Über 70 Millionen Euro an Spenden standen dem katholischen Hilfswerk zuletzt jährlich zur Verfügung. Einer der Schwerpunkte: Gesundheitsversorgung!

Das nächste Krankenhaus ist 200 Kilometer entfernt. Den Weg dorthin muss der Patient mit seinem schweren Infekt zu Fuß zurücklegen. Im ganzen Land gibt es nicht einen Facharzt. Nicht nur die Medikamente, auch das medizinische Material für die lebensrettende Operation muss ein Angehöriger des Patienten in der Apotheke besorgen.

In der gesamten Region können Impfstoffe und Medikamente nicht verteilt werden, weil es keine Kühlschränke zur erforderlichen Lagerung gibt. Für Millionen von Menschen in den Entwicklungsländern in Afrika, Lateinamerika oder Asien ist dies Alltag – in Deutschland unvorstellbar!

„Beim Blick auf die Gesundheitssysteme in der Einen Welt relativiert sich doch so manches Problem hierzulande“, macht Prälat Dr. Klaus Krämer deutlich. Als Präsident des Kindermissionswerks „Die Sternsinger“ kennt er die eingangs genannten Defizite rund um die medizinische Versorgung von Kindern in vielen Ländern dieser Welt nur zu genau.

„Im vergangenen Jahr haben wir 200 Gesundheitsprojekte in 55 Ländern mit einem Gesamtvolumen von über sieben Millionen Euro gefördert“, beschreibt Prälat Krämer das Engagement des Hilfswerks, das durch den Einsatz der Sternsinger zu Beginn eines jeden Jahres bekannt ist.

Ob die Kinderkrankenstation auf den Philippinen, das Ebola-Programm in Sierra Leone oder das Gesundheitsprogramm für minderjährige Mütter in Kolumbien – die Palette der Projekte in diesem Themenbereich ist ausgesprochen vielfältig.

Einrichtung von Basis­Gesundheitsdiensten, Verteilung von Medikamenten, Bau und Ausstattung von Kinder­Krankenstationen oder Krankenhäusern sowie Gesundheits- und Aufklärungsprogramme stehen auf der Liste der Maßnahmen, die das Hilfswerk der Sternsinger weltweit fördert.

„Aber was nützt die beste medizinische Versorgung, wenn gleich nebenan der nächste Infekt wegen des verkeimten Trinkwassers oder mangelnder Hygiene auf der Schultoilette droht?“, fragt Dr. Barbara Breyhan, Fachreferentin für Gesundheit im Kindermissionswerk.

„Projekte unserer Partner im Bildungsbereich, der Bau von Brunnen oder die Renovierung sanitärer Anlagen sind Beispiele für wichtige flankierende Maßnahmen, die neben den eigentlichen Gesundheitsprojekten immer entscheidend für eine funktionierende Gesamtstruktur sind“, erklärt die Medizinerin.

Und was geschieht, wenn eine eh schon anfällige Struktur fast völlig zerstört wird, so wie zuletzt beim Erdbeben in Nepal? „Gerade die Kinder sind meist am stärksten betroffen von einer solchen Katastrophe. Verletzungen, Angstzustände, möglicherweise der Tod von Eltern oder Geschwistern, der Verlust von Heimat und Umfeld – durch die belastenden Erfahrungen sind die Mädchen und Jungen oftmals schwer traumatisiert“, so Prälat Krämer.

„Nach der unmittelbaren Katastrophenhilfe konzentriert sich die Arbeit unserer Projektpartner deshalb neben dem Wiederaufbau insbesondere auf die Traumabewältigung“, schließt sich Dr. Breyhan an. „Die Kinder brauchen so schnell wie möglich wieder Routinen und eine kinderfreundliche Umgebung“, so die Gesundheitsexpertin. „Nur dann können sie die Traumata überwinden.“

Schulen und Spielplätze heißen die Schlagwörter, die das Prinzip des Kindermissionswerks von der ganzheitlichen Versorgung von Not leidenden Mädchen und Jungen unterstreichen. Und daran arbeitet das Werk der Sternsinger – in Nepal und in 109 weiteren Ländern in aller Welt.

Weitere Informationen zu den Hilfsmaßnahmen: www.sternsinger.de/nepal