Aber die Zahl der allergologisch ausgebildeten Ärzte sinkt. Ein Grund hierfür sind auch finanzielle Begrenzungen, die das Thema Allergien für die Ärzte zum Risiko werden ließen. Die Folgen für den Patienten: Vielerorts sind Allergologen bereits Mangelware, was zu entsprechend langen Wartezeiten auf einen Termin führt.

Und: Bereits heute warten die Patienten teilweise über ein Jahr, bis sie ihre endgültige Allergiediagnose erhalten, da die einzelnen Tests auf verschiedene Quartale aufgeteilt werden müssen. Eine Entwicklung, die auch laut verschiedener Studien zu einer Zunahme von Asthma bronchiale geführt hat.

Erste Auswirkungen der Sparmaßnahmen zeigen sich am Beispiel der Pollenallergie: Aus einem unbehandelten Heuschnupfen wird in 40 Prozent der Fälle ein chronisches Asthma. Da viele antiallergisch wirkende Medikamente nicht mehr erstattet werden, gehen die Heuschnupfenpatienten immer seltener zum Arzt.

Das Ergebnis: Die Zahl der Asthmapatienten hat von 2007 bis 2010 bereits um zehn Prozent zugenommen. Die Hygienehypothese zum Beispiel stützt sich auf die Tatsache, dass der Vormarsch der Allergien in den Industrieländern auf übertriebener Hygiene beruht, die einen Verlust der natürlichen Immunität mit sich zieht.

Eine weitere Theorie geht davon aus, dass Schadstoffe die Allergieentstehung begünstigen, so werden Pollen zum Beispiel durch Umwelteinflüsse wie Ozon oder Dieselruß immer aggressiver. Hinzu kommt auch, dass wir heute vielfältigere Allergieauslöser haben als noch vor 50 Jahren – sei es durch den Import beispielsweise neuer Lebensmittel oder Pflanzen oder sei es durch veränderte Produktionsbedingungen.