Einen großen Teil seiner Arbeit verbringt der Human- und Zahnmediziner aber mit offenen Bissen oder Kreuzbissen. Und entwickelte den bestmöglichen Schnuller.

Kreuzbisse oder offene Bisse gehören laut Dr. Pick zu den häufigsten Fehlstellungen bei Kindern. Ein Kreuzbiss führt dazu, dass Ober- und Unterkiefer seitlich aneinander vorbei beißen. Wenn Eltern eine Öffnung zwischen den Zahnreihen bemerken, liegt hingegen ein offener Biss vor.

Die Folge: Das Kind kann schlechter schlucken und kauen, auch das Sprechen bereitet Probleme. Mehr noch: Die Fehlstellung schadet der Kieferentwicklung, das Kind atmet schlechter und hat Schwierigkeiten sich zu konzentrieren.

Entweder vererben Eltern diese Fehlstellungen oder äußere Einflüsse führen zu einer Veränderung, darunter zu langes Lutschen am Daumen oder ein schlecht geformter Schnuller. Viele herkömmliche Sauger behindern die normale Kieferentwicklung, weil die Zunge zu wenig Platz am Gaumen hat. Ein normaler Schnuller kann damit zu einem hohen schmalen Gaumen führen, der wiederum eine infektionsanfällige Mundatmung begünstigt.

Da bei vielen Schnullern zudem die Verbindung zwischen Saugteil und Schnullerschild zu dick ist, entwickelt sich leicht ein offener Biss. Doch nur wenige Eltern setzen sich mit dem Schnuller auseinander, scheint doch jeder Sauger das Kind gleichermaßen zu beruhigen.

Kein Schnuller und Stillen ist der beste Schnuller.

Das dachte sich auch der junge Herbert Pick. Mit 39 Jahren wurde der Kieferorthopäde Vater. Der Sohn war gesund, er nuckelte viel und gerne, nur schwer konnte er sich von dem Schnuller lösen. Mit zwei Jahren bemerkte der Zahnarzt einen Kreuzbiss sowie einen offenen Biss, später in der Schule konnte sich der Sohn schlecht konzentrieren. Also studierte Herbert Pick die aktuelle Lektüre zu frühkindlichen Zahnfehlstellungen.

Erstes Ergebnis: Kein Schnuller und Stillen ist der beste Schnuller. Stillen fördert die normale Kieferentwicklung am besten. Zweites Ergebnis: 70 bis 80 Prozent der Kinder in Westeuropa haben einen Schnuller, davon entwickelt jedes zweite bis dritte Kind einen Kreuzbiss oder offenen Biss. „Dies wollte ich ändern und einen perfekt funktionierenden Schnuller entwickeln,“ sagte Herbert Pick rückblickend.

ch bin froh, dass ein Schnuller dies verhindern kann.

30 Jahre entwickelte der Kieferorthopäde einen kieferfreundlichen Schnuller, beobachtete seine kleinen Patienten, änderte die Form und das Material. Der Saugteil seines Schnullers ist klein, weich und beweglich, die Verbindung zum Schild besonders flach. Zudem hat der von Dr. Pick entwickelte Beruhigungssauger seitliche Flügel, die die Entwicklung des Oberkiefers begünstigen und damit auch die Nasenatmung fördern.

Der Schnuller imitiert außerdem die Brustwarze der Mutter und fördert so die Zungenentwicklung. „Oft sind es so scheinbar einfache Dinger wie ein Schnuller, die über die Entwicklung des Kindes entscheiden“, sagt Herbert Pick. Heute geht es seinem Sohn gut, nur der leicht asymmetrische Biss begleitet ihn immer noch. „Ich bin froh, dass ein Schnuller dies verhindern kann.“