Insbesondere in deiner Jugend: Wann und woran hast du gemerkt, dass es dir nicht gut geht?

In meiner Jugend selbst wusste ich überhaupt nicht, was mit mir los war. Ich hatte sehr viel Angst, mit Panikattacken, die mich aufzufressen drohten. Ich war sehr in mich zurückgezogen, spielte aber nach außen den Clown. Ich fühlte mich oft bei der Bewältigung des Alltags gelähmt; eine tiefe Traurigkeit hatte sich über mich gelegt. Erst im Nachhinein ist mir bewusst geworden, dass es sich bereits um eine Depression gehandelt hat.
 

Wann hast du letztendlich Hilfe gesucht und was hat dir geholfen?
 

Ich habe mir selbst dann erst mit 23 Jahren Hilfe in Form einer Psychotherapie geholt. Die Therapie hat mich sehr unterstützt. Des Weiteren habe ich mit Yoga und Meditation begonnen und langsam ein positives Verhältnis zu mir und meinem Umfeld aufgebaut, zum Beispiel durch Sport und Ernährung. Gesund sein ist ein ganzheitlicher Prozess, genauso wie gesund bleiben. Gut zu mir zu sein, meine Bedürfnisse zu erfühlen – das sind sicherlich die wichtigsten Lernprozesse gewesen.

Foto by Madlèn Bohème

Was empfiehlst du anderen jungen Menschen?
 

Wenn du eine Erkältung hast, gehst du auch zum Arzt. Nur weil man eine Depression nicht anhand von „äußeren Merkmalen“ sehen kann, ist sie trotzdem da. Dir aktive Hilfe zu suchen, ist der mutigste Schritt, den du gehen kannst. Denn das Leben ist es wert, gelebt zu werden.

 

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