„Die Rakuns - Das gesunde Klassenzimmer“ ist ein gemeinnütziges Projekt der Stiftung Kindergesundheit, unterstützt durch den Johnson & Johnson Citizenship Trust, in Kooperation mit der Johnson & Johnson GmbH. „Die Kinder sollen auch gefördert werden, verantwortungsvoll mit ihrem Körper umzugehen“, erzählt Andrea Legl von der Stiftung Kindergesundheit. 

Welche Ziele werden mit den Rakuns verfolgt?

Die Rakuns sollen einen nachhaltigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Bildung an deutschen Grundschulen leisten. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Gesundheitskompetenz der Kinder. Die Rakuns bieten ein crossmediales Paket mit einer interaktiven Website, didaktisch aufbereiteten Unterrichtsmaterialien und einer Forscherbox mit vielen spannenden Versuchsmaterialien.

Der Zugang des Projekts erfolgt handlungsorientiert und fördert das naturwissenschaftliche Denken und Handeln. Das Ziel ist, aktuellen gesellschaftlichen Tendenzen entgegenzutreten: Am Thema Adipositas ist beispielsweise erkenntlich, dass akuter Handlungsbedarf besteht. Der sitzende Lebensstil wird immer präsenter, Kinder bewegen sich weniger, während das Thema Medien immer mehr in den Vordergrund tritt. 

Welche Themen spielen bei den Rakuns eine Rolle?

Die zwei Comic-Waschbären erleben mit ihrer Clique Abenteuer rund um das Thema Gesundheit. Die fünf zentralen Module sind Körper- und Selbstbewusstsein, Bewegung und Entspannung, Körperpflege und -hygiene, Ernährung und schließlich auch die Medienbildung.

Die Themen sind nach Klassenstufen aufgeteilt und die Inhalte an die Lesekompetenz der Kinder angepasst. Im Internet finden Kinder und Lehrpersonen die Projektseite www.rakuns.de, welche die Vermittlung im Unterricht begleitet. Auch Eltern können sich auf der Website wertvolle Tipps für den Alltag holen und sich über die Rakuns informieren.

Wie kann die konkrete Arbeit zu einem der Themenfelder aussehen?

Wichtig ist uns, dass Kinder die Inhalte mit all ihren Sinnen wahrnehmen. Das hat eine nachhaltige positive Veränderung des Gesundheitsverhaltens zur Folge. Zum Thema Ernährung finden die Kinder beispielsweise Glukoseteststreifen in der Forscherbox. Mit diesen messen sie den Zuckergehalt in verschiedenen Getränken, je nach Intensität verfärbt sich der Teststreifen anders.

Durch den „Aha-Effekt“ wird das Wissen verinnerlicht, es bleibt den Kindern nachhaltig im Gedächtnis. Auch die Abklatschplatten zum Thema Körperhygiene sind eindrücklich: Auf diese legt man einmal vor und einmal nach dem Händewaschen seine Hände. Nach einigen Tagen kann man gut erkennen, wie die Bakterien wachsen und sprießen. Die Rakuns zeichnen sich durch diesen handlungsorientierten und forschenden Ansatz aus. 

Wie lassen sich die Rakuns in den Schulalltag integrieren?

Die Materialien sind an die Lehrpläne angepasst, bundesweit einsetzbar und lassen sich somit innerhalb der Unterrichtszeit integrieren. In der letztjährigen Pilotphase haben wir die Rakuns getestet und das Projekt auf die Rückmeldungen der Lehrpersonen angepasst.

Der Einsatz der Unterrichtsmaterialien ist flexibel gestaltet, die Lehrpersonen können selbst entscheiden, wie und wann sie die Rakuns im Unterricht einbringen möchten. Im letzten Jahr haben bereits 6000 Kinder mit der Clique gelernt. Wir hoffen, so viele Schüler wie möglich zu erreichen, unabhängig von ihrem sozioökonomischen Status.

Welche Empfehlungen können Sie Eltern bezüglich der Kindergesundheit geben?

Man sollte mit seinem Kind ganz offen über seine Stärken und Schwächen sprechen. Aufgabenverteilung im Haushalt kann dem Kind zeigen, dass es schon sehr viel kann. Viel Bewegung ist wichtig. Das Kind muss keine Preise gewinnen, doch Bewegung hat zahlreiche positive Einflüsse auf die körperliche und geistige Gesundheit.

Wir empfehlen eine tägliche Bewegungszeit mit moderater und hoher Intensität von mindestens 60 Minuten. Das Ziel ist, die Bewegung als selbstverständig zu begreifen und Spass daran zu haben.

Zusätzlich ist es wichtig, dass man seinem Kind auch Zeit zum Entspannen gibt, etwa nach dem Sport oder den Hausaufgaben. Dazu kann man ihm einen Rückzugsort schaffen, eine Kuschelecke etwa, die frei von jeglichen Medien ist. Das Thema Ernährung verdient besondere Aufmerksamkeit.

Gemeinsame, abwechslungsreiche Mahlzeiten fördern einen reflektierten Umgang mit Nahrungsmitteln und beziehen die emotionale Komponente mit ein. Die Auswahl geeigneter Snacks in Form von Obst und Gemüse sowie energiefreien Getränken trägt dazu bei, die Leistungskurve der Kinder auf einem konstant hohen Niveau zu halten.

Ein reflektierter Umgang mit den Medien ist Ihnen besonders wichtig?

Heutzutage sollte man den Umgang mit Medien kritisch beobachten. Man kann den Kindern etwa zeitliche Grenzen setzen, so dass die Bewegungszeiten nicht durch den Medienkonsum verdrängt werden.

Auch ein Wochenzeitkonto kann sich anbieten, welches dem Kind noch gewissen Freiheiten lässt. Das Kind sollte unbedingt über Gefahren wie beispielsweise Cybermobbing aufgeklärt werden. Wenn man den PC an einem zentralen Ort in der Wohnung aufstellt, dann behält man leichter ein Auge auf den Medienkonsum der Kinder. 

Für mehr Informationen klicken Sie hier: www.rakuns.de