Alles scheint außer Rand und Band zu geraten. Wenn die eben noch lieben Kleinen zu großen „Monstern“ werden und die Revolution im Kinderzimmer ausrufen, ist sie da - die schwierige Lebensphase der Pubertät.

Es beginnt die Zeit, in der das Kind kein Kind, aber auch noch kein Erwachsener, ist. Doch gerade jetzt, wo die meisten Eltern lieber einen Kaktus umarmen würden, als ihr eigenes Kind und sich genervt zurückziehen möchten, ist ihr Engagement und elterlicher Rückhalt wichtiger denn je. In dieser Phase erleben Teenager Zeiten des totalen Hochgefühls, dann wiederum tiefe, emotionale Abgründe.

Um die eigene Unsicherheit zu überspielen, geben sie sich gern großspurig. Sie wollen sich und die anderen davon überzeugen, dass sie selbstbewusster und stärker sind, als sie sich eigentlich fühlen. Dadurch sind auch Konflikte vorprogrammiert. Und Eltern stellen sich die Frage: Wie gehe ich mit meinem Kind um? Wie erziehe ich es richtig? Anregungen für Antworten.

Wie kann ich weiterhin am Leben meines pubertierenden Kindes teilnehmen? 

Es ist völlig normal, dass Jugendliche in dieser Phase beginnen, sich ein Leben außerhalb der Familie aufzubauen und seine eigene Identität zu finden. Das Kindliche verliert sich immer mehr. Es werden Grenzen übertreten, Verbote missachtet und bis dato unbekannte Facetten der eigenen Persönlichkeit ausgelotet – und all das ist völlig normal, denn ohne Eigenständigkeit kann sich keine Eigenverantwortlichkeit entwickeln.

Tipp: Versuchen Sie gelassen zu bleiben und lassen Sie die Abgrenzung zu, doch zeigen Sie auch Interesse an dem sich verändernden Leben Ihres Kindes. 

Wie kann ich mit meinem Kind im Gespräch bleiben? 

Eltern sollten grundsätzlich gesprächsbereit sein und das auch signalisieren. Auch wenn besonders in den typischen Rückzugsphasen jede Kommunikation verweigert wird. Tipp: Fragen Sie doch einfach mal, was denn so „up-to-date“ ist. Das könnte ein guter Einstieg in ein Gespräch sein. Ihr Kind als Experte darf seine Eltern informieren über jugendliche Umgangsformen und den aktuellen Jugendkult.

Bei Streitgesprächen sollten Eltern immer versuchen einen sachlichen Ton anzuschlagen, der signalisiert: „Ich nehme dich ernst, aber du mich bitte auch.“ Der Teenager versucht zudem oftmals, sich Familienritualen, wie dem gemeinsamen Essen, zu entziehen.

Auch wenn das völlig normal ist, sollten Eltern darauf bestehen, dass das Kind sich auch weiterhin an elementaren Gemeinsamkeiten beteiligt. Nur so kann das familiäre Selbstverständnis aufrechterhalten werden und der Raum für Gespräche bleibt bestehen.

Wie viel Freiraum braucht mein Kind? 

Größere Freiräume sind für die Weiterentwicklung zur Eigenständigkeit absolut notwendig. Hier gilt: Je älter das Kind wird, desto weniger Regeln sollten aufgestellt werden, denn mit zu viel Kontrolle erreichen Eltern genau das Gegenteil. Tipp:  Bleiben Sie im Hintergrund und vertrauen Sie darauf, dass Ihr Kind für sich selbst die "richtigen" Entscheidungen trifft.  Und vergessen Sie nie: Aus Fehlern lernt man.

Wie kann ich mein Kind in dieser Lebensphase am besten schützen? 

Wie sehr Eltern auch versuchen das eigene Kind zu beschützen, sie können es immer weniger und müssen lernen schrittweise die Verantwortung an ihr Kind abzugeben.

Tipp

Auch wenn dies nicht leicht ist, müssen Sie – so wie Ihr Kind die Selbstständigkeit erlernen muss – lernen, sich rauszuhalten und Ihr Kind laufen zu lassen.