Gehen Sie zur Vorsorge, damit Ihr Baby rundum gut gedeiht, und nutzen Sie die Möglichkeiten, die Ihnen Ihre Krankenkasse bietet. Bereits vor 100 Jahren gab es eine Betreuung von Schwangeren zum Zwecke der Vorsorge. Heute wird diese nach den Mutterschaftsrichtlinien des Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen vorgenommen und umfasst:

  • das Screening, also die Überwachung des Gesundheitszustandes durch regelmäßige Untersuchungen
  • die Diagnose und Therapie, also die individuelle Untersuchung je nach Risiko der Schwangeren mit dem Ziel rechtzeitiger Behandlung bei möglicherweise auftretenden Problemen
  • das Informieren und Beraten der schwangeren Frau über ihren Zustand und den ihres Kindes

Regelmäßige Untersuchungen

Anfangs liegen die Arzttermine etwa vier Wochen auseinander, gegen Ende der Schwangerschaft zwei Wochen. Ihr Arzt wird immer ein Auge darauf haben, wie es Ihnen geht. Denn wenn Sie gesund sind, kommt das auch Ihrem Kind zugute. Bei jedem Besuch wird Ihnen Blut entnommen, Sie werden gewogen, Ihr Blutdruck wird bestimmt und eine Urinprobe ist fällig.

So lässt sich feststellen, ob alles im normalen Bereich liegt und Abweichungen, die auf ein Problem hindeuten könnten, werden früh entdeckt. Die vaginale Untersuchung soll unter anderem klären, ob der Muttermund gut verschlossen ist. Wichtig ist auch, dass keine Scheideninfektion vorliegt.

Natürlich gibt es auch spezielle Untersuchungen, um festzustellen, wie sich Ihr Baby entwickelt. Dazu zählen etwa die drei vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen. Sie sind jeweils im ersten, zweiten und letzten Schwangerschaftsdrittel vorgesehen.

Weitere Ultraschalltermine sind möglich, falls Ihr Arzt das Gefühl hat, dass Ihr Baby aus medizinischen Gründen beobachtet werden sollte. Zur Feindiagnose stehen in Zweifelsfällen unter anderem Doppler-Ultraschall oder 3-D-Ultraschall zur Verfügung.

Methoden zur vorgeburtlichen genetischen Diagnostik

Außerdem gibt es Methoden zur vorgeburtlichen genetischen Diagnostik, etwa eine Chorionbiopsie oder Fruchtwasseruntersuchung. Ärzte sind verpflichtet, Schwangere ab 35 darauf hinzuweisen, dass ab diesem Alter das Risiko, ein durch Gendefekte behindertes Kind zu bekommen, ansteigt. Anspruch auf genetische Beratung haben jedoch auch jüngere Schwangere, wenn in ihrer Familie oder der des werdenden Vaters bereits erbliche Krankheiten aufgetreten sind.

Sprechen Sie im Zweifelsfall frühzeitig mit Ihrem Arzt. Wenn Sie gut informiert sind, fällt es Ihnen unter Umständen leichter, die Entscheidung für oder gegen einen Gentest zu treffen.

Bei Alarmsignalen gleich zum Arzt gehen

Da stimmt doch was nicht? Wenn Sie dieses Gefühl haben, sollten Sie Ihrem Kind zuliebe niemals zögern, ärztliche Hilfe zu suchen. Das gilt insbesondere bei:
Blutungen: Die können auch in der Schwangerschaft völlig harmlos sein. Sicherheitshalber sollten Sie aber bei jeder Form der Blutung einen Arzt aufsuchen. Rufen Sie einen Krankenwagen, wenn die Blutung sehr stark ist.

Wehen

Dass Ihr Bauch ab und zu mal kurz hart wird, ist normal. Ab etwa der 26. Woche können erste leichte Wehen auftreten: Bis zu drei Mal die Stunde bemerken Sie das Hartwerden der Bauchdecke, ab der 30. Woche vielleicht schon bis zu fünf Mal. Solche Übungswehen sind kein Grund zur Sorge. Kommen die Kontraktionen aber häufiger und werden intensiver, müssen Sie zum Arzt oder in die Klinik fahren.

Nachlassende Kindsbewegungen

Je größer Ihr Baby wird, desto weniger Platz hat es. Es ist daher ganz normal, dass es gegen Ende der Schwangerschaft eher ruhig liegt. Sollten Sie aber den Eindruck haben, dass es sich ungewöhnlich wenig oder gar nicht bewegt, suchen Sie einen Arzt auf.

Tipp

Ihren Mutterpass sollten Sie immer dabei haben. Darin steht alles, was der Arzt oder die Hebamme im Notfall zu Ihrer Schwangerschaft wissen muss.