negativ zu beeinflussen.
  • Ausreichender Fettgehalt zur sicheren Energieversorgung
  • Die Zusammensetzung der BARF-Rationen regelmäßig wechseln, um eine abwechslungsreiche Ernährung zu bieten

Es geht bei der Rationserstellung nicht darum, aufs Gramm genau zu rechnen. Entscheidend ist, dass der Bedarf des Hundes an Nährstoffen und Energie über die BARF-Ration abgedeckt wird. Ansonsten besteht die Gefahr einer Unter- oder Überversorgung. Um dem vorzubeugen, wird beim BARFen ein Fütterungsplan aufgestellt.  Am besten über eine Woche mit abwechselnden Rationen.

Was sollte noch beachtet werden?

Nicht jeder Hund verträgt die Fütterung von Knochen gleich gut. Einige Hunde reagieren mit Sodbrennen und saurem Aufstoßen. Knochengaben können auch zu Verstopfungen und dem sogenannten Knochenkot führen. Wenn solche Probleme auftauchen, bedeutet es jedoch nicht, dass BARFen nicht in Frage kommt. Anstatt größerer Knochen kann man es in so einem Fall mit gewolften (durchgedrehten) Geflügelhälsen versuchen. Oftmals ist der Knochengehalt in der Ration in diesen Fällen zu hoch. Der Kalziumbedarf eines Hundes kann auch einfach mit Zusätzen ergänzt werden. Hier eignen sich insbesondere Knochenmehle, Eierschalenpulver und Calciumcitrat.

Hygienemaßnahmen

Da wir beim BARFen rohe Futterkomponenten verwenden kann es – wie in der Humanernährung –  zu Infektionen mit pathogenen Erregern kommen. Bekannt sind vor allem Salmonellen und Campylobacter Infektionen. Ein gesunder Hund kommt in den meisten Fällen problemlos damit zurecht, denn es liegt in seiner Natur rohes Fleisch und auch Aas aufzunehmen. Für den Umgang mit rohem Fleisch im Haushalt gelten die klassischen Hygienevorschriften. Werden diese beachtet, ist das Ansteckungsrisiko deutlich herabgesetzt.

  • Rohes Fleisch immer gut verschlossen und getrennt von Rohkost lagern!
  • Die BARF-Rationen getrennt von menschlicher Nahrung zubereiten!
  • Die Hände IMMER gründlich waschen!
  • Die Zubereitungsutensilien nach JEDER Nutzung gründlich reinigen: Das heißt Desinfizieren oder mit heißem Wasser abkochen!

BARFen kann einen Hund ausgewogen und vor allem natürlich ernähren. Wichtig ist es, die Grundpfeiler der Ernährung zu berücksichtigen. Deshalb sollte man sich im ersten Schritt umfassend informieren und in das Thema BARFen einlesen. Man sollte herausfinden, was der eigene Hund mag und verträgt und welche Futtermenge er benötigt. Nach einer gewissen Eingewöhnungsphase, ist die Zubereitung routiniert. Durch Vorportionieren und einfrieren der Rationen ist die Durchführung im Alltag unproblematisch.

Der Aufwand lohnt sich in jedem Fall! Denn die natürliche Fütterung wirkt sich nicht nur auf das Wohlbefinden eines Hundes sondern auch auf unser aller Wohlbefinden aus.
Probieren Sie das BARFen aus – Sie werden überzeugt sein!