Eine Impfung kann eine Infektion mit diesen Viren verhindern.

Trotzdem ist in Deutschland bislang weniger als die Hälfte der 14- bis 17-jährigen Mädchen geimpft. 

Ein Großteil der sexuell aktiven Männer und Frauen infiziert sich im Laufe des Lebens mit HP-Viren. Die Viren sind in der Umwelt weit verbreitet und werden über Haut- und Schleimhautkontakt übertragen.

Bei beiden Geschlechtern kann eine anhaltende Infektion mit den so genannten Hochrisiko-HPV-Typen (zum Beispiel HPV 16 und 18) zu schwerwiegenden Erkrankungen in der Intimzone führen. Dazu zählen verschiedene Krebsvorstufen bis hin zu Gebärmutterhalskrebs und Karzinomen an Vulva, Vagina und Anus.

Die Niedrigrisiko-HPV-Typen (zum Beispiel HPV 6 und 11) können zudem bei Frauen und Männern Genitalwarzen auslösen.

Diese sind zwar nicht lebensgefährlich, ihre Behandlung kann jedoch schmerzhaft und emotional sehr belastend sein. Durch die HPV-Impfung kann diesen Erkrankungen bei Mädchen und Jungen vorgebeugt werden.

Empfohlener Schutz

In Deutschland erkranken trotz der Möglichkeit zur Teilnahme an der Krebsfrüherkennungsuntersuchung jährlich etwa 4.600 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Jedes Jahr sterben ungefähr 1.500 Frauen an den Folgen.

Um die Anzahl der Neuerkrankungen an Gebärmutterhalskrebs zu senken, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfung gegen HPV (Typ 16 und 18) für alle Mädchen von 12 bis 17 Jahren.

Zudem unterstützen verschiedene medizinische Fachgesellschaften wie die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Impfung mit Nachdruck. Dennoch liegt die HPV-Impfrate bei jungen Mädchen hierzulande mit etwa 40 Prozent auf einem niedrigen Niveau.

Die HPV-Impfung kann nicht nur Mädchen vor Gebärmutterhalskrebs schützen, sondern ist auch für Jungen empfehlenswert. In einer Untersuchung wurde gezeigt, dass durch den Impfschutz Erkrankungen im Genitalbereich und Genitalwarzen, die durch bestimmte HPV-Typen verursacht werden, bei Männern um rund 90 Prozent reduziert werden können. Seit 2013 wird die HPV-Impfung für Jungen darum in Deutschland ausschließlich im Bundesland Sachsen empfohlen. 

Vorsorgeuntersuchungen nutzen

Für viele Eltern kann der Gedanke an Krankheiten im späteren Leben ihres Kindes weit weg sein. Das belegen die geringen Teilnahmezahlen an der Jugendgesundheitsuntersuchung J1. Nur 30 Prozent der 12- bis 14-Jährigen nutzen dieses kostenfreie Leistungsangebot der gesetzlichen Krankenkassen.

Doch gerade in diesem Alter kann durch regelmäßige und wenig zeitaufwändige Vorsorgeuntersuchungen und Präventionsmaßnahmen ein wichtiger Grundstein für eine lebenslange Gesundheit gelegt werden.