Nicht jeder aber kommt mit den besten Voraussetzungen dazu auf die Welt. Hier ist die Kieferorthopädie – mehr als jede andere Teildisziplin in der Zahnmedizin – ein hilfreicher Begleiter auf dem Weg zu dem genannten Ziel.

Ob es um Maßnahmen geht, die Zahnfehlstellungen schon in der Kleinkindphase verhindern, um Korrekturen von entwicklungsbedingten Fehlstellungen in der Jugend oder die Behebung von ungünstigen Entwicklungen im Erwachsenenalter: Bei sehr vielen Problemen und für jede Altersklasse ist die Kieferorthopädie gefragt, ihre Expertise einzubringen. 

Bei sehr vielen Problemen und für jede Altersklasse ist die Kieferorthopädie gefragt.

Seinen guten Ruf hat sich das Fach traditionell durch die Behandlung von Kindern erworben. Individuell ausgerichtete Maßnahmen beugen ungünstigen Entwicklungen im Bereich der Kiefer und Zähne vor und haben das Ziel, ein langfristig gesundes Gebiss mit gerade stehenden Zähnen zu erreichen, die beim Kauen, Sprechen, Essen gut zusammenarbeiten und harmonisch das Wachsen und Reifen der Kinder unterstützen.

Dabei wird heute nicht mehr automatisch jede nicht ganz der „Norm“ entsprechende Fehlentwicklung korrigiert. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass der Körper kleinere Fehlstellungen auch selbst kompensieren kann.

Die anspruchsvolle Aufgabe für die Kieferorthopäden besteht darin, individuell zu entscheiden, in welchen Fällen die Entwicklung korrigierend unterstützt werden muss. Dies erfordert vielschichtige und weitreichende Fachkenntnisse und langjährige Erfahrung, um Ausgangssituation und teilweise vielfältige Risikoparameter beurteilen zu können.

Kieferorthopäden haben daher, ehe sie sich so nennen dürfen, eine rund vierjährige Fachzahnarztausbildung absolviert. Dies versetzt sie in die Lage, auch  Patienten mit komplexen, teilweise angeborenen Fehlbildungen wie zum Beispiel denen mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten zu helfen: In Deutschland ist circa eines von 600 neugeborenen Kindern betroffen.

Dass man vielen dieser Kinder schon beim Schulstart die ursprünglich auffällige Fehlbildung nicht mehr ansieht, ist ein Beleg für die großen Erfolge der Kieferorthopädie und der weiteren involvierten zahnmedizinischen Disziplinen. 

Wiewohl „endgültige Beweise“ für den Effekt kieferorthopädischer Maßnahmen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden derzeit nicht in jedem Fall vorlegbar sind, mehren sich doch sehr eindrucksvolle Hinweise darauf, dass verschiedene Fehlstellungen eindeutig negative Folgen für Mundgesundheit und Lebensqualität aufweisen und damit – auch rein rechtlich – eine „medizinische Indikation“ für eine Therapie besteht.

Solche negativen Folgen von Fehlstellungen sind beispielsweise gestörtes Abbeißen, oft auch behindertes Kauen beziehungsweise kaufunktionelle Störungen, erhöhte Gefährdung für vorstehende Zähne bei Unfällen, vermehrte Zahnfleischerkrankungen sowie atmungsbedingte Schlaferkrankungen („OSAS“) mit den typischen Symptomen Schnarchen, unruhiger Schlaf, Tagesmüdigkeit und auch „Hyperaktivität“.

Nebeneffekt einer Zahn- und Kieferkorrektur: Das harmonisierte Ergebnis sieht auch noch schöner aus  und hält, gut gepflegt, bis ins Berufsleben, wo eine attraktive Zahnreihe nachweisbar die Karriereaussichten beeinflusst.