Es heißt immer, dass Papa sein Kind sicherlich deutlich höher werfen kann als die Mama. Und da ist bestimmt etwas Wahres dran. Im Einzelfall mag es anders sein, aber der Großteil der Papas ist wagemutiger, lässt sein Kind gefährliche Dinge ausprobieren und greift bei einem Anflug von „Gefahr“ erst später ein. Zumindest lässt sich dieses Verhalten an einem sonnigen Wochenende auf den Spielplätzen im Hamburger Stadtpark recht gut erkennen. Da kraxeln die Papas mit ihren Sprösslingen über Klettertürme, übertreiben es mit dem Anschubsen an der Schaukel oder lassen zwei Kleine auf der anderen Seite der Wippe juchzend abheben. Der Entwicklung des Kindes schadet das nicht, im Gegenteil. Die Väter warten erst mal ab und beobachten die Situation, wenn das Kind eine Herausforderung meistern will. Sie sind präsent und bieten Hilfe an, lassen das Kind aber das Problem erst mal allein lösen. Das sorgt für mehr Selbstbewusstsein und ein Erfolgserlebnis, wenn so neue Dinge gelernt und Schwierigkeiten erstmals gemeistert werden.

Papas spielen anders, können aber auch geduldig und einfühlsam sein. Gerade am letzten Wochenende habe ich meine Frau am Sonntag ausschlafen lassen und mit meiner fünfjährigen Tochter drei Stunden lang diverse Spielsets aufgebaut. Das macht wirklich Laune, gemeinsam auf dem Boden zu liegen und zusammen aus der großen Kiste die richtigen Teile zu fischen. Einen Tipp habe ich für grenzenlosen Spielspaß aber: Ich lasse das Handy dabei grundsätzlich in der Ladestation. Denn ich habe mir vorgenommen, die gemeinsame Zeit intensiv zu gestalten und mich voll auf meine Tochter zu konzentrieren. Ich denke, so wird sich bei ihr auch der Eindruck festigen, dass wir viel schöne Zeit gemeinsam verbracht haben und dabei ziemlich viel Spaß hatten. Zu Weihnachten haben wir für meine Frau und die Großeltern zusammen Seife hergestellt. Mir solche DIY-Projekte vorzunehmen, war für mich auch neu. Aber ich hatte auf einem Mamablog davon gelesen und fand das eine tolle Idee. Und was soll ich sagen, die Ergebnisse sorgten für sehr große Freude.

Ebenso habe ich die Aufgabe übernommen, mit meiner Tochter zum Babyschwimmen, Kinderturnen oder mal am Wochenende ins Jump House zu gehen. Denn ich wünsche mir, dass ich so bei meiner Tochter die Begeisterung für Sport entfache. Ich selbst habe als Kind und Jugendlicher viel Sport getrieben und dadurch nicht nur tolle Freunde gefunden, sondern auch Erfahrungen gemacht, die mich geprägt haben. Und gerade weil die Welt immer digitaler wird, liegt es mir besonders am Herzen, schon in jungen Jahren für ausreichend Bewegung und altersgerechten sportlichen Einsatz zu sorgen. Sicherlich ist es nicht jedem Vater möglich, so viel Zeit mit seinen Kindern zu verbringen, wie er möchte und wie es gut für den Nachwuchs wäre. Es gibt aber auch die These, dass nicht die Dauer der gemeinsamen Zeit entscheidend ist, sondern die Intensität. Insofern würde ich raten, sich im Rahmen des Machbaren möglichst viel Kinderzeit einzurichten und sich dann zu 100 Prozent auf das gemeinsame Spiel einzulassen. 

Eine ähnlich wichtige Bedeutung kommt der Auswahl des richtigen Spielzeugs zu. Seit ein paar Jahren hat das „edukative Spielzeug“ Einzug in die Kinderzimmer gehalten. Das sind meist technische Geräte, die zusammengebaut werden müssen und dann oft mithilfe einer App gesteuert werden. Das soll das logische Denken und Programmierfähigkeiten fördern. Aber ist das wirklich im Vorschulalter schon nötig? Fördert es nicht auch die Kreativität, wenn man Kindern einen Klumpen Knete, einen Tuschkasten oder eine Kiste Holzspielzeug hinstellt? Wir sehen das so und haben weder einen Fernseher noch zu viel batteriebetriebenes Spielzeug im Kinderzimmer. Aktuell sind die Holzeisenbahn, Malstifte, Puzzle, Kugelbahnen oder die Puppen das bevorzugte Spielzeug meiner Tochter. Damit kann sie sich wunderbar allein beschäftigen, freut sich aber auch wie Bolle, wenn wir uns gemeinsam ein paar neue Spiele einfallen lassen. ′

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