Antwort: Aufgrund der Vorbelastung reagieren die Organe sensibler und sind anfälliger gegenüber bestimmten Erregern.

Diabetes, Herz-, Lungen- oder Hauterkrankungen – für chronisch kranke Menschen ist ein umfassender Impfschutz empfehlenswert. Denn bereits angegriffene Organe reagieren sensibler und Krankheiten können bei Betroffenen schwerer verlaufen.

Empfehlungen der STIKO

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut (STIKO) erlässt die Impfempfehlungen für Deutschland. Dabei werden alle von der STIKO empfohlenen Standardimpfungen von den Krankenkassen bezahlt. Zum Basisimpfschutz zählen Impfungen gegen Masern, Mumps Röteln, Windpocken, Keuchhusten, Kinderlähmung (Poliomyelitis) Diphterie und Tetanus.

Auch gegen einige bakterielle Erreger (Pneumokokken, Meningokokken) schwerer Allgemeinerkrankungen mit Lungen- oder Hirnbeteiligung wird geimpft.

Grippeschutzimpfung

Neben dem Basisimpfschutz ist die Grippeschutzimpfung für chronisch Erkrankte unbedingt ratsam, denn ihre körpereigene Abwehr ist häufig herabgesetzt, die Ansteckungsgefahr dementsprechend größer.

Insbesondere Asthmatiker und COPD-Erkrankte, Diabetiker, Menschen mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Leber- und Nierenerkrankungen, HIV- oder Krebspatienten sollten sich jährlich gegen Grippe impfen lassen. Bei an Multiple Sklerose Erkrankten kann eine Virusgrippe sogar Schübe auslösen. Auf den Impfschutz sollte daher auch hier besonders geachtet werden.

Hepatitis B

Auch die Impfung gegen die Hepatitis B ist bestimmten Risikogruppen besonders anzuraten. Menschen, die beispielsweise an einer chronischen Nierenerkrankung leiden (bisweilen auch langjährige Diabetiker, deren Nieren bereits geschädigt sind) und auf die Dialyse angewiesen sind, müssen gegen Hepatitis B geimpft sein. Aber auch bei Patienten mit Gerinnungsstörungen oder HIV-Positiven wird die Impfung gegen Hepatitis B empfohlen.

Impfungen bei rheumatischen Erkrankungen

Bei Patienten mit entzündlich-rheumatischen oder immunologisch geprägten rheumatischen Erkrankungen sind Impfungen nicht unproblematisch. Der Basisschutz gegen Diphtherie, Tetanus und Polio sowie die wichtigen Impfungen gegen Virusgrippe und Pneumokokken sind in der Regel empfehlenswert, da die Impfstoffe keine lebenden Erreger enthalten (so genannte Totimpfstoffe).

Die Verabreichung von Lebendimpfstoffen ist dagegen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen unter laufender immunsuppressiver Therapie sowie einer höher dosierten Kortisontherapie nicht ratsam, da die abgeschwächten Erreger des Lebendimpfstoffes eine Infektionserkrankung auslösen können.