Das Leben mit Kindern ist bunt: Sie machen aus unseren wohlüberlegten Plänen manchmal Chaos, eröffnen uns mit ihrer Fantasie ganz neue Perspektiven, sie lehren uns Spontanität, Neugier und grenzenloses Vertrauen. Die Liebe, die Eltern ihren Kindern entgegenbringen, zahlt sich tausendfach aus: Nicht materiell, aber in dem Bewusstsein, den Kleinen Chancen zu eröffnen, sie zu lieben, zu versorgen, zu bilden und sie zu unterstützen auf dem langen Weg, der Mensch zu werden, der sie sein wollen. 

Kinder sind viel mehr als das private Glück. Ohne sie und ihre Familien hat unsere Gemeinschaft keine Zukunft.

Mit der Unterstützung von der gesamten Familie machen Kinder die ersten Schritte in die Welt. Getragen von Liebe lernen sie zu sprechen, zu laufen, mit anderen Menschen zu interagieren, Vertrauen zu entwickeln. Und natürlich wird in der Familie auch der Grundstein für Bildung gelegt: Bausteine stapeln, Bücher anschauen, Geschichten hören, malen, singen, Kuchen backen, spielen – ganz nebenbei eröffnet sich den Kleinen ein neuer Horizont.

Kinder sind aber viel mehr als das private Glück. Ohne sie und ihre Familien hat unsere Gemeinschaft keine Zukunft. Nicht nur, dass ihr die kreativen Köpfe von morgen ausgehen, die helfenden Hände und der soziale „Kitt“ unseres Miteinanders. Auch das Gerüst unserer Sozialversicherungssysteme schwankt längst bedrohlich. Der Generationenvertrag baut auf Nachkommen.

Wer heute Beiträge zu Rente, Pflege und Krankenversicherung leistet, sichert die Versorgung derjenigen, die jetzt Rente beziehen, gepflegt werden oder krank sind. Damit kein Zweifel aufkommt: Dieses Solidarsystem ist gut und richtig. Nur ignoriert es, dass sich immer weniger Menschen bewusst für ein Leben mit Kindern entscheiden. Die Basis des Systems droht deshalb wegzubrechen. 

Familien erziehen aber nicht nur die künftigen Beitragszahler und garantieren so den Fortbestand der Sozialversicherungssysteme – sie zahlen auch finanziell in die Versicherungen ein. Vollkommen unberücksichtigt bleibt dabei nicht nur ob, sondern auch wie viele Kinder in der Familie leben. Eltern werden also doppelt zur Kasse gebeten: generativ und monetär. 

Warum erfahren Eltern für ihre Erziehungsleistung eigentlich so wenig Wertschätzung? In den Medien werden Milliardensummen zitiert, die Familien angeblich als Förderung „einstecken“. Doch die Wirklichkeit sieht anders aus: Familienblinde Steuern und Abgaben und unangemessen hohe Sozialversicherungsbeiträge belasten das Familienportemonnaie extrem.

Der Spagat zwischen Familie und Beruf verlangt Eltern zusätzlich viel ab. Wer mit Kindern lebt, braucht aber vor allem Verlässlichkeit, finanzielle Stabilität und Anerkennung für die zwei „Jobs“, die er mit Hingabe erfüllen will.

Kinder werden zunehmend als Störfaktor wahrgenommen. Werden angesichts der demografischen Entwicklung Spielplätze und Kindergärten möglicherweise eines Tages zu Interessen einer Randgruppe? Eine solche Entwicklung wäre ein fatales Signal für unser Land!  Wir machen uns deshalb für die Einführung eines Wahlrechts ab Geburt stark.

Eltern üben nach diesem Modell das Wahlrecht stellvertretend und treuhänderisch für ihre Kinder aus, bis sie alt genug sind, selbst zu wählen. So werden die Interessen von Kindern und Jugendlichen zu Gehör gebracht und vertreten. Und das ist dringend notwendig: Das Wahlrecht ab Geburt gibt nämlich nicht nur Kindern eine Stimme, sondern auch der Zukunft unserer Gemeinschaft.