Spenden kann so einfach sein

Unter Blutkrebs leiden viele Kinder. Wir alle haben schon einmal von der Möglichkeit, Stammzellen zu spenden gehört. Das habe ich auch, und zwar als Studentin. Natürlich habe ich mich prompt registriert. Einige Jahre später klingelte das Telefon: „UKE Hamburg hier, Dominique, Du kannst helfen ein Leben zu retten“. Hoppala! Echt, ich? Okay! Also unterbrach ich meine Weltenbummlerei und spendete Stammzellen.

Doch ca. 20% der erkrankten Blutkrebspatienten finden trotz der vielen Registrierten keinen geeigneten Spender. Während ich dort so lag, stundenlang, stellte ich den Ärzten viele Fragen. Unter anderem wollte ich wissen, ob man nicht noch leichter Stammzellen gewinnen könne. Ja, das kann man mittlerweile – aus der Nabelschnur.

Ohne Eingriff in die Geburt

Nur weiß das so gut wie niemand. Deshalb wird nach 97% der Geburten in Deutschland das Nabelschnurblut weggeworfen. Dieses Blut unserer kleinen Wunder kann allerdings Leben retten. Ohne in die Geburt oder das so wichtige Bonding (das erste Kuscheln und Schmusen mit dem Neuankömmling) danach einzugreifen, findet die Nabelschnurblutspende erst statt, nachdem das Baby bereits abgenabelt ist. 

Seit 2008 profitierten 79 Patienten von diesen Stammzellpräparaten der DKMS Nabelschnurblutbank.

Dann wird ganz diskret durch den anwesenden Arzt oder die Hebamme das Blut aus der Nabelschnur entnommen. Natürlich darf der Vater des Babys trotzdem selbst die Nabelschnur durchtrennen.

In Deutschland wurden 2015 mehr als 730.000 Babys geboren. Schätzungsweise verläuft mehr als die Hälfe spontan und völlig unproblematisch. In sehr vielen Städten ist die Nabelschnurblutspende bereits möglich.

Eine Erfolgsgeschichte

Bei der DKMS Nabelschnurblutbank in Dresden konnten bereits mehr als 9.000 Spenden erfolgreich aufgearbeitet und eingelagert werden und stehen nun Patienten auf der ganzen Welt für eine neue Lebenschance zur Verfügung. Seit 2008 profitierten 79 Patienten von diesen Stammzellpräparaten der DKMS Nabelschnurblutbank.

Schwangere können sich auch noch kurz vor der Geburt dazu entscheiden, das Nabelschnurblut Ihres Kindes ohne großen Aufwand zu spenden. Leider weiß kaum eine Schwangere von der Möglichkeit zur Nabelschnurblutspende. Dabei kann diese einfache Form der Spende unzählige Leben retten.

Entscheidende Vorteile

Wer gesund und wohlauf ist, kann spenden – das gilt für Mutter und Kind. Die Gefahr der Abstoßung durch den Empfänger ist auf Grund des noch unreifen Immunsystems der Babys sogar noch geringer als bei der Stammzellspende eines Erwachsenen. Ein weiterer großer Vorteil der Spende durch die kleinen Lebensretter ist, dass die Stammzellpräparate innerhalb weniger Tage weltweit zur Verfügung gestellt werden können.

Es gibt auch die Möglichkeit, erwachsene Patienten zu behandeln.

Wenn die Gewebemerkmale von Spender und Empfänger zueinander passen, muss der schwer kranke Patient nicht lange warten, denn vorweg müssen dem Spender nicht tagelang Medikamente verabreicht werden wie bei der klassischen Stammzellspende. Außerdem birgt die Nabelschnurblutspende weniger Ansteckungsgefahren für den Patienten mit Krankheitserregern, wie z.B. Viren.

Und für wen spende ich?

Die Nabelschnurblutspende kommt insbesondere Kindern und Menschen mit seltenen Gewebemerkmalen, die sonst keinen Spender finden würden, zu Gute, eben weil die Immunzellen des Babys weniger geprägt sind, als die der erwachsenen Spender. Die Spende kann  deshalb, unter bestimmten Voraussetzungen, auch dann angewendet werden, wenn sie nicht einhundertprozentig zum Empfänger passen sollte.

Da das Entnahmevolumen und die Zahl der enthaltenen Stammzellen geringer sind als bei der klassischen Stammzellspende ist eine einzelne Nabelschnurblutspende in den meisten Fällen nur ausreichend für ein Kind. Aber es gibt auch die Möglichkeit, erwachsene Patienten zu behandeln. In diesem Falle kann man, vorausgesetzt die Gewebemerkmale stimmen überein, zwei oder auch mehr Spenden für einen Patienten anwenden.

Wenn Du schwanger bist, oder es in Zukunft sein wirst, kann ich Dir nur ans Herz legen, mit Deiner Hebamme und den Medizinern über die Möglichkeiten zu sprechen und Nabelschnurblut zu spenden. Es ist so einfach.

Information

Erfahren Sie mehr von Dominique Stoll und ihren Blog "Lecker Mama" auf lecker-mama.de.