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Heute sind Streichelzoo, Gemüsebeet und Kräutergarten, Birkenhain und Weizenfeld nicht mehr jottweedee, sondern mittendrin im Quartier. Vor allem gestressten Eltern und Kindern wird ein facettenreiches Beschäftigungsprogramm präsentiert.

Eigentlich nichts Neues, Parks waren schon immer Treffpunkte des lustvollen Vergnügens, von den Gärten des römischen Generals Lukullus vor mehr als 2.000 Jahren über die Klosteranlagen im Mittelalter bis zu sinnlich-opulenten Festen, die in barocken Paradiesen wie Versailles zelebriert wurden. Feuerwerk, Gondelfahrten, Musik – gibt’s heute alles wieder.

Wozu in die Ferne schweifen, liegt das Gute doch so nah!

Strapaziöse Reisen in exotische Länder muss man auch nicht mehr unternehmen. In den Berliner „Gärten der Welt“ gibt es fast monatlich attraktive Angebote für Eltern und Kinder. So lockt im Juni im Koreanischen „Seouler Garten“ das „Lotuslaternenfest“. Höhepunkt dieses Familienfestes ist ein abendlicher Lampion-Umzug, den es im September beim „Mondfest“ gleich noch mal gibt.

Im Juli laden die schottischen „Highland Games“ ein, damit sich Papa beim Baumstamm-Weitwurf profilieren kann, die Fahrt nach Schottland hat die Familie also auch schon gespart. Die „Gärten der Welt“ sind 2017 Teil der Internationalen Gartenbau-Ausstellung (IGA), die gleich nebenan in Marzahn-Hellersdorf entsteht und im nächsten Jahr eröffnet wird.

Man kann den Sommerurlaub also getrost daheim verbringen. Auf dem IGA-Gelände entsteht mit 6.000 Quadratmetern Berlins größter Wasserspielplatz. In einer gigantischen Spiellandschaft wird zu einer fantastischen Reise in exotische Länder eingeladen (die Spielplätze bleiben nach der IGA öffentlich erhalten), angelehnt an Erich Kästners abenteuerliches Buch „Der 35. Mai“.

Der Campus ist das grüne Klassenzimmer

Und auf dem Campus erleben Kinder und Jugendliche beim spielerischen gemeinsamen Gärtnern die Natur vor Ort, sie erschaffen neue Habitate für Tiere und Pflanzen, lernen die Heilkräfte von Wildkräutern kennen, sie säen in ihren eigenen Beeten, ernten und kochen zum Finale zusammen. So erleben sie hautnah und sinnlich die Herkunft des Essens.

Vor allem für junge Familien wird „Urban Gardening“ thematisiert – man denke nur an die temporären „Prinzessinnen-Gärten“ mitten in Kreuzberg. Auf der IGA 2017 wird dies auch ein wichtiges Thema sein. Denn der moderne Stadtpark ist eine Oase für alle Sinne, und da gehört das Essen mit dazu.

Auf Du und Du mit der Kuh

Bleiben wir noch in Berlin: Der „Britzer Garten“ erlebte seine Taufe 1985 zur Berliner Bundesgartenschau. Seitdem hat sich der 90 Hektar große Park im Süden der Stadt zu einem der beliebtesten Ausflugsziele für die ganze Familie etabliert. Zwischen weiten Wiesenflächen, mystischen Farnwäldern, gigantischen Rhododendron-Wällen, Bachläufen und Teichen ist er eine paradiesische Oase mitten in der tosenden Metropole.

Es gibt magische Feen-Feste, schokoladenbraune Salers-Rinder wollen gestreichelt werden und im „Freiland-Labor“ kann die ganze Familie den Gesang der Vögel bei der Vogelkartierung im Besonderen und die Natur im Allgemeinen erforschen.

Alpenerlebnis im Kasseler Wilhelmspark

Wer die Berge liebt, muss weder nach Süden noch nach Norwegen reisen: Ausgerechnet im hessischen Kassel wird die Lust auf Berge und Geysire aufs Spektakulärste befriedigt. Der Bergpark Wilhelmshöhe ist mit 2,4 Quadratkilometern der größte Bergpark Europas – und das im eher flachen Norddeutschland.

Mehreren Fürsten sind die Klippen und Viadukte, Schluchten, Sturzbäche, Wasserfälle und meterhohe Fontänen zu verdanken, die im Sommer am Wochenende Tausende zu einem tosenden Schauspiel anziehen. Hier bietet ein UNESCO-Welterbe-Park, über 300 Jahre alt, ein gigantisches, quicklebendiges Naturerlebnis mitten in der Stadt.

Romantische Picknicks – very british

Der Bremer Bürgerpark ist seit 1866 ein von Bürgern organisiertes, finanziertes und gepflegtes Elysium im Herzen der City, Gründermotto: „Für Herr und Gesind, Mann, Weib und Kind, zu Nutz und Freud für alle Zeit“. So ist es bis heute geblieben, Kühe weiden malerisch auf den weiten Auen und zahlreiche kulturelle Veranstaltungen richten sich an alle Altersgruppen.

Zur Krönung ländlicher Idylle gehört ein romantisches Picknick. Dafür muss man auch andernorts nicht mehr ins Mutterland stilvoller Park&Picknick-Kultur, nach England, fahren: Im Düsseldorfer Südpark wird zum Picknick-Konzert auf die Wiese geladen – Glyndebourne lässt grüßen. Auch die Herrenhäuser Gärten in Hannover bieten ländliche Picknicks an, sommers speziell für Kinder: Da gibt es „Märchen-Picknicks“.

Auf zur „Nacht der Fledermäuse“

Im Englischen Garten München, 1789 angelegt – mit 375 Hektar einer der größten innerstädtischen Parks weltweit –, kann jeder nach seiner Façon selig werden. Ende August findet dort für Kinder die „Europäische Nacht der Fledermäuse“ statt.

Eine große Schafherde mit 400 Schafen, die jeden Sommer im nördlichen Bereich weidet, schenkt diesem Teil des Parks pastorale Idylle. Unter Führung des Schäfers können Kinder die drolligen Vierbeiner hautnah kennenlernen, mehr Natur geht nimmer in der Stadt.

Per Kanu durch den Park

In Hamburg kann man zwar an der Elbe entlang dicke „Pötte“ bestaunen, doch viel naturnaher und idyllischer geht es im südlichen Wilhelmsburg zu. Seit dort 2013 die Internationale Gartenschau (IGS) den Stadtteil aufwertete, erkundet man per Kanu oder Ruderboot schmale Kanäle. Sie mäandern sich natürlich durch wucherndes, dschungelartiges Grün des 100 Hektar großen Inselparks.

Beim Spaziergang durch das Areal „Dunst und Nebel“ fühlt man sich fast ein wenig wie im Regenwald, dank zahlreicher Sumpfzypressen und künstlich erzeugter Dunstschwaden. Und inmitten dieser grünen Oase können sich Kinder auf fünf großen Spielplätzen oder im Hochseilgarten austoben.