Familie, was bedeutet das für Sie?  

Begegnung auf Augenhöhe.

Bitte stellen Sie uns Ihre Familienmitglieder vor.

Wenn wir alle zusammen am Tisch sitzen, zähle ich zwölf Menschen.

Das kann man ja schon als Großfamilie betiteln. Wie kann man sich den Alltag mit Ihren Lieben vorstellen?

In ein Auto passen wir alle schon lange nicht mehr. Bei Family-Ausflügen werden Kleinbusse gemietet, damit alle Platz haben (lacht). Bei uns in der Familie hat jeder sein eigenes Universum, seine eigenen Vorlieben und Talente, und es gibt auch jede Menge Schnittstellen, an denen wir alle zusammenkommen, gemeinsam an Projekten arbeiten, Geburtstage und Weihnachten feiern. Und natürlich gehen wir uns auch aus dem Weg, wenn es nötig ist, das gehört unbedingt dazu. Liebe und gemeinschaftliches Gefühl braucht Raum. Ich bin dankbar für mein Leben in der Großfamilie, und dass ich miterleben darf, wie die Kinder meiner Kinder aufwachsen.

Sie sind bereits mit 49 Jahren Oma von Zwillingen geworden. Wie war das für Sie?

Ein großes Geschenk. Oma zu sein, ist rührend, herzlich und wunderschön. Und genauso schön ist auch die Gewissheit, dass man das geliebte Enkelkind nicht auf allen Ebenen beschützen und behüten soll, weil man ja eben „nur“ die Omi ist.

Welche Vorteile hat es, eine junge Oma zu sein?

Jung oder alt hat ja nichts mit einer Anzahl von Jahren zu tun. Jung ist, wer noch staunen und sich begeistern kann, wie ein Kind. Und eine Großmutter kann heutzutage alles sein und darf vom klassischen Bild abweichen. So wie es ja auch nicht mehr nur die typischen Mütter und Väter gibt, trägt heute die eine Oma immer noch wunderschönes schneeweißes Haar und backt den Enkeln sonntags Apfelkuchen und die andere erklärt ihren Enkeln vielleicht die neueste Software und liebt Sushi. Modern sind beide Omas, weil sich beide so ausleben, wie es für sie stimmig ist. Da ist nichts besser oder schlechter ...

Was unternehmen Sie regelmäßig mit Ihren Enkelkindern?

Wenn alle drei bei mir sind, geht es gut ab und dann stellt sich meistens die Frage: Was unternehmen die drei mit mir? Mit Kindern zu sein, ist
Leben pur.

Wie meistern Sie den Spagat zwischen Karriere und Familie?

Das Leben ist ein beweglicher Prozess ... kein Spagat, an dem man sich zerteilt. Bei mir vermischen sich die Dinge und alles hat auch immer irgendeine Verbindung zu meinem Leben als Künstlerin, Mutter und Großmutter, Hausfrau und Schulgründerin ... Das Leben ist bunt und je natürlicher die unterschiedlichen Ebenen zusammen laufen, desto besser fühle ich mich.

Sie sagten einmal, dass Sie regelmäßig zum „Familien-Coach“ gehen. Was kann man sich darunter vorstellen?

Man kann Themen besprechen, einzeln oder auch gemeinsam. In verhakelten Situationen kann es hilfreich sein, einen Mediator zu haben. Ich zum Beispiel kann den anderen dann besser zu Wort kommen lassen und auch mal einen Moment still halten. Ein gutes Gespräch schafft Klarheit und Nähe.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft Ihrer Familie?

Noch mehr Enkelkinder (lacht).

Information

„Werden? Ich bin doch schon!“
Zum 10-jährigen Bestehen gibt die Neue Schule Hamburg, die NENA mit ihrem Mann gegründet hat, mit diesem Buch einen Einblick in ihre außergewöhnliche Praxis. Eine demokratisch verwaltete Schule, die konsequent die individuelle Freiheit ihrer Schüler in den Mittelpunkt stellt, erzählt sich selbst: Eindrucksvoll und berührend zeigen Schüler, Lehrer und Gründer das Leben der Schule und die damit verbundene Philosophie.

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