Familienleben. Was fällt Ihnen spontan dazu ein?

Es ist mein Alltag, das Allerwichtigste in meinem Leben. Früher haben mein Job und meine Karriere den ersten Platz eingenommen, doch seit die Kinder da sind, hat sich das alles um 180 Grad gedreht. Meine Familie ist mein Ein und Alles, der Job muss sich dem anpassen.

Bitte stellen Sie uns Ihre Familie vor.

Das ist mein Mann. Wir sind jetzt seit zehn Jahren verheiratet und im April seit zwölf Jahren zusammen. Dann sind da meine wunderbaren Kinder: mein siebenjähriger Sohn und meine dreijährige Tochter. Und nicht zu vergessen unser Hund, ein 13 Jahre alter Dackel – der alte Herr in unserer Runde.

Wir können alles organisieren, gehen nebenbei noch arbeiten, kümmern uns um den Haushalt und achten darauf, dass alle Familienmitglieder glücklich sind.

Ein Mehrgenerationenhaushalt.

(lacht) Auf jeden Fall. Wenn meine Kinder Bilder von uns als Familie malen oder über unsere Familie sprechen, ist unser Hund immer ein Teil davon – wir gehören alle zusammen.

Wie sieht ein normaler Tag bei Ihnen aus?

Um sieben Uhr morgens klingelt bei uns der Wecker. Zuerst machen wir den Großen für die Schule fertig, sodass er spätestens um 20 Minuten vor acht aus dem Haus geht. Meist bringt ihn mein Mann zur Schule, und ich mache die Kleine fertig für den Kindergarten. Gegen neun Uhr machen wir uns dann auf den Weg dorthin. Um halb zehn beginnt dann mein Tag. Davor ist alles für die Kinder.

Wenn sie dann aus dem Haus sind, beginnt meine Arbeit. Steht ein Dreh an, versuche ich, diesen auch immer erst auf nach halb zehn zu legen, damit unser Morgenritual nicht unterbrochen wird. Steht kein Dreh an, gehe ich ins Büro. Dort gibt es immer genug zu tun. Da mein Mann gerade viel unterwegs und auf Tour ist, unterstützen mich meine Schwiegereltern, die quasi bei uns um die Ecke wohnen. Um 15 Uhr hole ich meinen Sohn dann wieder aus der Schule ab, und gemeinsam holen wir seine Schwester aus dem Kindergarten ab.

Dann muss man schauen, wer mit wem verabredet ist, ob Ballett oder Fußball auf dem Programm steht. Nachmittags spiele ich also meistens nur noch Kindertaxi. Manchmal ist es aber auch so, dass meine Kinder ihre Freunde zu uns einladen. Da kann es auch mal vorkommen, dass sechs Kinder um mich herumspringen. Aber auch diese Momente genieße ich sehr. Um acht Uhr gehen die Kinder dann ins Bett – und man hat Zeit zum Durchatmen.

Zeitmanagement durch und durch.

Definitiv! Was Mütter leisten können, ist unglaublich. Wir können alles organisieren, gehen nebenbei noch arbeiten, kümmern uns um den Haushalt und achten darauf, dass alle Familienmitglieder glücklich sind. Ich sage immer, dass Frauen, die Kinder haben und arbeiten gehen, jede Firma dieser Welt managen könnten.

Momente der Zweisamkeit. Kommen Sie noch dazu?

Wenn man Kinder hat und beide arbeiten, ist die Zeit zu zweit natürlich sehr begrenzt. Wir haben das Glück, dass meine Schwiegereltern dicht bei uns wohnen und meine Kinder Oma und Opa sehr gern besuchen. Dadurch haben wir ab und zu auch Zeit für uns, gehen ins Kino, etwas essen oder kuscheln uns auf die Couch. Das bringt schon so viel, weil man diese seltenen Momente viel mehr genießt. Zudem versuchen wir jeden Abend, wenn die Kinder im Bett sind, noch etwas Zeit miteinander zu verbringen.

Wenn wir einen Film gucken, schlafen wir aber beide meistens auf der Couch ein (lacht). Ich denke aber, dass es sehr wichtig ist, Momente der Zweisamkeit zu haben. Viele Paare vergessen das und sind nur noch Mutter und Vater. Ich denke, dass dies ein riesiger Fehler ist, denn heutzutage kann man sich so schnell auseinanderleben.

Jede Familie hat diese typischen Stressmomente. Bitte erzählen Sie uns von Ihren.

Bei uns gibt es viele Stressmomente. Ich finde es immer wieder Wahnsinn, was alles passieren kann, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Zum Beispiel?

Ich war vorgestern mit den Kindern unterwegs und wollte mir nach dem Einkaufen nur schnell einen Kaffee holen. Wir waren keine fünf Minuten in dem Café, da musste meine Tochter auf die Toilette und mein Sohn hat einen Korb voller Kaffeetüten umgekippt.

Wie haben Sie darauf reagiert?

Einfach Ruhe bewahren. Mit der Zeit lernt man, gelassen mit solchen Situationen umzugehen. Natürlich gibt es auch Momente, da ist man kurz vor dem Durchdrehen.

Wie gehen Sie dann damit um?

Ich schalte dann einfach ab und fange an, an andere Sachen zu denken. Ich gehe kurz in eine andere Welt, komme wieder zurück und schaffe es, ruhig zu bleiben. Kinder sind manchmal wirklich anstrengend, sie testen Grenzen aus oder haben auch mal einen schlechten Tag.

Wir Erwachsenen sind dann dafür zuständig, uns davon nicht beeinflussen zu lassen, mit solchen Situationen umzugehen und das Spielchen nicht mitzuspielen. Aber zum Glück kommt das nicht so oft vor. Meistens haben wir schöne Momente miteinander.

Bitte erzählen Sie uns von diesen Momenten.

Wir versuchen, als Familie so viele gemeinsame Momente wie möglich zu haben. Wir gehen ins Naturkundemuseum, auf den Indoorspielplatz, ins Schwimmbad oder spielen einfach nur auf dem Kinderzimmerboden mit Legos, Puppen, Autos. Auch wenn wir mal einen Kurzurlaub machen, nehmen wir die Kinder immer mit.

Ich kenne viele Eltern, die lassen die Kinder dann bei Oma und Opa. Das machen wir nicht. Diese Zeit mit den Kindern ist anstrengend, ja, aber auch die schönste Zeit im Leben. Und ich möchte jeden Moment davon in vollen Zügen genießen.

Ist die Familienplanung abgeschlossen?

Ich bin mir da nicht so sicher. Oft frage ich mich: Willst du ein drittes Kind? Brauchst du ein drittes Kind? Wenn ich dann aber eine Schwangere oder ein Baby sehe, sind sie sofort wieder da, diese Gefühle, die nur Mamas kennen. Ich kann diese Frage also nicht mit Ja oder Nein beantworten. Wenn es passiert, dann passiert es.