Die Betroffenen sind hilflos, traurig, haben Angst. Für Erwachsene ist es schon schwierig, eine solche Diagnose zu begreifen – wie mag es da wohl für krebserkrankte Kinder sein?

In diese Situation kommen ROTE NASEN Clowns. Sie bringen das mit, was den Kindern und Familien in der schweren Zeit oft verloren geht: Unbeschwertheit, Freiheit und das Spielerische. Die Clowns treffen die Patienten und beobachten dabei: Wenn Angehörige ihre Kinder lachen sehen, dann können sie auch für einen Moment loslassen und neue Kraft schöpfen.

Ich dachte an das Kind und seine Familie. Und ich dachte an meine Kinder. Was für ein Geschenk sie sind, so voll von Leben und Schönheit!

Seit Oktober vergangenen Jahres sind wir ROTE NASEN Clowns auf der Kinderonkologie der Berliner Charité. Seitdem habe ich selbst in den schwierigsten Situationen immer wieder erlebt, wie auch das Lachen mit all dem Kummer, der Angst und dem Schmerz da sein durfte.

Eine Schwester erzählte uns von einem krebskranken Jungen. Er war sechs Jahre alt und hatte einen großen Tumor, der nicht entfernt werden konnte. Die Schwester sagte, dass die Überlebenschancen des Jungen nicht sehr groß seien. Meine Clownkollegin Maria und ich schluckten, wurden still.

Der Junge saß schüchtern auf dem Schoß seines Vaters. Wir kamen rein und taten erst so, als sähen wir sie nicht. Wenn wir Kinder direkt „anspielen“, kann das am Anfang zu viel für sie sein und sie verschließen sich. Allmählich spürten wir, dass der Junge auftaute und Vertrauen zu uns gewann.

Es war ein tolles Spiel mit ihm, denn das Lachen des Jungen pustete allen Kummer aus dem Raum. Auch der Vater lachte. Der Besuch bei dem Jungen war so, wie wir uns eine Clownvisite wünschen: voller Heiterkeit und Sorglosigkeit.

In der folgenden Nacht saß ich aufrecht in meinem Bett. Ich dachte an das Kind und seine Familie. Und ich dachte an meine Kinder. Was für ein Geschenk sie sind, so voll von Leben und Schönheit! Genauso wie der Junge. Ich betete, dass diese Lebenskraft, die in allen Dingen und Wesen wohnt, ein Wunder bewirkt und den Krebs besiegt.

Wie gehe ich als Clown damit um, wenn ein Kind stirbt? Wenn ich Eltern sehe, die verzweifelt sind? Wie schaffe ich es trotz allem, Ja zu sagen und das Leben noch immer zu lieben, obwohl es ungerecht erscheint? Eins weiß ich genau: Die Freude, die ich erlebt habe, das Lachen und der unbändige Spieltrieb, der zwischen dem Jungen und uns herrschte, waren so real wie die Ohnmacht und der Schmerz.

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