Weitere häufige Hautkrankheiten von Kindern sind Infektionen der Haut, allergische Ausschläge oder Virus-Ausschläge, Schuppenflechte, Muttermale und angeborene, eventuell vererbte Hautleiden.

Richtige Pflege für die Babyhaut

Eine gesunde Haut verhindert einen übermässigen Wasserverlust sowie das Eindringen von Mikroorganismen, reguliert die Temperatur und gewährt einen mechanischen Schutz. Deshalb ist es wichtig, die Regeln für die Erhaltung einer gesunden Haut zu kennen: Generell ist bei Säuglingen und Kleinkindern sowie bei empfindlicher Haut das Baden besser als Waschen, da hautschonender.

Geeignet sind zudem pH-neutrale Waschsubstanzen; bei trockener Haut sind auch Badeöle sehr zu empfehlen. Auf alkalische Seifen und Schaumbäder sollte verzichtet werden, um eine Reizung und Austrocknung der Haut zu vermeiden.

Häufiges und sogar tägliches lauwarmes Baden (5–15 Minuten) mit milden Produkten ist nicht schädlich, im Gegenteil: Mit den entsprechenden Badeölen/-zusätzen wirken die Bäder für die Haut sehr pflegend und desinfizierend.

Regelmässiges Eincremen der Haut verbessert und steigert die epidermale Barriere und somit die Widerstandskraft gegen schädliche Viren und Bakterien, verhindert eine Austrocknung und Reizung der Haut und beugt somit auch dem Ausbruch einer Dermatitis vor. Die Produkte sollten jedoch möglichst frei von Duftstoffen, Konservierungsmitteln und Emulgatoren sein.

Im Hinblick auf die Prävention von Hautkrebs sind Sonnenschutzmassnahmen im Kindesalter von grosser Bedeutung. Bei Babys bis zu sechs Monaten ist eine direkte Sonnenbestrahlung ganz zu vermeiden. Später ist darauf zu achten, dass eine Sonnenschutzcreme mit einem SFP-Faktor 30–50 verwendet und schützende Bekleidung getragen wird.

Zur Vermeidung eines Sonnenstichs empfiehlt sich wohldosiertes Aufhalten im Freien: Zwischen 11.00 und 15.00 Uhr am Mittag sollte auf direkte Sonneneinstrahlung verzichtet werden.

Behandlung und Prävention von Neurodermitis

Neurodermitis ist in unseren Breitengraden sehr verbreitet und die häufigste Hauterkrankung bei Säuglingen und Kleinkindern. Sie tritt typischerweise zwei bis sechs Monate nach der Geburt auf. Auch Jugendliche und Erwachsene können von diesem Ekzem betroffen sein, nur ist die Häufigkeit viel geringer. Eins von fünf Kindern leidet in Europa und den USA an Neurodermitis, erklärt  Dr. Weibel.

Diese anlagebedingte Hautkrankheit sei in der westlichen Zivilisation viel häufiger anzutreffen als in übrigen Gebieten. Zwar sind auch die Diagnosemöglichkeiten exakter als in zweit- oder Drittweltländern, doch man vermutet, dass unsere moderne Welt zu «steril» sei und der «Bauernhofdreck» für den Aufbau von Abwehrmechanismen fehle. Unabhängig von Neurodermitis ist hingegen die Windeldermatitis bei Säuglingen sehr verbreitet.

Häufiges Windelnwechseln wirkt vorbeugend. Auf Stoffwindeln sollte verzichtet werden; stattdessen sind hochabsorbierende Einwegwindeln sehr empfehlenswert. Eine zinkhaltige Hautschutzcreme sollte ebenfalls in keinem Kleinkinderhaushalt fehlen. Zink als Zusatzstoff in Cremen wirkt wundheilend und entzündungshemmend.