Wie bekannt ist, hast du bei „Der Junge muss an die frische Luft“ den jungen Hape Kerkeling gespielt, kanntest du ihn bereits vorher?

Ja, ich kannte ihn schon vorher, aber nicht Hape Kerkeling an sich, sondern Horst Schlämmer. Und über ihn dachte ich, dass er existieren würde.

Du hast dann aber bald erfahren, dass es ihn doch nicht gibt?

Das war kurz vor dem Film, als ich Hape Kerkeling kennengelernt habe. Ab da wusste ich dann, dass er Horst Schlämmer spielt.

Wie genau bist du eigentlich an die Rolle in dem Film gekommen?

Meine Eltern führen ein Schreibwarengeschäft, und Kunden kamen in den Laden und haben sie darauf angesprochen, dass ich doch zu der Rolle passen würde und man doch zu dem Casting fahren könnte. Nach dem siebten oder achten Kunden waren meine Eltern überzeugt und ich hatte auch Lust dazu, weil ich gerne Filme und Serien gucke. Dann dachte ich: Oh wie cool, das ist ja schon ein Traum. Und daraufhin ging alles ganz schnell.

Beim Dreh, was hat dir da am besten gefallen beziehungsweise am wenigsten?

Am besten hat mir die Gemeinschaft am Set gefallen. Leider mussten, nachdem wir in Berlin gedreht hatten, viele das Set verlassen, was ich sehr traurig fand. Dann kamen aber neue Leute dazu und ich kenne immer noch alle Namen. Und es war wie eine Riesenfamilie. Besonders beim Mittagessen war es richtig schön, wenn alle miteinander gequatscht haben. Wir hatten auch nie schlechte Stimmung am Set, sondern immer gute. Das war das Beste.

Also könnte man sagen, dass deine erste Filmerfahrung schon richtig gut war?

Ja, auf jeden Fall.

Hattest du Probleme, den Text zu lernen, oder ging er dir locker über die Lippen?

Am Anfang dachte ich schon „Huiuiuiui“, aber nach einer gewissen Zeit hatte ich mich an den Text gewöhnt. Man kam halt immer besser rein, sich Sachen zu merken. Ich habe auch immer mit Mama und Papa geübt, und nach und nach ging das auch locker-flockig.

Klingt ja so, als wärst du ein Naturtalent, was Texte auswendig lernen angeht.

Man hat sich halt dran gewöhnt, und mit mehr Übung ging das immer besser.

War Hape Kerkeling denn auch mal am Set?

Ja, sogar ein paar Mal, und es war richtig schön, wenn er da war. Er hat mit jedem gequatscht und konnte mir auch Feedback geben. Und er war davon beeindruckt, wie wir das Drehbuch umgesetzt haben. Das war natürlich ein großes Lob für uns.

Hast du noch weiter Kontakt zu Hape Kerkeling?

Ja, über WhatsApp schreiben wir ab und zu mal, oder er kommt mich auch besuchen.

Was war das denn für ein Gefühl, als du dich später in dem Film gesehen hast als jemand, der du ja eigentlich gar nicht bist?

Am Anfang dachte ich so „Hmmm…“. Ich war irgendwie noch nicht richtig überzeugt. Als der Film dann aber in die Kinos kam und dermaßen eingeschlagen ist und innerhalb von drei Tagen einen Zuschauerpreis bekommen hat, weil ihn so viele Zuschauer in kurzer Zeit angeschaut hatten, da dachte man schon: Anscheinend hat doch alles gepasst. Besonders an den ersten Drehtagen haben mich die anderen Schauspieler an die Hand genommen, wie das alles geht, und ohne die wäre der Film auch nur halb so gut geworden. Ich hatte nämlich gar keine Erfahrung, habe weder in der Schule noch sonst wo Theater gespielt. Das war schon toll von denen.

Du hast es ja eben kurz angedeutet: Du hast noch nie vorher geschauspielert, weder Schul-AG noch im Kindergarten?

Ich glaube, ich habe mal im Kindergarten bei einer Weihnachtsaufführung einen Raben gespielt. Ich konnte fliegen – und als Künstler musste man schon viel dafür üben.

Du schwärmst ja schon richtig vom Schauspielerdasein, kannst du dir vorstellen, das später hauptberuflich zu machen?

Schauspieler zu werden, wäre schon mega.

Momentan gehst du ja noch in die Schule. Wie bekommst du denn beides unter einen Hut, deine beginnende Karriere und die Schule?

Meine Schwester ist Grundschullehrerin und die war bis vor Kurzem auch noch auf meiner Schule. Die weiß ja zum Glück, welcher für Stoff drankommt und kann mir das auch mal erklären. Ich habe immer familiäre Unterstützung.

Du warst ja jetzt im Kino zu sehen, behandeln dich seitdem deine Lehrer oder Mitschüler anders?

Die Lehrer behandeln mich nicht anders, aber von meinen Mitschülern bekomme ich manchmal zu hören: Nur weil du Schauspieler bist, kannst du dir nicht dies oder das erlauben. In solchen Momenten denke ich: Ja, wenn du meinst…. Aber meine Freunde behandeln mich wie immer, auf die kann ich mich weiterhin verlassen.

Gehst du trotz anderer Verpflichtungen, wie so ein Interview,
noch gerne in die Schule?

Ja, natürlich, Schule ist immer schön. Dann kann ich meine Freunde wiedersehen, wenn ich zuvor mal weg war. Schule macht mir weiterhin Spaß.

Hast du Lieblingsfächer in der Schule oder etwas, was dir besonders an der Schule gefällt?

Ich mag Englisch und Sport.

Was machst du sonst gerne in deiner Freizeit, wenn du gerade nicht schauspielerst oder in die Schule gehst?

Ich habe als Haustier eine Hündin und fahre viel Longboard.